Cottbus hat Klassenerhalt trotz Pleite weiter in eigener Hand

Es ist nichts passiert. Das ist das Positivste, was die Fans des FC Energie Cottbus nach der 1:2 (1:0)-Niederlage gegen die Würzburger Kickers aus der Begegnung mitnehmen können. Schlussendlich hatte sich im Stadion der Freundschaft schlichtweg die höhere Qualität verdient durchgesetzt. Es blieb der fade Beigeschmack, dass der Siegtreffer der Gäste aus einer klaren Abseitsposition resultierte.

Eine fatale Fehlentscheidung

Es war die 68. Minute angebrochen, erst wenige Zeigerumdrehungen zuvor hatte der FWK nach einem Sturmlauf den hochverdienten 1:1-Ausgleich durch Torjäger Elia Soriano erzielen können. Dann aber legte Soriano auf, und zwar auf Royal-Dominique Fennell. Den Defensivspieler hatte keiner von Energie Cottbus so weit in der gegnerischen Hälfte erwartet – wohl auch nicht der Assistent von Schiedsrichter Patrick Ittrich aus Hamburg. Deutlich hatte sich Fennell im Abseits befunden, das hätte auch der Unparteiische selbst sehen können, wenn nicht sogar müssen. Die Sicht des Linienrichters auf das Geschehen war sogar vollkommen frei. Allen voran Coach Pele Wollitz war erzürnt ob dieser möglicherweise fatalen Fehlentscheidung, die Cottbus möglicherweise noch entscheidende Punkte kosten kann. Man musste Würzburg aber dennoch attestieren: Irgendwie hatte es sich diese Truppe spätestens in den zweiten 45 Minuten auch verdient, drei Punkte in der Lausitz einzufahren.

Kaum Torchancen gegen Würzburger Massivbeton

Zu Spielbeginn, da sah noch alles gut aus: Richard Sukuta-Pasu hatte seine Farben nach zwölf Minuten nach einer sehenswerten Ballverarbeitung in Führung gebracht. Aber was war danach los? Es mangelte wieder einmal am Erspielen von Tormöglichkeiten. Gegen die mit nur 24 Gegentoren zweitbeste Defensive der Liga mag das keine Schande sein, aber es reichte unter dem Strich nicht, um sich dem immer größer werdenden Druck der Gäste aus Bayern erwehren zu können. Selbst als Trainer Bernd Hollerbach und seine Kickers sich schließlich belohnt hatten und mit 2:1 in Führung lagen, hatten diese kaum etwas zu befürchten: Ein Schlussspurt von Energie Cottbus blieb aus, damit steckt die Wollitz-Elf weiter im Tabellenkeller fest. Wollitz selbst gratulierte dem Gegner zur Leistung und lobte: "Ihr habt euch den Relegationsplatz, wenn es denn so kommt, verdient“. Mit seinen eigenen Spielern ging er kritischer um.

Wollitz: "Habe eine andere Vorstellung, wie gespielt werden soll“

"Wir haben Würzburg das Spiel nach der Führung übergeben“, analysierte der Übungsleiter der Cottbusser nach Spielende, "da habe ich speziell von den Heimspielen eine ganz andere Vorstellung, wie gespielt werden soll.“ Gleichwohl sei es schwer, innerhalb kurzer Zeit seiner Mannschaft diese Spielweise zu vermitteln. "Wir müssen häufiger die Bälle in der gefährlichen Zone halten“, konstatierte Wollitz weiter und nahm dabei auch sich selbst nicht in Schutz: "Wir hätten Spieler wie Benatelli oder Fennell zustellen sollen, damit mehr Gegendruck erzeugen müssen“, erläuterte der Trainer. Ärgerlich sei die Fehlentscheidung vor dem 1:2 gewesen, "obgleich doch der Assistent die beste Position hatte!“, zeigte sich Wollitz verwundert. Rückgängig gemacht werden kann diese Entscheidung genauso wenig wie die Niederlage, aber aufgrund der Niederlagen von Bremen sowie Wehen Wiesbaden steht Cottbus weiterhin über dem Strich. Zwei Siege gegen Erfurt und den FSV Mainz 05 II – gegen die man übrigens beide in der Hinrunde gewinnen konnte – und Energie spielt in jedem Fall auch im Jahr 2015/2016 in der 3. Liga.

 

   
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