Dieses Erlebnis wird den VfL Osnabrück zusätzlich pushen

Was für ein Spiel, was für ein Sieg! Der VfL Osnabrück hat Hansa Rostock im eigenen Stadion mit 2:1 geschlagen. Das klingt zwar knapp, aber doch eher unspektakulär – bis man einen Blick auf die Spielstatistik wirft. Spät hatte der VfL die Punkte eigentlich schon hergegeben, dann kam Michael Hohnstedt und stürzte die Bremer Brücke in einen riesigen Freudentaumel.

Frühere Entscheidung wäre möglich gewesen

Es sind die diese Momente, die den wöchentlichen Gang ins Stadion rechtfertigen, wenn sie meist auch nur einmal im Jahr auftreten und damit etwas ganz Besonderes bleiben. Es sind diese Momente, die ein Team im Aufstiegskampf gebrauchen kann, um sich in puncto Moral und Stimmung einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen zu können. Das Spiel selbst ist schnell zusammengefasst: Die Elf von Trainer Joe Enochs hatte die größeren Chancen, während der Gast aus Rostock eigentlich keine schlechte Partie abgeliefert hatte, nach vorne jedoch viel zu harmlos blieb. Besser machten es die Niedersachsen nach einer knappen halben Stunde: Anthony Syhre stand nach einem Eckball goldrichtig und grätschte das Leder per Abstauber über die Linie (31.). Und die Hausherren besaßen nach dem Seitenwechsel weitere dicke Gelegenheiten, die aber Syhre (57.) und Jules Reimerink, der nur den Pfosten traf (80.), nicht zu nutzen wussten.

Wechselbad der Gefühle mit Happy End

Dann aber startete die finale Phase eines Spiels, dass sich durch diese Minuten einen Platz in den Jahresrückblicken gesichert haben dürfte. Zunächst verlängerte Osnabrücks Verteidiger Tobias Willers eine Hereingabe unglücklich auf den Kopf von Dennis Erdmann, der platziert ins lange Eck zielte (89.) – zwei Punkte schienen in letzter Sekunde verloren. Nicht aber mit dem VfL Osnabrück und seinem "Kampfschwein" Michael Hohnstedt, der sich in der Nachspielzeit in den Strafraum geschlichen hatte und eine Flanke von Ahmet Arslan gegen die Laufrichtung des Keepers im rechten Toreck unterbrachte. "Ich stand da, wo ein Stürmer stehen muss“, grinste Hohnstedt kurz nach Abpfiff beim NDR in die Kamera. Auch er wusste, was dieser Sieg in der Mannschaft freigesetzt haben könnte…

Hohnstedt: "Eine Mannschaft des Willens"

Denn es war mehr als nur der dritte Erfolg in Serie. Es war die endgültige Bestätigung, dass der VfL Osnabrück noch einmal oben mitspielen möchte – und die Konkurrenz um Magdeburg und Holstein Kiel, die aktuell ebenfalls das Tempo anzieht, nicht einfach so davonziehen lassen möchte. "Wir sind eine Mannschaft der Leidenschaft und des Willens, das ist unser Spiel und das haben wir heute erneut gezeigt“, beschrieb Hohnstedt nach Spielende jene Tugenden, die Lila-Weiß in dieser Saisonphase einen entscheidenden Vorteil bescheren könnten. Jules Reimerink ergänzte: "Wir hätten das Spiel früher entscheiden musste. Aber wir machen es immer bis zum Ende gefährlich, auch wenn Rostock heute keine Punkte verdient gehabt hätte. Dass ausgerechnet Michael Hohnstedt das Tor macht, gönne ich ihm ganz besonders." Gefeiert darf dennoch nur wenige Stunden, schon am Mittwoch geht es weiter: Auswärts in Großaspach soll der nächste Schritt getan werden – die Stolpergefahr bleibt jedoch gegeben, noch muss Osnabrück auf dem Boden der Tatsachen verbleiben.

   
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