Drittligisten kritisieren DFB und warnen vor "fatalen Folgen"

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© Flohre

Knapp eine Woche bevor der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf einem außerordentlichen Bundestag über eine Reform des Aufstiegsmodus zur 3. Liga abstimmt, haben sich die 20 Drittliga-Vereine in einem gemeinsamen Statement an den DFB gewandt und die aktuellen Pläne kritisiert.

 "Dies entbehrt jeglicher sportlichen Fairness"

Wer die Diskussionen um die angedachte Reform der Aufstiegsregelung zur 3. Liga in den vergangenen Tagen verfolgt hat, der weiß: Derzeit deutet vieles darauf hin, dass es bei fünf Regionalligen bleiben wird und sich die Anzahl der Aufsteiger auf vier erhöhen wird. Aus Sicht der Drittligisten bleibe das Urproblem damit jedoch weiter bestehen, denn nach wie vor würden nicht alle Meister direkt aufsteigen. "Dies entbehrt jeglicher sportlichen Fairness in der Wertschätzung der erbrachten Leistungen der Meisterteams und Vereine über eine gesamte Saison hinweg", kritisieren die 20 Vereine und warnen vor "fatalen Folgen", die eine Vier-aus-Fünf-Lösung mit sich bringen würde: "Gerade Absteigern aus der 3. Liga droht durch die teilweise fehlende Möglichkeit des direkten Wiederaufstiegs in dieser Zweiklassengesellschaft der Regionalligen finanziell der Kollaps." Zudem sehen sich die Drittligisten "ohne Berücksichtigung ihrer Interessen" mit einem vierten Absteiger konfrontiert.

Eine "absolute Enttäuschung"

Bereits Ende September hatten die Drittliga-Vereinen einen Forderungskatalog beim DFB hinterlegt und sich darin gegen die Erhöhung der Absteiger aus der 3. Liga ausgesprochen. Bis zum heutigen Tage habe sich der Verband hierzu jedoch nicht geäußert, was einer "absoluten Enttäuschung" gleichkomme, heißt es in dem Statement. Nur wenn die Anzahl der Staffeln von fünf auf vier reduziert werden würde, sodass alle Meister direkt aufsteigen, könnten sich die Drittligisten mit vier Drittliga-Absteigern anfreunden, hieß es seinerzeit. Eine solche Lösung deutet sich momentan jedoch nicht an, da niemand "seine" Regionalliga aufgeben möchte.

Ohnehin ist die Frage, wie die möglichen vier Aufsteiger der fünf Regionalligen ab der Saison 2018/19 ermittelt werden sollen, vollkommen offen. Während der NOFV ein Rotationsprinzip auf Los-Basis vorgeschlagen hat, plädierte DFB-Präsident Reinhard Grindel zuletzt dafür, dass die West- und Südwest-Staffel aufgrund der Vielzahl der Mannschaften in diesen Verbänden jeweils einen festen Aufstiegsplatz bekommen. Ein Dorn im Auge vieler Vereine und Fans.

Drittligisten fordern Einsetzung einer Expertenkommission

Unterdessen kritisieren die Drittligisten, dass die 3. Liga keinen Sitz und keine Stimme beim DFB habe. "Es scheint, als habe der Verband auch bei der aktuellen Thematik die Belange der Liga aus den Augen verloren. Die jetzt praktizierte Vorgehensweise widerspricht in unseren Augen deutlich der von DFB-Präsident Reinhard Grindel immer wieder propagierten Vertrauenskultur", heißt es. Die 20 Vereine appellieren daher "ausdrücklich an die Vernunft und den Verstand der Delegierten des DFB-Bundestages am 08. Dezember" und fordern: "Es braucht im Sinne aller die Einsetzung einer Expertenkommission, die eine nachhaltige, sportlich und finanziell faire Lösung der Strukturprobleme der Ligen unterhalb der drei bundesweiten Ligen erarbeitet." Dies müsse unter Einbeziehung der 3. Liga erfolgen. Inwiefern eine solche Expertenkommission aber noch vor dem 8. Dezember zu einer Lösung kommen könnte, scheint fraglich. Und somit scheint auch eine Vertagung der Abstimmung nicht mehr ausgeschlossen.

   
  • chris

    " Zudem sehen sich die Drittligisten "ohne Berücksichtigung ihrer Interessen" mit einem vierten Absteiger konfrontiert."

    Genau da sollten die Drittligisten ansetzen!
    Einem 4. Absteiger zustimmen aber trotzdem kann dieser dann weiterhin nicht sicher sein, direkt wieder aufsteigen zu können.

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