BVB II kurzzeitig mit 12 Spielern – Duisburg erwägt Einspruch

Update: 14.34 Uhr:  MSV Duisburg legt keinen Einspruch gegen Dortmund-Spiel ein

 

21.243 Zuschauer sorgten am gestrigen Abend bei der Partie zwischen dem MSV Duisburg und Borussia Dortmund II für einen neuen Zuschauer-Saisonrekord. Unter den über 21.000 Fans waren auch 2.000 Dortmunder, die den kurzen Weg aus Westfalen nach Duisburg auf sich genommen hatten. Schon etliche Minuten vor dem Spiel sorgten beide Fanlager für eine bundesligareife Stimmung in der 3. Liga. Beim BVB stand der viel zitierte 12. Mann gestern allerdings nicht nur auf der Tribüne, sondern auch für einige Sekunden auf dem Spielfeld. Was war passiert? Es lief die 75. Spielminute, als sich Abwehrspieler Jannik Bandowski verletzte und draußen behandelt werden musste. Einige Sekunden später muss auch Rechtsverteidiger Marc Hornschuh außerhalb des Feldes behandelt werden.

Linienrichter interpretiert ein Zeichen falsch

Kurz danach gab Schiedsrichter Marcel Unger Hornschuh das Zeichen, dass er zurück auf den Platz gehen könne. Zeitgleich interpretierte aber auch der Linienrichter, in dessen Nähe Bandowski stand, das Zeichen des Schiedsrichters als Hereinwinken und lässt auch Bandowski wieder auf das Feld – Unger nimmt hiervon jedoch keine Notiz. Die Dortmunder waren nun wieder mit elf Mann auf dem Platz. Zum folgenschweren Fehler kommt es allerdings kurze Zeit später, als der BVB Koray Günter für Bandowski einwechseln wollte. Der Schiedsrichter lässt den Abwehrspieler auf das Spielfeld, bemerkt aber nicht, dass Bandowski ebenfalls noch auf dem Platz war. Durch die Tatsache, dass der Linienrichter das Hereinwinken von Hornschuh falsch interpretiert hat, befanden sich für etwa zwölf Sekunden zwölf Dortmunder auf dem Platz. Bandowski verlässt dann aber den Platz, ohne ins Spiel einzugreifen.

Muss die Partie wiederholt werden?

Die Duisburger prüfen nun, ob sie Einspruch gegen die Spielwertung einlegen können. "Wir werden uns kundig machen, was das Regelwerk dazu sagt", bestätigte MSV-Coach Karsten Baumann, der sich sehr erbost zeigte: "Das war ein Novum für mich, dass der Gegner auf einmal mit zwölf Mann spielt. Das habe ich auch noch nie erlebt, dass zwar eingewechselt, aber nicht richtig ausgewechselt wird. Den Dortmundern mache ich hierbei noch den geringsten Vorwurf." Es bleibt abzuwarten, wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den Fall behandeln wird, da es zu der Partie keine offiziellen TV-Bilder gibt. Der MSV hat jedoch offenbar eigene Bilder der Partie angefertigt. Einen Präzedenzfall zu diesem Vorfall gibt es in Deutschland bisher nicht. Unklar ist daher, ob die Partie wiederholt werden muss. Für eine Wiederholung spricht die Tatsache, dass gegen die Einwechsel-Statuten des DFB verstoßen worden ist. Dagegen spricht, dass der Fehler ausschließlich beim Schiedsrichtergespann zu suchen ist.

FOTO: Jan Kusenberg

 

 

   

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