"Er ist in der Lage, aus keinen Gelegenheiten Tore zu machen"

Am fünften Spieltag der dritten Liga trennten sich der SSV Jahn Regensburg und der F.C. Hansa Rostock vor 3.807 Zuschauern mit einem 4:4-Unentschieden. In einem Spiel mit einer furiosen zweiten Halbzeit konnte vor allem Hansa-Stürmer Marcel Ziemer mit vier erzielten Treffern glänzen. Seine Tore reichten allerdings nicht für den zweiten Auswärtssieg in der noch jungen Saison. Nach fünf Spieltagen belegen die Rostocker mit fünf Punkten den 14. Tabellenplatz, Regensburg konnte sich um einen Platz verbessern und rutschte auf Rang achtzehn der Tabelle.

Dritte Rostocker Chance bringt Führung

Im Vergleich zum Spiel gegen Wiesbaden veränderte Peter Vollmann seine Startelf auf zwei Positionen: für Max Christiansen begann Robin Krauße als Rechtsverteidiger und im Sturm vertraute er erstmals auf Marcel Ziemer, der bis dato nur zu Kurzeinsätzen kam. Die Gäste begannen druckvoll und nicht eingeschüchtert von zwei Niederlagen in Folge. Sowohl Dennis Srbeny als auch Denis Weidlich vergaben in der Anfangsphase zwei sehr gute Chancen (2., 11. Min.). Die offensive Spielweise sollte nach achtzehn Spielminuten belohnt werden: aus kurzer Distanz konnte Marcel Ziemer ohne Mühe einen Querpass zum 1:0 für die Gäste verwandeln. Bis zum Pausenpfiff kontrollierten die Rostocker weitestgehend das Spielgeschehen und die harmlosen Bemühungen der Gastgeber. Eine Standardsituation brachte die Kogge nach Wiederanpfiff um die Führung. Nach einem Eckball konnte der Regensburger Thomas Kurz im Rostocker Strafraum völlig unbedrängt aufsteigen und zum 1:1 einköpfen. Der Führungstreffer gelang den Gastgebern jedoch nicht, da sie beste Chancen nicht verwerten konnten. In der Folge gingen die Hanseaten – wenngleich sehr glücklich – durch einen Kopfball von Ziemer wieder in Führung. Wer dachte, die Gäste würden die 2:1-Führung nach Hause schaukeln, sah sich getäuscht. Sie agierten verunsichert und die Abwehr der Rostocker glich dem eines Schweizer Käses.

Furiose Schlussminuten retten Rostock einen Auswärtspunkt

 Innerhalb von sieben Minuten machten die Regensburger aus einem 1:2-Rückstand eine 3:2-Führung. Jahn-Kapitän Oliver Hein (66.) und Fabian Trettenbach (73.) konnten mühelos den Schlussmann der Hanseaten Jörg Hahnel bezwingen. Der SSV stürmte weiter und erhöhte in der 81. Minute durch Romas Dressler auf 4:2. Die Schlussminuten gehörten dann dem Rostocker Stürmer Marcel Ziemer. Eindrucksvoll konnte er seine Qualitäten als Stürmer unter Beweis stellen. Per Fallrückzieher in der 84. Minute und nach einem Eckball von Bickel zwei Minuten vor Abpfiff erzielte er Treffer drei und vier in der Partie und markierte zugleich den 4:4-Endstand. Nach dem Schlusspfiff zeigte er sich sichtlich zufrieden: „Vergangene Saison habe ich schon einmal drei Treffer in einem Spiel erzielt, aber vier sind mir noch nie gelungen. Ich bin froh, dass es so gekommen ist, denn ich weiß, was ich kann. Das hier gibt mir das nötige Selbstvertrauen. Dennoch ist es ärgerlich, dass wir zweimal in Führung lagen und nicht nachlegen konnten.“ Auch Chefcoach Peter Vollmann war vom Mann des Tages beeindruckt: „Er ist in der Lage, aus keinen Gelegenheiten Tore zu machen. Man konnte sehen, welche Qualität er hat. Den ersten Treffer hat er eiskalt verwandelt. Mit dem Fallrückzieher und dem Kopfball waren alle Torvarianten drin.“ Trotz der vier Ziemer-Tore lässt sich die gezeigte Leistung der Kogge kurz und knapp beschreiben: vorne hui, hinten pfui. Die Rostocker Defensive um Pelzer, Stuff, Weidlich und Ruprecht zeigte wieder einmal grobe Nachlässigkeiten, die sofort mit Gegentoren bestraft wurden. Diese gilt es am kommenden sechsten Spieltag abzustellen.

Erstes Duell gegen SG Sonnenhof Großaspach am Dienstag

Denn dann treffen die Hanseaten im zweiten Spiel der englischen Woche  um 19 Uhr in der heimischen DKB-Arena auf die SG Sonnenhof Großaspach. Die Aufsteiger aus der Regionalliga Südwest sind auswärts noch sieglos und liegen derzeit mit sechs Punkten auf Platz zwölf der Tabelle. Für beide Teams ist es das erste Aufeinandertreffen überhaupt. Für die Hanseaten, die seit Dezember 2013 nicht mehr im eigenen Stadion gewinnen konnten, ist es ein richtungsweisendes Spiel, bevor sie am kommenden Freitag bei der U23 des 1. FSV Mainz 05 antreten müssen. Trainer Peter Vollmann kann bei der Partie unter der Woche aus den Vollen schöpfen. Bis auf die Langzeitverletzten Tommy Gruppe und Shervin Radjabali-Fardi (beide Kreuzbandriss) stehen ihm alle Spieler zur Verfügung. Die Schwaben, bei denen nur Innenverteidiger Robin Binder verletzungsbedingt fehlen wird (Kreuzbandriss), reisen mit einem 0:0 gegen Dortmunds Reserve im Rücken an die Ostsee.

FOTO: regensburg1889.de

   

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