"Es ist der Wahnsinn": Party beim BTSV, Fans zu früh im Innenraum

0:1 verloren? Egal! Trotz der Heim-Niederlage gegen Viktoria Köln fand der Jubel bei Eintracht Braunschweig und seinen Fans keine Grenzen – wenngleich viele Anhänger zu früh in Richtung Platz gelaufen waren, sodass in den letzten drei Minuten nicht mehr gespielt werden konnte.

Fans strömten zu früh Richtung Rasen

Geduld war an diesem Samstagnachmittag wahrlich nicht die Stärke einiger Braunschweiger Anhänger. Bereits nach einer Stunde waren die ersten Fans über die Absperrung des Zuschauerblocks geklettert und befanden sich im Innenraum des Stadions. Nach 86 Minuten wiederholte sich das. Weil die Fluchttore vor den Blöcken der Südkurve bereits geöffnet wurden, strömten zahlreiche BTSV-Fans zu früh in den Innenraum.

Schiedsrichter Eric Müller unterbrach die Partie, während der Stadionsprecher versuchte, an die Vernunft der Fans zu appellieren. Das klappte allerdings nur bedingt. Immer mehr Anhänger strömten in den Innenraum, zudem wurde ein Rauchtopf auf den Platz geworfen. Nur mit Mühe konnten Ordner und auch die BTSV-Spieler einen vorzeitigen Platzsturm der Fans verhindern.

Um allen Beteiligten weiteren Ärger zu ersparen, pfiff Müller die Partie dann nur noch für eine Sekunde an, um sie anschließend nach exakt 90 Minuten zu beenden – ohne die eigentlich nötig gewordene Nachspielzeit durch die Unterbrechung. Eine Tatsache, die der Eintracht eine Geldstrafe seitens des DFB bescheren wird.

Doch nun brachen alle Dämme: Zu tausenden strömten die Menschen aufs Feld, umarmten ihre Aufstiegshelden und verewigten sich mit diesen auf ihren Smartphones.

Auch die Tore und Tornetze wurden nach und nach abgebaut und von den Fans als Souvenir mit nach Hause genommen. "Es ist der Wahnsinn. Es ist schon ein Festtag für uns. Wir haben das letzte Woche schon gebührend gefiert. Aber heute Abend hauen wir noch mal einen raus", kündigte Innenverteidiger Michael Schultz bei "MagentaSport" an. Dass die Eintracht zuvor mit 0:1 gegen Köln verloren hatte (Lenn Jastremski hatte nach 63 Minuten getroffen), war natürlich komplett egal. Der Aufstieg stand bereits vor dem Anpfiff fest und wurde auch schon am vergangenen Wochenende gefeiert.

IMAGO

"Es ist einmalig, was das für ein Klub ist"

Anwärter auf den Feierkönig gäbe es einige, sagte Schultz: "Aber Robin Krauße geht vorn weg, aber wir ziehen alle gut mit ihm mit", sagte der 28-Jährige und strahlte dabei über das ganze Gesicht. Während Martin Kobylanski nur noch in Unterhose bekleidet durch die Massen lief, durfte sich auch Trainer Michael Schiele noch zum Erreichten äußern. "Es ist einmalig, was das für ein Klub ist", sagte der Fußballlehrer, der 2020 auch schon mit den Würzburger Kickers in die 2. Liga aufgestiegen war. "Es steht viel Erwartungshaltung dahinter. Aber man sieht, was die Jungs geschafft haben." Es sei "brutal", was für "eine Wucht im Verein" stecke. "So etwas wollte ich haben. Schön, dass es im ersten Jahr geklappt hat."

Und auch der 44-Jährige wird selbstredend bei der zweiten Feier anlässlich des Aufstiegs dabei sein. "Das muss man feiern, wir sind in die 2. Liga aufgestiegen. Wir machen die Nacht zum Tage", sagte er und verschwand anschließend wieder in der Jubeltraube, die noch lange im Stadion verharrte, um mit der Mannschaft zusammen die sofortige Rückkehr ins Bundesliga-Unterhaus zu feiern. "3. Liga nie mehr, nie mehr, nie mehr", stimmte "Feierbiest" Krauße schließlich an.

Es war der Auftakt in einem feucht-fröhlichen Samstagabend in Braunschweig. Am Sonntag wird sich die Mannschaft noch ins Goldene Buch der Stadt eintragen.

   

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