Dynamo: Bayern-Spiel soll über 2 Millionen Euro einbringen

Die Tabellenführung mit einem 3:1-Sieg erobert, am Wochenende durch gelungene Konkurrenzergebnisse den Rang verteidigt und nun folgt auch noch ein Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern München: Es gibt momentan wahrlich schlechtere Dinge, als sich einen Fan der SG Dynamo Dresden nennen zu dürfen.

Restlos ausverkauft wird das Stadion Dresden sein, wenn sich an diesem Abend um 18 Uhr die Schwarz-Gelben und die Rot-Weißen des FC Bayern München begegnen (live in der ARD). Ungewöhnlich ist sicherlich der Termin mitten zwischen zwei Spieltagen. Doch da sowohl die SGD als auch der FCB bereits am Donnerstag respektive Freitag zu ihren Pflichtspielen antraten, kann am heutigen Montag ein Testspiel stattfindet, das seinesgleichen sucht: Nie zuvor wurden aus einem Pflicht- oder Freundschaftsspiel der SG Dynamo Dresden derart hohe Einnahmen (über zwei Millionen Euro Gewinn) generiert. Doch wie kommt dies zustande?

Eintritt, Fanartikel, Bier – alles für die Entschuldung

Dass der FC Bayern bei seinem Gastspiel in Sachsen auf die komplette Antrittsgage verzichtet, ist hinreichend bekannt. Doch damit nicht genug: Die Eintrittspreise wurden für dieses Spiel drastisch erhöht, was fast alle Fans klaglos akzeptieren. Schließlich geht es um die Entschuldung ihrer SG Dynamo, die seit mittlerweile über 15 Jahren bei Michael Kölmel in der Kreide steht: Nach Informationen der "Bild-Zeitung" sollen sich die Restschulden auf knapp sechs Miollionen Euro belaufen – allein ein Drittel dieser Summe soll Plänen zufolge durch das Spiel gegen die Münchener generiert werden. Denn neben den klassischen Tageseinnahmen verzichtet auch der Stadionbetreiber auf die übliche Stadionmiete, noch dazu lässt die Brauerei Feldschlößchen den Erlös des verkauften Bieres komplett an den Verein fließen. Zu guter Letzt wird auch der Erlös aus dem Fanartikel-Verkauf zu 100 Prozent in den Schuldenabbau fließen.

Sportlich ist die Aussagekraft der ungleichen Partie natürlich mehr als begrenzt. Bayern-Coach Pep Guardiola wird die 90 Minuten nutzen, um neue Taktiken und Spielsysteme für die jüngst begonnene Bundesliga-Saison zu testen. Derweil wird sich Dynamo Dresden um Trainer Uwe Neuhaus vor ausverkauftem Haus darauf konzentrieren, erhobenen Hauptes aus der Partie zu gehen und eine zu erwartende Niederlage in akzeptabler Höhe zu halten. Denn am heutigen Abend soll im Stadion Dresden nicht die sportliche Rivalität im Vordergrund stehen, sondern einzig und allein die Entschuldung der SG Dynamo Dresden. Dass der FC Bayern seinem Ruf als „Retter-Verein“ wieder einmal alle Ehre macht und freiwillig auf sämtliche möglichen Einnahmen verzichtet, ist in diesem Zusammenhang nicht oft genug lobend zu erwähnen. Ganz Dresden wird diese Geste wohl noch lange zu schätzen wissen.

   
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