"Es sieht nicht so gut aus": Waldhof-Sorgen um Marcel Seegert

Trotz eines furiosen Endspurts und einem gedrehten Spiel beim 3:1-Auswärtssieg gegen den Sportclub Verl auf schwierigem Geläuf wollte beim SV Waldhof Mannheim nach dem 30. Spieltag niemand etwas vom Aufstiegsrennen wissen. Die Joker und Marcel Seegert nahmen eine besondere Rolle ein, ehe alle Beteiligten Sorgen um den Kapitän äußerten, der in eine Klinik gebracht werden musste.

Keine Fraktur im Gesicht

Alle Freude über den hart erkämpften Auswärtssieg wurde bereits während des laufenden Spiels gedämpft, bevor überhaupt die entscheidenden Tore fielen. In der 74. Spielminute ging Kapitän Marcel Seegert mit dem Kopf zu einem halbhohen Ball, während Verls Grodowski zum Fallrückzieher ansetzte und den 27-Jährigen wuchtig im Gesicht traf. Umgehend ging der Abwehrspieler zu Boden, Blut floss aus seinem Mund, als er den Platz verließ. Auch nach dem Spiel gab es noch keine direkte Entwarnung. "Es sieht momentan nicht so gut aus", sorgte sich auch Trainer Patrick Glöckner bei "MagentaSport". Beruhigend fügte er hin zu: "Falls die Mama oder der Papa zuschauen: Er ist jetzt in guten Händen, aber er muss jetzt schnell nach Hause gefahren werden". Dort wurde er in eine Klinik gebracht. Der Verdacht: "Vielleicht ist der Kiefer gebrochen oder etwas an den Zähnen locker." Doch zumindest eine Fraktur im Gesicht bestätigte sich nach ersten Untersuchungen nicht, wie der Waldhof am späten Samstagabend mitteilte. Der Spielführer sei "auf dem Weg der Besserung".

Welch wichtige Rolle Seegert im Spiel der Mannheimer einnimmt, war schon vor seiner Verletzung sichtbar. Zum einen leitete der Kapitän mit einem starken Lauf Richtung Grundlinie den Ausgleichtreffer mit ein (62.), zum anderen wurde der 27-Jährige danach auch als Organisator wichtig. So erhielt er als direktes Sprachrohr seines Trainers einen Zettel mit diversen Umstellungen, die er prompt an die Mannschaft weitergab. "Wir haben eine taktische Umstellung vorgenommen. Der Trainer hat viel umgestellt, deswegen gab es einen Zettel", beschrieb Doppeltorschütze Sohm die Szene. Genauer habe dieser, so Glöckner selbst, "die Grundordnung optimiert" und auf eine Dreierkette umgestellt. Aufgrund der weitreichenden Änderungen habe "Seegert nach dem Tor jedem den Zettel gezeigt, sodass jeder weiß, was er zu tun hat". Dies gelang bravourös.

Joker drehen das Spiel

So nahm Seegert auch noch nach seiner Auswechslung Einfluss auf den Fortgang der Partie. Eine nicht minder relevante Rolle ging den Jokern zu. Alle drei Treffer wurden von ebendiesen beigesteuert. Pascal Sohm, der im Winter aus Dresden kam, erzielte gar zwei Treffer, drehte das Spiel eigenständig und schoss dabei seine Saisontore vier und fünf für den SVW, von denen ihm alle auswärts gelangen. Warum dies so ist, könne sich der 30-Jährige auch "nicht so genau erklären. Ich würde gerne auch zu Hause mal treffen, aber solange ich in der Regelmäßigkeit treffe, kann ich mich nicht beklagen". Auch seine Jokerrolle nahm er klaglos an. "Am Ende einen auf beleidigt machen, ist komplett der falsche Ansatz", zeigte er sich sportlich. Viel mehr wisse er, "welche wichtige Rolle Einwechselspieler einnehmen können". Der finale Treffer glückte dem ebenfalls hineingekommenen Baris Ekincier in der Nachspielzeit (90+3.).

Durch die hart erkämpften drei Punkte sicherte der Waldhof den 6. Rang und hält den Rückstand auf den Relegationsrang bei drei Punkten. Ist dies also die Rückkehr in den Aufstiegskampf, nachdem zuletzt lediglich ein Sieg in vier Spielen glückte? "Ich will von den Aufstiegsdingen gar nichts mehr wissen", stellte Glöckner klar. "Immer dieses Wort 'Aufstieg‘ – man sieht ja auch, was das mit den Sechzgern gemacht hat", verglich er und wollte die Psyche der Spieler nicht überlasten. Auch Matchwinner Sohm wollte erstmal lieber "demütig bleiben" und "bessere Leistungen auf den Platz bringen", bevor das Thema wieder behandelt werden kann. Ein neues Kapitel könnte am kommenden Sonntag im Verfolgerduell gegen 1860 hinzukommen. Mit Marcel Seegert droht aber nun eine wichtige Stütze wegzubrechen.

 
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