Erzgebirge Aue: Roland Frötschner ist neuer Präsident

Zweitliga-Absteiger Erzgebirge Aue hat einen neuen Präsidenten: Roland Frötschner, Schwiegervater von Ex-Aue-Profi Enrico Kern, wurde am Samstag auf der Mitgliederversammlung vom neuen Aufsichtsrat zum Boss ernannt. Er tritt damit die Nachfolge von Helge Leonhardt an, der am 18. September zurückgetreten war. Interimsweise hatte zuletzt Torsten Enders den Klub geführt. Derweil schlossen die Veilchen die vergangene Saison mit einem Millionen-Gewinn ab.

Ära Leonhardt endgültig beendet

Nur knapp zwölf Stunden nach dem "immens wichtigen" Auswärtssieg bei Borussia Dortmund II am Freitagabend fanden sich am Samstag rund 700 Fans zur Mitgliederversammlung im VIP-Raum des Erzgebirgsstadions ein. Einer der wichtigsten Tagesordnungspunkte war die Wahl des neuen Aufsichtsrates.

Elf Kandidaten hatten sich für das neunköpfige Gremium zur Verfügung gestellt, die meisten Stimmen erhielten laut "Tag24" Henry Sobieraj (Nickelhütte), Thorsten Jannaschk (AOK), Thomas Hagg (Porsche), Lothar Lässig (Eibenstock Elektro), André Leonhardt (Sparkasse), Willi Watkowiak (MBR Kosmetik) und Heinrich Kohl (Stadt Aue). Nicht genügend Stimmen bekamen der bisherige Interimspräsident Torsten Enders und Uwe Leonhardt, sie sind lediglich Nachrücker. Damit ist die Ära Leonhardt beim FCE endgültig beendet. Die beiden Brüder Helge und Uwe hatten den Klub fast 30 Jahre lang geprägt. In den Ehrenrat wurden Karl Matko, Michael Rüdiger, Alexander Lindner, Ralph Kühn, Kay Werner, Jürgen Escher und Joachim Engelmann gewählt.

Frötschner an der Spitze

Direkt im Anschluss an die Wahl hat der Aufsichtsrat den neuen Vorstand bestellt. Diesem gehören künftig Vereinslegende Volker Schmidt, Thomas Schlesinger (Umformtechnik Crimmitschau GmbH), Robert Scholz (Förderkreisvorstand) und Jörg Püschmann (Vertreter der Fanszene) an.

Zum neuen Präsidenten wurde Roland Frötschner gewählt. Der Unternehmer aus dem Schneeberger Ortsteil Lindenau ist der Schwiegervater von Enrico Kern, der in der Jugend sowie von 2010 bis 2013 bei den Veilchen spielte und anschließend drei Jahre lang als Trainer bei der U19 fungierte. Derzeit coacht Kern den Landesligisten FC 1910 Lößnitz. "Ich mache es aus Liebe zum FCE", wird Frötschner beim Online-Portal zitiert: "Wir wollen eine Wende herbeiführen. Wir haben wenig Punkte und wenig Geld." Der 69-Jährige folgt auf Helge Leonhardt, der zwischen September 2014 und September 2022 an der Spitze des Vereins stand. Als erste Amtshandlung will er Sportchef Matthias Heidrich am Montag zum Geschäftsführer Sport berufen.

Millionen-Gewinn trotz Abstieg

Während die vergangene Saison aus sportlicher Sicht mit dem Abstieg endete, stand aus finanzieller Sicht ein Gewinn von 1,098 Millionen Euro zu Buche. Für das laufende Geschäftsjähr rechnen die Veilchen dagegen mit einem Minus von 1,4 Millionen Euro. Der Fehlbetrag sei aber durch das bilanzielle Eigenkapital gedeckt. Sportlich geht es für den FCE am kommenden Samstag mit dem Landespokal-Spiel gegen Fünftligist Budissa Bautzen weiter. Anschließend stehen zwei Wochen Urlaub an, ehe die Vorbereitung auf die restliche Saison aufgenommen wird – dann wohl mit neuem Trainer.

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