FCM in Kiel gefordert – ein vorgezogenes Aufstiegsendspiel?

Auch wenn die Drittliga-Tabelle zwischen dem ersten und dem zehnten Platz aktuell jede Menge Aufstiegskandidaten hervorbringt, so sind der 1. FC Magdeburg wie auch Holstein Kiel aufgrund von Platzierung wie individueller Qualität als heißeste Anwärter hinter dem MSV Duisburg zu bezeichnen. Um dementsprechend viel geht es, wenn der FCM am Samstag an der Ostsee gastiert – dort nicht zu verlieren, wäre ein wichtiger Schritt.

Ein richtungsweisendes Duell zweier ernstzunehmender Aufstiegsanwärter

Sonne und frühlingshafte Temperaturen: Für gute Laune allerorts ist sowohl in Kiel als auch in Magdeburg gesorgt. Doch das Duell zwischen der KSV Holstein und dem FCM wirft seine Schatten voraus: Das zweitbeste Heimteam trifft auf die zweitbeste Auswärtsmannschaft, die zweitbeste Offensive der Liga auf das zweitbeste Gesamtteam – das dürfte doch insgesamt ein mindestens zweitklassiges Spiel ergeben! Auch, weil die Ausgangslage für beide Teams hochinteressant ist: Am 29. Spieltag werden sich Regensburg, Osnabrück, Duisburg sowie Chemnitz in direkten Duellen jeweils Punkte wegschnappen, Jens Härtel und Co. könnten sich so wieder ein Polster auf die Nichtaufstiegsplätze erarbeiten. Holstein Kiel kann dagegen nach dem Brechen des Auswärtsfluchs erstmalig in dieser Spielzeit in die Spitzengruppe vorpreschen, nachdem die letzten Anläufe stets an wenig konstanten Leistungen scheiterten. Und nein, das ist ebenso kein Geheimnis: Kiel besitzt große Ambitionen, vielleicht sogar größere als der 1. FC Magdeburg.

Glinker ist noch fraglich

Dieser hat dennoch Gründe, entspannt in den Norden zu fahren. Mit Erfolgscoach Jens Härtel wurde kürzlich verlängert und auch einige Säulen im Team, etwa Nico Hammann oder Michel Niemeyer, bleiben den Elbstädtern noch für einige Zeit erhalten. Zu den Langzeitausfällen haben sich nur wenige Spieler kurzfristig für das Wochenende abgemeldet – Torhüter Jan Glinker plagten zuletzt etwa Magen-Darm-Probleme, Winter-Neuzugang Piotr Cwielong musste mit Oberschenkenproblemen aussetzen. "Vielleicht kommt Jan noch zurück. Wir hoffen, dass er mitfahren kann“, gab Cheftrainer Härtel auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bekannt. Er erwartet "eine schwierige Aufgabe, Kiel war auch vor der Saison bereits ein Topfavorit auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga."

Härtel erwartet Spagat beim eigenen Team

Nichtsdestotrotz erwartet Härtel wie in den letzten Heimspielen "Phasen, in denen der Gegner tiefer steht, dafür dann auch wieder Phasen, in denen früh angelaufen wird.“ Speziell mit Dominick Drexler besitze Kiel "eine echte Waffe im Umschaltspiel, die sie sicherlich ausspielen werden", glaubt Härtel und blickt voraus: "Es wird ein echter Spagat für uns, dort die richtige Balance zu finden. Wir müssen aufpassen und Disziplin zeigen, wollen uns zeitgleich aber nicht verstecken und selbst den Weg nach vorne finden." Heißt: Alles ist angerichtet für ein Duell auf hohem Drittliga-Niveau – und es ist überhaupt nicht absehbar, ob ein einziges Tor entscheidet oder vielleicht sogar ein kleines Spektakel geboten wird. Zu wünschen ist es den Zuschauern, die beim ersten wirklichen Frühlingsspieltag am Wochenende nach Kiel reisen und den 1. FC Magdeburg auf seiner nächsten Teiletappe in Richtung möglichem Zweitliga-Aufstieg wie gewohnt unterstützen werden: Gerechnet wird mit einer vierstelligen Gästekulisse.

   

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