FCS besiegt Hansa bei Heim-Rückkehr – FCI an der Spitze

Im ersten echten Heimspiel seit fast fünf Jahren feierte der 1. FC Saarbrücken am Samstag einen 2:0-Erfolg gegen Hansa Rostock. 1860 München und der MSV Duisburg mühten sich in den Duellen mit Magdeburg und Zwickau jeweils zu einem 1:1-Unentscheiden, Ingolstadt bestrafte den Hallenser Chancenwucher, gewann 2:0 und grüßt nun von der Spitze. Zudem spielten: Köln-Wiesbaden (0:2) und Verl-Bayern II (3:0).

1860 1:1 Magdeburg: Tallig antwortet Obermair

Der Tabellenführer gegen den Tabellenletzten nach dem 1. Spieltag trafen im Grünwalder aufeinander und die erste Chance gehörte den Gästen: Bei einer Flanke von Außen fehlten Luka Sliskovic nur wenige Zentimeter in der Körpergröße, um den Ball gefährlich auf den Kasten zu drücken – und Christian Beck verpasste dieselbe Kugel am langen Pfosten (3.). Der Druck war bei den Magdeburgern zu spüren, als Stephan Salger sich bei einem langen Ball verschätzte und Kai Brüner somit eine freie Schussbahn ermöglichte, doch der Abschluss ging komplett daneben (9.). Aber auch 1860 kam nur schleppend in die Partie und es dauerte, bis der erste nennenswerte Angriff rollte: Stefan Lex und Sascha Mölders kombinierten sich per Doppelpass in den Strafraum, doch die beiden Stürmer wurden genauso geblockt, wie anschließend auch Philipp Steinhart beim Abpraller (19.). Große Torraumszenen gab es abseits dieser Möglichkeiten für keine der beiden Mannschaften.

Die Löwen kamen mit Tempo aus der Kabine, doch die Zuspiele auf Kapitän Mölders blieben zu ungenau. Beim Versuch nach einer Steinhart-Flanke zielte der Routinier in Rücklage drüber (55.) – und postwendend kam die Antwort. Jürgen Gjasula spielte einen Ball aus der eigenen Hälfte heraus, den Raphael Obermair im Strafraum erreichte und aus spitzem Winkel durch die Beine vom 1860-Keeper vollendete (56.). Die Löwen waren jetzt bissig. Zuerst brachte Mölders einen Kopfball zu zentral auf den Kasten (63.), dann setzte der Kapitän einen weiteren Abschluss nach starkem Lex-Solo wieder zu zentral auf das Tor (66.). 1860 zog die Zügel weiter an und erspielte sich die Überlegenheit, die letztlich auch in ein Tor umgemünzt wurde. Erik Tallig zog nach Vorlage von Lex von der Strafraumkante ab, Brian Koglin fälschte unhaltbar in die eigenen Maschen ab (76.). Kurz darauf probierte es Lex erneut, wieder abgefälscht, aber dieses Mal kein Tor (78.). 1860 blieb dem zweiten Treffer bis zum Ende näher, doch am Ende verteidigte der FCM den ersten Saisonzähler bis zum Schluss. 1860 ist nun Dritter, Magdeburg rückt auf Platz 16 vor.

Saarbrücken 2:0 Rostock: FCS siegt bei Heim-Rückkehr

1.757 Tage nach dem letzten Spiel im Ludwigsparkstadion des 1. FC Saarbrücken legte der Aufsteiger bei seiner Rückkehr offensiv los – und belohnte sich früh. Sebastian Bösel schoss Hansa-Stürmer Pascal Breier den Ball im Strafraum an den Ellenbogen. Es gab Elfmeter – eine durchaus harte, aber vertretbare Entscheidung. Die fällige Chance vom Punkt ließ sich Blitz-Comebacker Sebastian Jacob nicht nehmen (5.). Der Jubel im Ludwigspark? Natürlich riesig. Breier hätte beinahe die Antwort parat gehabt, vergab jedoch im Fallen aus rund zehn Metern (9.). Anschließend hielt Markus Kolke die Kogge im Spiel: Nicklas Shipnoski steckte auf Maurice Deville durch, der alleine vor dem Hansa-Keeper an eben jenem scheiterte (14.). Hansa kam nicht in die Partie, bezeichnend ein Schuss von Lukas Scherff: Statt eigentlich frei zum Abschluss zu kommen, schlug der Flügelspieler ein Luftloch (28.). Dann die Riesenchance durch Breier! Nach einem Befreiunsschlag war der Stürmer frei durch und zog aus spitzem Winkel ab – Latte (30.)! Auf der anderen Seite war wieder Kolke gefragt, denn die Hansa-Abwehr ließ einmal mehr einen Saarbrücker frei durchlaufen und Jacob scheiterte erneut an der Fußparade des besten Rostockers bis dato (36.).

Auch im zweiten Abschnitt zeigte sich zuerst der Hausherr, indem Shipnoski in den Rückraum auf Jacob ablegte. Erst kurz vorher konnte sich Damian Roßbach noch dazwischen bringen und klären (47.). Dann aber Rostock: Korbinian Vollmann wurde von Björn Rother in Szene gesetzt, doch auch auf der anderen Seite war mit Marin Sverko ein Abwehrspieler noch dazwischen – der Ball kam dennoch auf FCS-Keeper Daniel Batz, der die Hände noch rechtzeitig nach oben riss (50.). Saarbrücken bemühte sich um Spielkontrolle und nahm immer wieder Tempo aus der Partie, in der die Rostocker nun drängte – aber ohne zwingende Chancen. Eine davon folgte und Batz klärte nach einer Ecke mit starkem Reflex (68.). Auf der Gegenseite verlor Roßbach im Aufbau den Ball, aber der FCS führte den Zwei-Mann-Konter nicht zu Ende (70.). Den Sack machten die Hausherren dann aber noch noch zu – und Shipnoski versenkte den Ball humorlos aus fünf Metern (83.). Fünf Jahre war die letzte Partie im Ludwigspark her, nun gewann der Aufsteiger das erste Spiel nach der Rückkehr in den Ludwigspark, bleibt damit ungeschlagen und ist nun Vierter. Hansa belegt Rang acht.

Halle 0:2 Ingolstadt: FCI an der Spitze

Zwei Sieger des 1. Spieltags im direkten Duell gegeneinander und der HFC knüpfte nahtlos an die vorangegangene Partie an. Dennis Mast überlupfte FCI-Keeper Fabijan Buntic mit einer Hereingabe, doch am langen Pfosten konnte Björn Paulsen Schlimmeres verhindern (11.). Die Anfangsphase gehörte den Hausherren, die das Spiel breit machten und dann auf das Zuspiel in die Tiefe warteten. Auch in Einzelaktionen blieben die Saalestädter stark: Terrence Boyd machte einen Ball im Strafraum fest, spielte sich gegen die Ingolstädter frei und setzte den Abschluss anschließend nur knapp über den Kasten (29.). Ingolstadt tat sich weiterhin schwer, dann wurde es hitzig, als Marcel Titsch Rivero und Stefan Kutschke aneinander gerieten. Schiedsrichter Konrad Oldhafer löste die Situation ohne Verwarnungen auf (34.).

Halle machte bis zur Pause das Spiel, aber Ingolstadt machte nach dem Seitenwechsel den Treffer. Und wie! Ein weiter Einwurf landete bei Neuzugang Ilmari Niskanen, dessen Schuss zunächst abgeblockt wurde – und Marcel Gaus hielt einfach mal drauf und versenkte im langen Eck (55.)! Halle war jetzt um einen kontrollierten Spielaufbau bemüht, doch die Leichtigkeit aus der ersten Hälfte war verschwunden. Stattdessen legte Ingolstadt durch Kutschke nach, der artistisch mit dem Außenrist vollendete (67.). Das Spielgeschehen flachte abrupt ab, aber Ingolstadt machte die Partie nochmal spannend. Dominik Franke kassierte die Ampelkarte nach Ballwegschlagend (82.). Für den Ausgang des Matches hatte das allerdings keinen Einfluss mehr. Nach dem zweiten Sieg in Folge übernimmt der FCI vorerst die Tabellenspitze, während Halle auf Rang neun abrutscht.

Duisburg 1:1 Zwickau: MSV kommt zurück

Nach der Auftaktpleite war der MSV Duisburg vor heimischem Publikum gefordert und legte entsprechend los: Ahmet Engin erhielt in der Mitte den Ball, machte noch zwei Schritte in zentraler Position und zwang FSV-Keeper Johannes Brinkies bei nassfeuchtem Wetter zum ersten Abtauchen inklusive Parade (1.). Aber auch die Gäste bezirzten mit attraktivem Kombinationsfußball über mehrere Stationen – Leon Jensen steckte auf Dustin Willms durch, dessen Hereingabe in den Fünfmeterraum von Ronny König an den Pfosten gesetzt wurde (10.)! Duisburg zeigte sich kurz beeindruckt, schaltete dann aber wieder in die Offensive – zuerst blockte ein Zwickauer Verteidiger in letzter Sekunde eine Hereingabe von Connor Krempicki vor dem einstartenden Duisburger ab (21.), dann feuerte Sinan Karweina einen Gewaltschuss nur knapp über den Kasten (23.). In der Regenschlacht von Meiderich verlief sich das Spiel immer stärker zwischen den Strafräumen, gefährlichere Nadelstiche nach vorne setzte bis zur Pause allerdings der FSV Zwickau.

Das änderte sich in der zweiten Hälfte nicht: Arne Sicker verlor auf der Außenbahn gleich zweimal den Zweikampf und die Hereingabe in den Fünfmeterraum setzte König nur knapp daneben (47.). Duisburg konnte kaum noch für Offensivauslastung sorgen, doch auch die Zwickauer haderten mit ihrer Genauigkeit im Zuspiel. Die optische Überlegenheit ging dennoch an die Gäste (61.). Aus dem Nichts dann die Riesenmöglichkeit für Leroy-Jacques Mickels: Eine Sauer-Flanke rutschte glücklich zu dem Eingewechselten durch und aus fünf Metern zog der Joker per Volley drüber (65.). Dann der FSV Zwickau, bei dem Morris Schröter einen weiteren Zweikampf gegen Sicker gewann und dessen Flanke den völlig allein gelassenen König in der Mitte erreichte – und der musste nur noch einnicken (67.). Duisburg hatte die direkte Antwort auf dem Schlappen, als erneut Mickels aus zentraler Position knapp vorbeizielte (68.). Der Joker blieb der Unterschiedsspieler für den MSV – und hielt nach einer Flanke von Max Jansen den Fuß im Strafraum passend hin, um den Ausgleich zu erzielen (74.). Die Zebras witterten Morgenluft, beide Mannschaften spielten jetzt um den Sieg: Auf der einen Seite rettete Brinkies per starkem Reflex gegen Engin (84.), auf der anderen Seite parierte Leo Weinkauf per Flugeinlage gegen Maximilian Wolfram (85.). Ein Treffer fiel anschließend nicht mehr. In der Tabelle ist Zwickau nun Sechster, Duisburg belegt Rang 14.

Verl 3:0 Bayern II: Aufsteiger glänzt mit Spielfreude

Der SC Verl feierte seine Heim-Premiere in der 3. Liga und legte mit einem engagierten Auftritt los. Während die jungen Bayern noch um den Spielaufbau bemüht waren, jubelte der Aufsteiger erstmals in seiner Drittliga-Geschichte: Zlatko Janjic probierte es an der Strafraumkante mit einem Fallrückzieher, aber der Ball sprang lediglich zu Aygün Yildirim herüber – der das Leder wiederum aus elf Metern in die Maschen donnerte (17.)! Verl übernahm die Spielkontrolle und traf erneut, doch Lars Ritzka befand sich dabei im Abseits (21.). Die Klatsche für den FC Bayern II nahm dennoch weiter seinen Lauf, obwohl Janjic gleich zweimal zu wenig aus seinen Chancen machte (27., 33.). Vom Punkt hatte der Drittliga-Torjäger dann mehr Glück: Nach einem Foul an Kasim Rabihic ließ sich der Angreifer die nächste Chance nicht mehr nehmen (40.) – 2:0.

Die Bayern kamen mit neuem Mut aus der Kabine, aber die ersten Gelegenheiten gehörten wieder den Verlern (52.). Zunächst parierte Bayern-Keeper Ron-Thorben Hoffmann noch gegen den angeschlagenen Yildirim (59.), dann entschied Janjic die Partie endgültig zugunsten des Aufsteigers – ein Schuss von Patrick Choroba segelte an die Latte, prallte zu Janjic ab und der vollstreckte aus kürzester Distanz (64.). Bis zum Ende der Partie versuchte der amtierende Drittliga-Meister noch in die Partie hineinzufinden, doch am Ende holte sich der SCV einen ungefährderten 3:0-Sieg, mit dem der Aufsteiger auf Platz zwei springt. Bayern II ist dagegen nun erst einmal erster Absteiger (Platz 17).

Viktoria 0:2 Wiesbaden: Wurtz jubelt doppelt

30 Sekunden lief die Partie, als Albert Bunjaku von Viktoria Köln zum ersten Mal den Abschluss suchte. Danach fanden die Gäste immer besser in das Match und von den Kölnern kam mit zunehmender Spieldauer nur noch sehr wenig. Bis zur ersten Großchance des Duell dauerte es dennoch einige Zeit, dann aber schlenzte Flügelspieler Marcel Risse den Ball von der Strafraumgrenze nur knapp über den Wiesbadener Kasten (32.). Danach wurde es knifflig: In derselben Szene scheiterten zunächst Philipp Tietz und Gianluca Korte an Viktoria-Keeper Sebastian Mielitz, dann aber versenkte Johannes Wurtz – der aber stand wohl im Abseits (36.). Wenige Minuten darauf machte es Wurtz noch einmal regulär, der von einem unglücklichen Klärungsversuch der Viktoria profitierte und den Kölnern danach keine Chance mehr ließ (40.).

Viktoria wirkte blockiert, daran änderte sich auch im zweiten Abschnitt nur wenig. Glück für Wurtz, der mit seinem Doppelpack die Partie in eine vorentscheidende Richtung lenken konnte: Per flacher Hereingabe fand der Ball zum Angreifer, der aus elf Metern völlig blank einschieben konnte (63.). Nur wenig später hätte Moritz Kuhn die Partie bereits entscheiden können, zielte aber Zentimeter am Pfosten vorbei (66.). Viktoria kam nochmal, doch die wenigen Angriffe auf den Kasten entschärfte SVWW-Keeper Tim Boss – so auch gegen Bunjaku, dessen beste Chance an den Reflexen des Schlussmannes scheiterte (71.). Die Partie war entschieden, einen Aufreger gab es dennoch erst ganz am Schluss: Im Mittelfeld trat Florian Carstens gegen Timmy Thiele, das grobe Foulspiel wurde mit der roten Karte geahndet (90.). Wiesbaden springt mit dem Sieg zunächst auf den fünften Platz, während Viktoria nun den 14. Platz mit Duisburg teilt.

 

   
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