Doppelter Derbysieg! Osnabrück jubelt über perfekten Auftakt

Was für ein Start ins Fußballjahr 2017! Der VfL Osnabrück hat seine Vormachtstellung zwischen Hase und Ems eindrucksvoll untermauert und Preußen Münster mit 3:0 (1:0) aus dem eigenen Stadion geschossen. Mit Leidenschaft und einem Quäntchen Glück brachte sich die Truppe von Joe Enochs auf die Siegerstraße und sollte diese anschließend nicht mehr verlassen.

Osnabrück zunächst nervös

Das war Balsam auf die Seelen der zahlreich erschienenen VfL-Anhänger: Seit September 2011 hatte der VfL Osnabrück an der heimischen Bremer Brücke – die zum Derby auch offiziell ihren ursprünglichen Namen tragen darf – kein Duell gegen den SCP mehr gewinnen kommen. Und auch am Samstagnachmittag deutete in der ersten halben Stunde nicht viel darauf hin: Die Enochs-Elf präsentierte sich ungewohnt hektisch und nervös, streute schon im Spielaufbau zahlreiche Fehler. Der SC Preußen nervte die Lila-Weißen mit frühem Anlaufen, zwang selbst Torhüter Gersbeck immer wieder zu Querschlägern. Aber: Der abstiegsbedrohte Rivale erzeugte zu selten Torgefahr – und durfte in der Folge aus bester Perspektive anschauen, wie Effektivität aussieht: Nach einem Fehler der Gäste bediente Marc Heider Neuzugang Kemal Rüzgar, der noch an Torhüter Max Schulze Niehues scheiterte. Den Abpraller verwertete aber Kwasi Wriedt zur 1:0-Führung (36.), die sich zu dem Zeitpunkt gewiss nicht angekündigt hatte.

Die Party beginnt

Nicht nur von der Atmosphäre, auch vom Spielverlauf her glich plötzlich vieles dem Erfolg über die Sportfreunde Lotte aus dem November. Denn mit dem Führungstreffer gewann der VfL allmählich an Souveränität, brachte den Vorsprung sicher in die Pause – und legte in den zweiten 45 Minuten nach: Wriedt setzte sich entschlossen gegen Sebastian Mai durch, legte auf Rüzgar quer. Dieser verwertete aus kurzer Distanz im zweiten Versuch (57.). Die Party konnte beginnen! Aber DJ Wriedt hatte noch einen Hit in petto: Eine lange Hereingabe von Nazim Sangaré nahm der 22-Jährige einfach direkt – und auch dieser Schuss passte (63.), ein herrliches Tor. Im Anschluss schaltete der VfL einen Gang zurück, vergab dennoch aussichtsreiche Konterchancen. Auf der Gegenseite hätte einzig Tobias Warschewski noch Ergebniskosmetik betreiben können (70.). Am deutlichen Spielstand änderte sich nichts mehr – umso lautstarker bejubelten die Anhänger ihre Helden nach Abpfiff. Endlich wieder ein Derby-Heimsieg!

Enochs: "Zu Beginn nicht das bessere Team"

Trainer Joe Enochs nahm den Sieg wie üblich nicht ganz so emotional war und beschränkte sich nach Abpfiff auf das, was er in den 90 Minuten auf dem Feld wahrgenommen hatte. Dabei wählte er ehrliche Worte und stellte unter anderem fest: „In der ersten Halbzeit war meine Mannschaft sicherlich nicht das bessere Team.“ Doch der VfL Osnabrück kämpfte sich hinein, drehte spätestens in der zweiten Spielhälfte jeden Grashalm um und kaufte Preußen Münster auf diese Art und Weise den Schneid ab. So siegt ein Aufstiegskandidat – oder nicht?

Wriedt und Rüzgar harmonieren

"Wir waren bis in die Haarspitzen motiviert, wollten unbedingt drei Punkte holen. Dass es auf diese Art und Weise, mit dieser Stimmung im Rücken funktioniert, ist unglaublich", brachte Wriedt nach Abpfiff voller Freude hervor. Er hatte sich den Titel "Man of the match" redlich verdient. Seine eigene Leistung wollte der bescheidene Stürmer gar nicht in den Vordergrund rücken. "Das Zusammenspiel mit Kemal funktioniert bereits richtig gut, jeder gibt für den anderen Gas. Ich freue mich auf die nächsten Spiele mit ihm“, so Wriedt, der mit dem VfL nun zum absoluten Spitzenspiel beim MSV Duisburg fahren wird. Kaum auszumalen, wohin die Blicke bei einem Erfolg am Niederrhein gerichtet werden könnten…Trainer Joe Enochs bleibt jedoch noch auf dem Boden. "Wir dürfen den Sieg nicht überbewerten, wollen das Gefühl aber mitnehmen“, so der US-Amerikaner, der aber eins nicht verbergen konnte: "Auf Dauer sollte es, wenn alles gut läuft, unser Ziel sein, oben mitspielen zu können.“

   

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