Dreckig, dreckiger, FCM: Spielte da ein Aufstiegskandidat?

Nach dem 1:0-Erfolg über den SC Preußen Münster ist unsere Überschrift bewusst etwas provokanter formuliert. Klar: Der FCM holte eminent wichtige drei Punkte gegen den Abstiegskandidaten Preußen Münster, weil Richard Weil nach 67 Minuten einen Elfmeter zum Tor des Tages verwertete. Aber hätte Magdeburg auch aus dem Spiel heraus einen Treffer erzielt? Das "Wie" darf zumindest kurz diskutiert werden.

Tageskasse bringt Zuschauerschwung

Keine Frage: Die Freude überwog an der Elbe nach einem gelungenen Freitagabend – und zwar auf allen Ebenen. So hatte der Verein etwa im Vorfeld mit etwa 16.000 Zuschauern kalkuliert, tatsächlich aber strömten sogar fast 18.000 Besucher in die MDCC-Arena. Das sorgte schon Stunden vor Anpfiff für lange Staus in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt, doch dies nahmen die wahren Magdeburger Anhänger gerne hin. Auf dem Rasen sollten die Blauen hingegen stürmisch starten und keinen enttäuschen, der es irgendwie pünktlich ins Stadion geschafft hatte: Münster wurde in den ersten 25 Minuten über weite Strecken in die eigene Spielhälfte gedrängt – der FCM drückte auf die Führung, blieb aber vor dem Tor oft zu einfallslos. Die klaren Chancen ließen sich an wenigen Fingern abzählen, Tarek Chahed und Florian Kath besaßen noch die besten Gelegenheiten. Auf der Gegenseite produzierten die Preußen genau eine gefährliche Situation, aber Lennart Stoll und Lion Schweers brachten den Ball nicht im Tor unter.

Münster schenkt Magdeburg den Elfmeter

Spätestens nach der Pause bestätigte sich jedoch ein Eindruck, der sich schon zum Ende des ersten Durchgangs hin zunehmend gefestigt hatte: Magdeburg hielt den Zugzwang nicht in der Form aufrecht, in der es sich vielleicht auch Trainer Jens Härtel gewünscht hatte. Nach dem Seitenwechsel fuhr der Abstiegskandidat mehr und mehr Konter, spielte jedoch nicht einen einzigen gefährlich aus -Gefahr bestand für Leopold Zingerle und Block U hinter ihm nie. Nach einem Siegtreffer für den FCM schaute es hingegen für den 1. FC Magdeburg Mitte der zweiten Halbzeit ebenso wenig aus, ehe Stéphane Tritz Chahed durch ein unglückliches Ausrutschen umsenste – dieses Geschenk nahmen die Gastgeber natürlich gerne an. Wintertransfer Richard Weil schnappte sich die Verantwortung. "Das Ding sollte einfach nur rein“, strahlte dieser nach Abpfiff. Eine schlechte Entscheidung war es sicherlich nicht, dass Weil den Vorzug vor Nico Hammann erhalten hatte.

Härtel: "Ganz viele Lösungen hatten wir nicht"

Härtel selbst, der seinen Vertrag mit dem FCM noch immer nicht verlängert hat, wollte nach dem Spiel zunächst auch die positiven Seiten hervorheben. "Wir haben nur ziemlich wenig zugelassen, in der ersten Spielhälfte sogar überhaupt nichts“, stellte der Übungsleiter heraus. Gerne hätte er aber noch ein weitere Offensivaktionen gesehen. "Ganz viele Lösungen hatten wir nicht…", musste er etwa einräumen. Am Freitagabend genügte diese unter dem Strich durchschnittliche Leistung gegen einen schwachen Gegner zum Erfolg, der Magdeburg ein Stück näher an die 2. Bundesliga bringt. Ob dort aber tatsächlich auch spielerisch bereits ein Aufstiegskandidat auf dem Rasen stand, muss noch mit einem Fragezeichen versehen werden. Kümmern würde das nach 38 Spieltagen freilich niemanden – aber auch an der Elbe steigen mit den Leistungen nun einmal auch die Erwartungen.

   

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