RWE: "Können Selbstvertrauen nicht an Tankstellen kaufen!“

Der Vorsprung der ersten Wochen ist aufgezehrt: Für Rot-Weiß Erfurt hat mit der 0:1-Pleite beim Halleschen FC der akute Abstiegskampf begonnen. Eine Phase, in der jeder über sich hinauswachsen muss, steht an, denn mit Neuzugängen konnte Erfurt im Winter nicht aufwarten. Weil Punktverlust vor eigenem Publikum doppelt wehtun, steht RWE vor der Begegnung mit dem FSV Frankfurt mächtig unter Zugzwang.

Das Manko bleibt die Torgefahr

Direkt zum Auftakt deckte der Hallesche FC am vergangenen Samstag die Schwächen der Thüringer fast nahtlos auf: Während in der Defensive nur wenig zugelassen wurde, biss sich die Mannschaft von Stefan Krämer an grundsolide und robust verteidigenden Gastgebern die Zähne aus. Es fehlte am nötigen Spielwitz, um einer herausragenden Defensive der 3. Liga das Wasser reichen zu können – in der zweiten Halbzeit war allenfalls der Wille, das Spiel noch umzubiegen, noch erkennbar. Ein probates Mittel zeigte Erfurt nicht. "Wir haben die Partie vernünftig analysiert und Wege entwickelt, im letzten Drittel des Spielfeldes mehr Torgefahr zu erzeugen. Um auch einmal eine Druckphase erwirken zu können. Klar ist: Wir brauchen das Erfolgserlebnis. Meine Spieler sind willig, bei einigen muss nur noch die Handbremse gelöst werden", stellte Trainer Stefan Krämer auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel fest.

Brückner fehlt – Frankfurt "prominent verstärkt"

In Sachen Personal hat Krämer die gleiche (leicht eingeschränkte) Auswahl wie in der vergangenen Woche zur Verfügung. Daniel Brückner steht weiterhin nicht zur Verfügung. "Bei ihm verhindern Gliederschmerzen den Einsatz, außerdem hat er 14 Tage nicht trainiert. So etwas schüttelst du nicht so einfach aus den Kleidern“, begründete Krämer. Den FSV Frankfurt betrachtet der Übungsleiter als gestandene Mannschaft, die sich in der Winterpause noch einmal prominent verstärkt hat – unter anderem mit dem Ex-Erfurter Smail Morabit, der die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor erhöhen soll. Ein derartiger Kicker hätte RWE sicherlich auch gut zu Gesicht gestanden hätte…aber Transfers waren im Winter nun einmal nicht möglich. "Ich schließe nicht aus, dass Frankfurt sogar noch einmal oben angreifen will. Das ist in dieser ausgeglichenen Liga völlig legitim, daran zu denken“, so Krämer.

Zwei Seiten der Medaille

Nun lässt sich die Ausgangssituation für Rot-Weiß Erfurt nicht ändern. "Es ist vollkommen egal, gegen wen wir spielen. Wir brauchen Punkte!“, forderte der Fußballlehrer. "Unsere Situation ist schwer, da kommen wir nur geschlossen durch. Wir können unser Selbstvertrauen nicht an der Tankstelle kaufen, wir müssen es uns erarbeiten. Das wird nicht klappen, wenn wir uns selbst schlechtreden.“ Ein gewisser Druck ist vor dem Aufeinandertreffen mit den Hessen daher nicht zu verleugnen. Krämer erkannte zwei Seiten ein- und derselben Medaille: "Einerseits dürfen wir nicht auf die Tabelle schauen und mit der Einstellung in die Partie gehen, dass wir noch 18 Spieltage Zeit besitzen, andererseits müssen wir zu diesem Zeitpunkt auch noch kein absolutes Endspiel ausrufen“, erklärte der 49-Jährige. Nichtsdestotrotz ist in dieser Situation fast selbsterklärend: Ein Zähler wäre in einem Heimspiel für die Thüringer fast schon zu wenig.

   
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