"Existenzkampf": FCK-Geschäftsführer Hengen appelliert

Dass Thomas Hengen ab März als Geschäftsführer Sport beim 1. FC Kaiserslautern arbeiten würde, war schon Anfang Februar offiziell vermeldet worden. Am Mittwoch stellte sich der 46-Jährige erstmals vor. Wie der einstige FCK-Profi über die aktuelle Situation bei den Pfälzern denkt und was er von den Spielern fordert.

"Mannschaft ist in der Bringschuld"

"Überlebenskampf", "Existenzkampf pur" – Thomas Hengen war am Mittwoch deutlich anzumerken, dass er ganz genau weiß, auf was er sich da eingelassen hat und worauf es nun ankommt: "Am Ende der Saison müssen wir über dem Strich stehen und dem müssen wir alles unterordnen", wird der neue Geschäftsführer bei "Der Betze Brennt" zitiert. Am 1. März hatte der 46-Jährige seinen ersten offiziellen Arbeitstag beim Krisenklub, der als Tabellen-16. nur zwei Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz steht, allerdings vier Partien mehr absolviert hat als der KFC Uerdingen. "Dass spielerisches Potenzial da ist, hat man gesehen. Das Thema ist aber, dass nicht alles nur fußballerisch geht. Im Abstiegskampf sind auch Einsatz und Laufbereitschaft wichtig. Da ist die Mannschaft in der Bringschuld", so die klare Ansage des Ex-Profis, der auch 132 Partien für den FCK absolviert und 1996 den DFB-Pokal gewonnen hatte. "Weniger reden, mehr bringen", so sein Credo.

Schließlich ginge es nicht nur um den Verein, sondern auch Arbeitsplätze und die eigenen Karrieren, appellierte Hengen auch noch einmal an die Spieler, sich in der aktuell schwierigen Situation nicht hängen zu lassen. Seine Rechnung: Gewinnt das Team die Hälfte der verbleibenden zwölf Spiele, "sind wir sicher drin", sagte er beim Vereins-TV der Roten Teufel. Ein ambitioniertes Vorhaben, holte die Mannschaft bislang doch erst vier Siege aus 26 Partien. Immerhin gelangen in den vier Spielen unter dem neuen Trainer Marco Antwerpen ein Sieg und zwei Remis. Aber: "Wir müssen eine andere Körpersprache an den Tag legen", als es zuletzt beim 2:2 gegen den SV Meppen war, forderte Hengen, der bereits an seinem ersten Tag zur Mannschaft gesprochen hatte und bei den Spielen fortan mit auf der Bank sitzen will.

Rede von Aufstieg wäre vermessen

Der gebürtige Pfälzer, der zuletzt Sportdirektor bei Regionalligist Alemannia Aachen und auch schon Scout in England, Deutschland und den Niederlanden war, beschreibt sich selbst als "hungrig auf Erfolg". Die Motivation für die anstehenden Aufgaben sei bei ihm "extrem hoch". Aktuell habe er viele Meetings und Gespräche. Auch die Planungen für die Zeit über den Sommer hinaus steht an und liegt vor allem in seinen Händen: "Für die kommende Saison müssen wir natürlich auch noch abwarten, welches Budget wir haben, ob und wie viele Zuschauer wieder ins Stadion dürfen, und all diese Fragen."

Auch wenn sich der neue Geschäftsführer natürlich nicht ausufernd dazu geäußert hat, ist es ein offenes Geheimnis, dass der Klub zurück in die 2. Liga möchte – und aus finanzieller Sicht auch muss. Dieses Ziel jetzt aber öffentlich zu formulieren, während der Verein im Abstiegskampf steckt, "fände ich ein bisschen vermessen", so Hengen. "Die 3. Liga ist mit ihren 20 Mannschaften, wo jeder jeden schlagen kann, für mich schwerer als die zweite Liga. Aber mit der Drei-Punkte-Regel kann es auch immer schnell gehen."

   
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