Dritter Abstieg seit 2009? Osnabrück droht Drittliga-Rückkehr

Vor zwei Jahren stieg der VfL Osnabrück in die 2. Bundesliga auf. Nun droht den Niedersachsen als Vorletzter der Abstieg in die 3. Liga – es wäre der dritte seit 2009. Nach einem starken Saisonstart brach das Team völlig ein und ist mittlerweile mit Abstand das formschwächste der Liga. Am kommenden Spieltag steht nun das richtungsweisende Duell mit dem Letzten Würzburger Kickers an.

Nur ein Sieg aus 17 Partien

Am 20. April 2019 war es amtlich: Der VfL Osnabrück steigt nach einem 2:0-Heimerfolg gegen den VfR Aalen vier Spieltage vor dem Saisonende auf. Es ist die Rückkehr in das Bundesliga-Unterhaus nach acht Jahren Abstinenz. Nun, fast auf den Tag genau zwei Jahre später, könnte die Gefühlswelt kaum entgegengesetzter sein. Nach einem 1:3 zu Hause gegen Holstein Kiel – es war die 13. Heimpleite in Folge – liegen die Niedersachsen drei Punkte hinter dem Abstiegs-Relegationsplatz auf dem vorletzten Rang. In den vergangenen 17 Spielen gab es lediglich einen Sieg, dafür 14 Niederlagen. Keine Mannschaft war in diesem Zeitraum auch nur annähernd so schwach. Zum Vergleich: Selbst der Tabellenletzte, die Würzburger Kickers, konnten 16 Punkte verbuchen – der VfL nur magere fünf.

Die Bilanz spricht eindeutig gegen das Team von der Bremer Brücke. In der aktuellen Verfassung ist der Abstieg nach zwei Jahren in der 2. Bundesliga nicht mehr zu verhindern. Dabei war die Mannschaft unter Trainer Marco Grote, der erst vor der Saison übernommen hatte, gut gestartet. Nach elf Spieltagen standen die Lila-Weißen als Fünfter nur einen Punkt hinter dem Aufstiegs-Relegationsplatz. Manch einer träumte vielleicht schon vom Gang in die Erstklassigkeit. Doch dann begann der unerklärliche tiefe Fall. Auch der Wechsel auf der Trainerbank von Grote hinzu Ex-Spieler Markus Feldhoff brachte nicht den erwünschten Effekt. Unter der Leitung des 46-Jährigen wurden auch nur fünf Punkte aus acht Begegnungen geholt.

Neuer Mut am kommenden Spieltag?

Neben der vermeintlich fehlenden Qualität kommt auch ein zuletzt straffer Spielplan erschwerend hinzu: Fünf Spiele standen in den vergangenen 14 Tagen an. "Mit der Reaktion des Teams nach der Pause bin ich sehr zufrieden, dafür dass es das fünfte Spiel in 14 Tagen für uns war. Insgesamt muss man sagen, dass man die Müdigkeit bei uns gespürt hat mit Blick darauf, dass wir vor 65 Stunden erst das letzte Spiel hatten. Die gilt es dann in solch einer Situation, zu überwinden, das ist uns nicht gelungen", sagte Feldhoff nach der Pleite gegen Kiel. Das Hauptproblem lag – wie so oft – in einem schwachen Auftritt vor der Pause. "Wenn man die drei Gegentore anschaut, sieht man: Wir haben die Kieler förmlich eingeladen", äußerte sich Mittelfeldspieler und Torschütze Sebastian Kerk gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Drei Spiele bleiben dem Team nur noch, um den direkten Abstieg zu vermeiden. In der kommenden Partie am 8. Mai beim Letzten aus Würzburg muss ein Sieg her. Schwächelt der Tabellensechzehnte Eintracht Braunschweig parallel bei Fortuna Düsseldorf könnte noch einmal neuer Mut aufkommen. Das Restprogramm mit unbeschwert aufspielenden Erzgebirglern aus Aue und dem Hamburger SV, der noch um den Aufstieg spielt, hat es allerdings in sich.

Übrigens: Schon zwei Mal musste der VfL als Zweitligist in die Abstiegs-Relegation gegen den Drittplatzierten der 3. Liga. In der Saison 2008/09 standen Duelle gegen den SC Paderborn an. Beide Partien gewannen die Ostwestfalen jeweils mit 1:0. Zwei Jahre später unterlagen die Osnabrücker nach einem 1:1 im Hinspiel Dynamo Dresden zu Hause mit 1:3 nach Verlängerung. Die Erinnerungen an die Relegation sind also nicht die besten. Nach dem ersten Abstieg 2009 ging es 2010 direkt wieder nach oben, ehe 2011 die sofortige Rückkehr in die 3. Liga zu Buche stand. Danach dauerte es neun Jahre bis zum nächsten Aufstieg in die 2. Liga.

   
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