Dresden setzt auf die Jugend: Fluß überzeugt bei Profidebüt

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Am Samstag spielte die SG Dynamo Dresden vor heimischem Publikum gegen Fortuna Köln und kam nicht über ein 0:0-Unentschieden hinaus. Während das Spiel keinen der Zuschauer sichtlich von den Sitzen riss, präsentiere SGD-Trainer Stefan Böger mit Robin Fluß kurz Anpfiff der Partie eine Überraschung. Die Dynamo-Fans staunten nicht schlecht, als der Stadionsprecher die Aufstellungen bekannt gab. Wer ist dieser Robin Fluß? Der 18-Jährige spielt sonst in der A-Jugend der Dresdner und fühlt sich im defensiven Mittelfeld am wohlsten. Viel mehr kann man über den Jungen, der in Freital aufgewachsen ist, nicht in Erfahrung bringen, zumal Böger seinem Schützling nach dem Spiel gegen Köln einen "Maulkorb" verpasste. Am Samstagmorgen erfuhr Fluß von seiner Nominierung für die Startelf und hinterließ dann im Spiel gegen die Fortunen einen sehr guten Eindruck. Robin Fluß bringt alles mit – lauf- und zweikampfstark, selbstbewusst, technisch versiert und zudem einen guten Schuss. Trainer Böger wollte unterdessen aus dem Profidebüt von Fluß keine große Geschichte machen und verhängte daher das Redeverbot für den 18-Jährigen.

Verein will verstärkt auf die Jugend setzen

Dynamo-Kapitän Michael Hefele sprach gegenüber der "Sächsischen Zeitung" (SZ) von einem „fast perfekten Debüt.“ Das wäre es wohl geworden, wenn Fluß in der 73. Spielminute statt knapp neben das Tor, in das Tor der Kölner gezielt hätte. Auch Mathias Fetsch lobte den Debütanten, der erst eine Woche mit der Böger-Mannschaft trainierte. Die kurzfristige Entwicklung von Robin Fluß wird auch Dynamos Sportdirektor Ralf Minge mit wohlwollen verfolgen. Erst im Sommer betonte Minge, die „Durchlassrate“ aus dem eigenen Nachwuchs zu den Profis zu erhöhen. Geht das danach, ist Fluß erst der Anfang. Sein Einsatz soll keine Eintagsfliege sein. Derzeit kommen die Ausfälle von Quirin Moll, Marco Hartmann und Cristian Fiel dem Nachwuchsspieler entgegen. Dieser wird nun seiner A-Jugend im Abstiegskampf der Bundesliga fehlen. Ralf Minge stellte aber gegen über der SZ klar: "Die Drittliga-Mannschaft hat immer Priorität – und genügend Platz für Talente aus den eigenen Reihen.“ Es ist ein Anfang, lässt aber ältere Dynamo-Fans von längst vergangenen Zeiten träumen und vielleicht auch wieder von einer strahlenden Zukunft, in der man in Dresden auf den eigenen Nachwuchs baut und mit diesem erfolgreich ist. Dem Verein wäre es zu wünschen.

FOTO: Jens Liebsch

 

   

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