Essen steigt erstmals in die 3. Liga auf – Elversberg endgültig durch

Rot-Weiss Essen ist nach 15 langen Jahren zurück im Profifußball. Durch einen 2:0-Erfolg gegen Rot-Weiß Ahlen hat sich RWE am letzten Spieltag die Meisterschaft in der Regionalliga West vor dem punktgleichen und nur um drei Tore schlechteren SC Preußen Münster gesichert und steigt dadurch erstmals in die 3. Liga auf. Auch die SV Elversberg ist endgültig durch. Damit stehen die drei Direktaufsteiger nun allesamt fest, nachdem die SpVgg Bayreuth das Ticket für die 3. Liga bereits am Freitagabend gelöst hatte. 

RWE im 14. Anlauf aufgestiegen

Ganze 13 Mal scheiterte Rot-Weiss Essen nach dem Abstieg aus der 2. Liga im Jahr 2007 daran, sich für die 3. Liga zu qualifizieren. Im 14. Anlauf hat es dank einer minimal besseren Tordifferenz gegenüber Preußen Münster nun endlich geklappt. RWE war als absoluter Topfavorit in die Saison gestartet und wurde dieser Rolle von Anfang an gerecht: Nach den ersten zehn Spielen standen beeindruckende 25 Punkte zu Buche, Highlight war ein historischer 11:0-Erfolg beim KFC Uerdingen.

Unaufhaltsam schienen die Rot-Weißen als Tabellenführer in Richtung 3. Liga zu marschieren, ehe es am 20. Februar zu einer der schwärzesten Stunden der Vereinsgeschichte kam: Im Spitzenspiel gegen Preußen Münster warf ein vermeintlicher Fan einen Böller auf den Platz, der direkt neben den Preußen-Ersatzspielern explodierte. Weil zwei Akteure aufgrund eines Knalltraumas danach nicht mehr einsatzfähig waren, wurde die Partie beim Stand von 1:1 abgebrochen und am grünen Tisch mit 2:0 für den SCP gewertet. Plötzlich war das Meisterrennen wieder offen, zumal RWE aus den darauffolgenden neun Partien nur noch vier Siege holte.

Entsprechend zogen die Preußen vorbei, während Essen auch noch aus dem Landespokal flog und sich zwei Tage später von Trainer Christian Neidhart trennte. Sportdirektor Jörn Nowak und U19-Coach Vince Wagner übernahmen – und führten RWE pünktlich zum letzten Spieltag zurück an die Spitze, weil dieses Mal Münster patzte. Diese Ausgangslange gab der Deutsche Meister von 1955 nicht mehr her. Die beeindruckende Saisonbilanz: 87 Punkte, nur drei Niederlagen und 84 Tore. Die 3. Liga darf sich auf einen großen Traditionsverein freuen, der sich nun wieder im Profifußball etablieren will.

Elversberg macht Aufstieg endgültig klar

Auch die SV Elversberg ist zurück im Profifußball. Nachdem der Aufstieg schon am vergangenen Wochenende zu 99,9 Prozent sicher war, haben die Saarländer mit einem 2:0 gegen den FC 08 Homburg nun endgültig alle Zweifel an der Rückkehr in die 3. Liga nach acht Jahren beiseite geräumt. Nach einem Fehlstart in die Saison mit zwei Niederlagen in Folge arbeiteten sich die Saarländer kontinuierlich nach oben und blieben zwischenzeitlich 15 Mal hintereinander ungeschlagen. Zwei weitere Niederlagen im Winter ließen Elversberg nochmal wieder abrutschen, doch seitdem gewann das Team um Kapitän Kevin Conrad 14 von 17 Partien. Mit einem 2:0 gegen Schott Mainz am 12. März übernahm die SVE die Tabellenspitze – und gab sie seitdem nicht mehr her.

So stehen nach 36 Spielen 24 Siege, 79 Tore und nur vier Niederlagen zu Buche. Mit Israel Suero (14), Valdrin Mustafa (14) und Kevin Koffi (10) trafen gleich drei Spieler zweistellig, bei Suero kommen außerdem noch 13 Vorlagen hinzu. Damit ist der 28-jährige Spanier der Topscorer der Regionalliga Südwest. Gespickt ist das Team mit zahlreichen Ex-Drittliga-Spielern wie Kevin Conrad, Felix Müller, Carlo Sickinger, Charles Elie Laprevotte, Sinan Tekerci und Luca Schnellbacher. Auch Trainer Horst Steffen ist in der 3. Liga angesichts von insgesamt 127 Spielen bei den Stuttgarter Kickers, Preußen Münster und dem Chemnitzer FC ein bekanntes Gesicht.

   
  • FCM-Ball

    Glückwunsch nach Essen, obwohl es mir für Münster sehr leidtut, aufgrund schlechteren Torverhältnisses nicht aufgestiegen, und Essens Trainerentlassung vor kurzem hat mir auch nicht gefallen und ist definitiv nicht der Grund für den Aufstieg. Trotzdem eine Bereicherung für die 3. Liga !

  • Else Gösebrecht

    Ich freue mich für RWE, obwohl ich fast keine Bezugspunkte zu RWE habe, außer, dass ich vor ca. 14 Jahren ins Ruhrgebiet gezogen bin und mein ehemaliger Arbeitskollege 1998/1999 bei RWE in der Abwehr gespielt hat. Zumindest haben sie ein Stadion und Traditionsverein dürfen sie sich auch nennen, wenn auch die Erfolge lange Jahre her sind. Viel Glück RWE.

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