FCC seit zehn Spielen sieglos: Lage immer bedrohlicher

Von

© osnapix

Die Negativserie des FC Carl Zeiss Jena hält weiter an, nach der 1:3-Niederlage bei Tabellenführer Osnabrück sind die Thüringer nun bereits seit zehn Spielen sieglos. Zudem wird die Lage in der Tabelle immer bedrohlicher: Neun Spieltage vor Saisonende beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer nun fünf Punkte. Trainer Lukas Kwasniok stellt sich derweil vor die Mannschaft.

Defensivtaktik geht nicht auf

Mit aller Macht versuchte der FCC in der zweiten Halbzeit das Unentschieden über die Zeit zu retten. Lange ging Kwasnioks Defensivtaktik – auch dank einer hervorragenden Torhüterleistung – auf, doch dann musste Innenverteidiger Justin Gerlach nach 75 Minuten verletzt raus und nur drei Zeigerumdrehungen später kassierten die Thüringer nach einem Einwurf das 1:2 durch Marcos Alvarez – der Knock Out. Mit dem dritten Gegentreffer kurz vor Spielende war die Partie dann endgültig entschieden.

Dabei hatte alles zunächst gut begonnen: Philipp Tietz traf bereits nach sechs Minuten zur frühen Führung. Und auch nach dem Ausgleich durch Benjamin Girth (12.) bot der FCC eine couragierte Leistung, belohnte sich aber nicht. "Wir haben gegen die absolut beste Mannschaft der Liga absolut verdient verloren", ordnete Kwasniok die Niederlage auf der anschließenden Pressekonferenz ein.

Die Marschroute, im zweiten Durchgang jegliche Offensivbemühungen nahezu einzustellen und nur noch auf die zwar starke Defensive zu setzen, stufte Kapitän René Eckardt im "Telekom"-Interview als Fehler ein: "Nach vorne hat die Entlastung gefehlt", so der 29-Jährige, laut dem der FCC auch "Mut und Kraft" vermissen lasse habe. Dass Jena überhaupt so lange im Spiel blieb, war Torhüter Jo Coppens zu verdanken, der mehrmals glänzend parierte. Doch verhindern konnte er die Niederlage aufgrund der fehlenden Durchschlagskraft im zweiten Durchgang nicht.

Ausgangslage hat sich verschlechtert

Wie geht es nun weiter? Mit der Niederlage hat sich die Ausgangslage des FCC im Abstiegskampf weiter verschlechtert: Weil Großaspach in Unterhaching gepunktet hat, ist der Rückstand zum rettenden Ufer auf fünf Punkte angewachsen. Sollte Energie Cottbus am kommenden Mittwoch das Nachholspiel gegen Unterhaching gewinnen, würde Carl Zeiss zwei weitere Zähler auf die Nicht-Abstiegsplätze verlieren. Dass Jena zudem die schlechteste Tordifferenz aller Kellerteams aufweist, stellt eine zusätzliche Hypothek da.

Die Rufe nach einer Trennung von Lukas Kwasniok wurden zuletzt immer lauter, doch nach dem Spiel gegen Lotte bekam der 37 Jahre alte Coach sowohl von Präsident Klaus Berka als auch von Geschäftsführer Chris Förster volle Rückendeckung zugesprochen. Kwasniok selbst betonte nach der Partie in Osnabrück: "So lange ich das Gefühl habe, dass ich die Mannschaft erreiche, werde ich mich vor sie stellen und vorweg marschieren. Ich weiß, dass viele das anders sehen und mich in Frage stellen."

Am kommenden Samstag gegen den ebenfalls seit zehn Spielen sieglosen KFC Uerdingen muss allerdings ein Sieg her. Ansonsten dürften die Tage von Kwasniok, der aus elf Spielen nur neun Punkte geholt hat, gezählt sein – und die Lage im Tabellenkeller noch bedrohlicher werden.

   
Hinweis: Seit dem 25. Mai gilt unsere neue Datenschutzerklärung.