1. FC Kaiserslautern bei Abstieg nicht mehr auf dem Betzenberg?

Elf Spieltage vor Saisonende steckt der 1. FC Kaiserslautern tief im Abstiegskampf, der Vorsprung auf die rote Zone beträgt gerade mal einen Punkt. Sollten die Roten Teufel tatsächlich erstmals in ihrer Vereinsgeschichte in die Regionalliga absteigen, scheint offen, ob in der kommenden Saison auf dem Betzenberg gespielt werden würde. 

"Der FCK wird nicht untergehen"

Mit jedem Wochenende rückt das Horrorszenario Regionalliga im Moment einen Schritt näher. Nur einen Sieg holte der 1. FC Kaiserslautern aus den vergangenen zehn Partien und steht mit gerade mal 26 Punkten auf dem 16. Tabellenplatz. "Wir sind alarmiert ob der Situation", versichert Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt im SWR-Podcast "Nur der FCK", dass jeder im Verein um die prekäre Situation wisse. "Die Mannschaft muss jetzt Charakter beweisen und zusammenstehen. Wir brauchen Leute die vorangehen, ängstlich auf die Tabelle schauen bringt nichts. Gas geben ist angesagt, und zwar Hardcore!", so der 51-Jährige, der seit Dezember 2019 bei den Pfälzern ist.

Auch wenn der Klassenerhalt noch realistisch ist, haben im Hintergrund bereits die Planspiele für eine mögliche Saison in der Regionalliga begonnen. "Wir bereiten uns natürlich auf solche Themen vor. Der FCK wird nicht untergehen. Wir werden ein Szenario vorbereiten, das hoffentlich nie eintritt, aber was gut durchdacht sein muss." Neben dem Aufbau einer neuen Mannschaft geht es dabei auch um die Stadion-Frage.

Fitz-Walter-Stadion wohl zu teuer

Voigt ließ durchblicken, dass in der Viertklassigkeit wohl eine neue Spielstätte gefunden werden müsste: das Fritz-Walter-Stadion scheint schlicht zu teuer. "So schön und atmosphärisch es ist, so schwierig ist es bei einem Abstieg, das Szenario aufrecht zu erhalten. Jeder kennt die Probleme, die der Klub seit vielen Jahren mit dem Stadion hat." Allein die Betriebskosten für den Betzenberg belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr – Geld, das ein Regionalligist nicht hat. Gespräche mit den Beteiligten würden aber bereits laufen, so Voigt. Wo der FCK alternativ spielen könnte, ist noch völlig offen.

Voigt selber hat einen Vertrag, der auch im Abstiegsfall Gültigkeit besitzt. Für den Profikader gilt das aber nicht. "Es gibt sicherlich Möglichkeiten, mit einzelnen, jüngeren Spielern über das Thema Regionalliga sprechen zu können. Das sind die nächsten Schritte, die man vorbereitet haben muss." Doch ein Umbruch wäre nicht vermeidbar. Weil viele Spieler höherklassig spielen wollen und die Gehälter nicht zu stemmen wären. Dennoch sollte auch in der Regionalliga ein Mix aus gestandenen und jungen Spielern das Ziel sein, sagt Voigt, der bei Eintracht Braunschweig den Weg aus der dritten bis in die erste Liga und wieder zurück miterlebt hat, also auch weiß, was bei einem Abstieg auf ihn zukommen würde.

"Ergebnisse und sonst nichts"

Um das zu verhindern müsse das Team "langsam anfangen, Spiele zu gewinnen". Wie die Siege letztlich zustande kommen, ist ihm egal: "Es zählt nicht, ob es ansehnlich ist. Es zählt, was dabei herauskommt. Ergebnisse und sonst nichts." Warum es mit dem namhaft besetzten Kader nicht für mehr als den Abstiegskampf reicht, kann auch er nicht erklären: "Unsere Investitionen spiegeln nicht den Tabellenplatz wider. Für unsere Ansprüche haben wir in dieser Saison viel zu wenig geliefert." Mit den Duellen gegen Zwickau (13. März) und Magdeburg (20. März) stehen nun zwei richtungsweisende Spiele an. Mindestens sechs der ausstehenden elf Partien wird der FCK wohl für sich entscheiden müssen, um sicher drin zu bleiben.

   
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