Dynamo-Krise: Kutschke stellt Charakterfrage, Müller bleibt im Tor

Nur ein Sieg aus den vergangenen sechs Spielen und zuletzt zwei Niederlagen in Folge: Dynamo Dresden steckt in der Krise – und liegt schon acht Punkte hinter einem direkten Aufstiegsplatz. Stefan Kutschke stellt daher die Charakterfrage und nimmt seine Mitspieler in die Pflicht. Derweil bleibt Sven Müller bis zum Ende des Jahres im Tor.

"Jeder muss sich hinterfragen"

"Da gibt es für mich gar nichts zu diskutieren." Mit diesen klaren Worten hatte Sportchef Ralf Becker am Samstag unmittelbar nach der Niederlage in Mannheim sein Vertrauen in Trainer Markus Anfang bekundet. "Wir haben eine 100-prozentige Überzeugung vom Trainer." Und auch Stefan Kutschke springt dem 48-Jährigen nun zur Seite: "In so einer Phase ist der Trainer doch immer die ärmste Sau. Es ist die Verantwortung von jedem Spieler. Wir haben einen Plan, der eigentlich nicht schwer ist", macht der 33-Jährige bei "Tag24" deutlich.

Kutschke stellt die Charakterfrage: "Wollen oder können wir das nicht? Jeder muss sich hinterfragen, ob das, was wir zeigen, tatsächlich unser Anspruch ist." Zudem müsse sich jeder fragen, "ob es für ihn Druck ist, für Dynamo zu spielen, oder ob es eine Wohltat ist, bei so einem Verein sein zu dürfen. Ich höre immer 'geile Stadt, geile Fans, geiler Verein und geiles Stadion', aber es muss auch jedem bewusst sein, dass die Stimmung in Dresden schnell kippt". Das zeigte sich auch am Samstag, als die Fans die Spieler am Zaun zur Rede stellten. Kutschke fordert vor allem Einsatz und Willen ein. "Wenn der zu sehen war, wurden bei Dynamo bisher auch immer Fehler toleriert. Wir müssen doch an unseren Plan und an das, was wir ausgearbeitet haben, glauben."

Wenn das gelinge, "dann werden wir dafür auch belohnt", zeigt sich Kapitän Tim Knipping im "MDR"-Interview überzeugt. Derzeit bekomme Dynamo zwar "nur auf die Fresse" und müsse viele Nackenschläge hinnehmen, "aber aus Niederlagen muss man lernen. Wir können es nur besser machen". Viel Zeit dafür bleibt in diesem Jahr allerdings nicht mehr, nur drei Spiele stehen noch an. Am Samstag gastiert Freiburg II im Rudolf-Harbig-Stadion, dann geht es am Dienstag nach Wiesbaden, ehe der FSV Zwickau nach Dresden kommt. Mindestens sechs bis sieben Punkte aus diesen Partien sind Pflicht, um den Anschluss nach oben nicht schon vor der Winterpause zu verlieren.

Müller bis zur Winterpause im Tor

Dass möglichst die Null steht, wird bis zum Ende des Jahres auch weiterhin die Aufgabe von Sven Müller sein, der in Mannheim überraschend anstelle von Stefan Drljaca im Tor stand. "Wir hatten das Gefühl, einen Impuls setzen und anderen Torwarttyp reinstellen zu müssen", sagte Anfang nach der Partie und bestätigte, dass der 26-Jährige auch in den kommenden Partien zwischen den Pfosten stehen wird: "Das war schon vor dem Spiel so besprochen worden."

Müller selbst hatte am Vortag von seiner Nominierung für die Startelf erfahren, wie er in der "Bild" sagt: "Man ist immer überrascht, wenn man vorher die Nummer zwei war. Ich will mit meiner Erfahrung helfen, bin in einem guten Alter und kann Ruhe reinbringen." Beim Waldhof musste er zwar zweimal hinter sich greifen, doch Anfang nahm ihn in Schutz: "Sven hat von hinten heraus ordentlich gespielt, war bei den Gegentoren machtlos." Gegen Freiburg soll es gar nicht erst so weit kommen – damit die Krise ein schnelles Ende findet.

   
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