Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Fan-Rückkehr

Am Dienstag haben sich die Chefs der Staats- und Senatskanzleien auf eine bundesweit einheitliche Regelung zur Zulassung von Zuschauern bei Großveranstaltungen geeinigt. Damit dürfen zum Saisonstart wieder Fans in die Stadien. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Wer erhält Zugang? Und sind auch Gästefans erlaubt? liga3-online.de beantwortet die wichtigsten Fragen zur Fan-Rückkehr.

Voraussetzungen? Zugang?

Wie viele Zuschauer sind erlaubt?

Zunächst dürfen die Stadien maximal zur Hälfte ausgelastet werden, höchstens aber mit 25.000 Fans. In der 3. Liga kommt jedoch nur der 1. FC Kaiserslautern an diese Zahl heran. Eine Übersicht, wie viele Fans in die einzelnen Drittliga-Stadion dürfen, gibt es unterhalb des Artikels. Zuletzt waren im vergangenen September und Oktober flächendeckend Fans zugelassen.

Gibt es Ausnahmen?

Ja. Während die Stadt Mannheim dem SV Waldhof zuletzt eine Auslastung von 60 Prozent erlaubt hat, dürfen Vereine aus Bayern ihre Stadien vorerst nur zu 35 Prozent auslasten. In Hamburg sind nur 30 Prozent erlaubt. Der Hintergrund: Aufgrund der Delta-Variante befürchten beide Länder steigende Fallzahlen und planen daher vorsichtiger.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Fans zugelassen sind?

Zum einen darf der Inzidenzwert im jeweiligen Stadt- beziehungsweise Landkreis nicht oberhalb von 35 liegen (in Baden-Württemberg gilt eine Obergrenze von 50). Zudem muss das Infektionsgeschehen "klar eingrenzbar" sein, wie es in dem Beschluss heißt. Derzeit liegen alle Städte und Kreise unterhalb der Grenze, die Bundesinzidenz liegt mit Stand von Mittwoch bei 5,1. Zum anderen ist die Freigabe durch die Behörden vor Ort erforderlich – sie haben, wie in der Vergangenheit auch, das letzte Wort.

Was passiert, wenn der Inzidenzwert am Austragungsort oberhalb von 35 liegt?

Dann dürfen maximal 5.000 Fans ins Stadion. Noch nicht geregelt ist aber, zu viel Prozent die Stadien ausgelastet werden dürften.

Wer erhält Zugang zum Stadion?

Um Zugang zum Stadion zu erhalten, muss jeder Fan entweder getestet, vollständig geimpft oder nach einer Corona-Erkrankung genesen sein – der entsprechende Nachweis darüber ist beim Einlass vorzuzeigen. Die Tickets werden zur Kontaktnachverfolgung personalisiert sein. Zudem sind die geltenden Hygieneregeln und das Abstandsgebot einzuhalten – "insbesondere durch eine Reduktion der maximalen Auslastung zum Beispiel durch Besetzung im Schachbrettmuster, feste Plätze und eine Entzerrung der Besuchendenströme durch eine Segmentierung bei Ein- und Auslass" heißt es im Beschluss. In einigen Stadien wird zudem der Ausschank von Alkohol begrenzt sein, Bayern und Baden-Württemberg wollen den Ausschank gänzlich untersagen.

Wird es eine Maskenpflicht geben?

Das entscheiden die jeweiligen Behörden. Abseits des eigenen Platzes und auf allen Begegnungsflächen – etwa beim Eingang oder den Toiletten – wird aber eine Maskenpflicht gelten.

 

Stehplätze? Gästefans?

Wird es auch Stehplätze geben?

Ja – zumindest, wenn die Behörden vor Ort die Öffnung der Stehplätze nicht ausdrücklich untersagen.

Sind auch Gästefans erlaubt?

Darüber ist noch keine Entscheidung gefallen. Wie der DFB auf Anfrage von liga3-online.de mitteilte, soll das Thema in der kommenden Woche bei der Managertagung sowie im Ausschuss 3. Liga besprochen werden. Die 36 Erst- und Zweitligisten werden bei einer Mitgliederversammlung am 14. Juli darüber beraten. Durchaus möglich, dass sich die Drittligisten an der DFL-Entscheidung orientieren werden. Mit dem SV Darmstadt 98 hatte sich ein Verein zuletzt öffentlich für die Rückkehr von Gästefans ausgesprochen. "Im Zuge der Gespräche des SV Darmstadt 98 mit den zuständigen Behörden rund um eine schrittweise Wiederzulassung von Zuschauern ins Stadion wird der SV 98 ein Konzept einreichen, um auch Gästefans den Zutritt zu ermöglichen", teilte der Klub mit. "Das Konzept fußt auf der geltenden Corona-Schutzverordnung des Landes Hessen und den dazu erarbeiteten Hygiene- sowie Infektionsschutzmaßnahmen." Präsident Jürgen Fritsch sprach davon, dass Gästefans zum Fußball dazugehören: "Gerade dieser stimmungsmäßige Wettstreit auf den Rängen ist elementar für die Atmosphäre und das Stadionerlebnis." Aus der 3. Liga hat sich bislang noch kein Klub konkret geäußert. Die letzte Drittliga-Partie vor Gästefans war das Spiel von Hansa Rostock gegen Eintracht Braunschweig im März 2020.

Bis wann gilt die getroffene Regelung?

Vorerst bis zum 11. September – also für die ersten sieben Spieltage und Teile des 8. Spieltages. Auch im DFB-Pokal wird die Regelung Anwendung finden.

Sind anschließend vollere Stadien möglich?

Inwiefern ab Herbst mehr als die Hälfte der Plätze in den Stadien besetzt werden kann, hängt entscheidend vom weiteren Verlauf der Pandemie und der Ausbreitung der Delta-Variante ab. Bleiben die Infektionszahlen niedrig und schreiten die Impfungen weiter voran, scheint es durchaus denkbar, dass ab Herbst auch vollere Stadien möglich sind. Derzeit sind in Deutschland knapp 40 Prozent der Gesamt­bevölkerung vollständig geimpft, 57 Prozent haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Sollte es jedoch eine vierte Welle geben, drohen erneut Geisterspiele.

 

Wie viele Fans möglich wären

Die Tabelle zeigt die Anzahl der maximal möglichen Zuschauer bei einer Auslastung von 50 Prozent

VereinStadionZuschauerzahl
1. FC KaiserslauternFritz-Walter-Stadion25.000
TSV HavelseHDI-Arena24.600
MSV DuisburgSchauinsland-Reisen-Arena15.750
1. FC MagdeburgMDCC-Arena15.000
SV Waldhof MannheimCarl-Benz-Stadion*14.500
Eintracht BraunschweigEintracht-Stadion12.500
SC Freiburg IISchwarzwald-Stadion12.000
1. FC SaarbrückenLudwigspark8.000
Hallescher FCLeuna Chemie Stadion7.500
SV Wehen WiesbadenBrita-Arena7.500
VfL OsnabrückBremer Brücke7.500
SV MeppenHänsch-Arena6.800
Türkgücü MünchenGrünwalder Stadion*5.250
TSV 1860 MünchenGrünwalder Stadion*5.250
SC VerlFrimo-Stadion5.000
FC Viktoria KölnSportpark Höhenberg5.000
FSV ZwickauGGZ Arena5.000
FC Viktoria BerlinJahn-Sportpark5.000
Borussia Dortmund IIRote Erde5.000
Würzburger KickersFlyeralarm-Arena4.550

   
  • Phillip

    Man fragt sich was für Gästefans anders sein soll als bei den Heimfans. Soll die Inzidenz oder welcher Wert auch immer noch in den unmöglichen negativen Bereich rutschen, damit in diesem Land endlich mal wieder Normalität einkehrt? Ich habe nichts gegen Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, aber wie in Ungarn bereits gezeigt, kann man Stadien ohne jegliche Angst wieder voll machen.

  • Ronny

    In GB werden folgerichtig am 19. Juli alle Massnahmen aufgehoben. Stadien dann wieder mit voller Zuschauerkapazität. Keine Masken.
    Auch hier müssen alle Einschränkungen fallen. Spätestens Mitte August hatte jeder die Möglichkeit sich impfen zu lassen. Wer sich dann noch weiter individuell schützen möchte, kann das gerne tun.
    Jede Wette – im Herbst geht das ganze unwürdige Panik-Theater erneut los…

    • DM von 1907

      Boris Johnson geht gerne mit dem Kopf durch die Wand – und will jetzt bei stark steigenden Zahlen öffnen. Das ist nicht nur unverantwortlich, sondern er wird auch die Quittung dafür bekommen.

      In Deutschland hat es nie ein "unwürdiges Panik-Theater" gegeben. Das ist platter Querdenker-Sprech. Vielemehr hat man hier auf Kontaktbeschränkungen und Impfen gesetzt und ist dafür inzwischen mit sehr niedrigen Inzidenz-Zahlen belohnt worden. Die Folge: Es können immer mehr Bereiche geöffnet werden.

      • Pappnase von 1908

        Da ist er wieder, der Forums-Panik-Troll.
        Das ist sinnleeres Lauterbach-Sprech.
        Florida wartet noch immer auf die "Quittung"…

      • RW

        Mit dem Unterschied, dass GB in der Zwischenzeit bereits die Quittung bekommt. War die letzten Wochen noch alles einigermaßen entspannt, steigt gerade die Zahl der Krankenhaus-Einweisungen sowie die der Patienten auf Intensivstation drastisch an. Warten wir noch 1-2 Wochen, dann wird sich die Auswirkung auch bei den Todeszellen bemerkbar machen. Ja, das mag für Dich "Lauterbach-Sprech" sein, es ist aber leider die Wahrheit, ob es Dir passt oder nicht!

  • Klemmernährung

    Leider, leider wird immer noch dieser absolut nichtsaussagende Inzidenzwert für die Bewertung der Covid-Situation herangezogen. In England steigen die Fallzahlen seit gut 2 Monaten wieder, die Todes- und Krankenhauszahlen bleiben aber verhältnismäßig niedrig.
    Ich finde, dass wir nach fast 1,5 Jahren Corona mal anfangen müssen, richtige Alternativen zu finden. Nicht nur "Lockdown" oder "Geisterspiele". Wenn eine hohe Impfquote besteht, welche schwere Verläufe so gut wie unmöglich macht, ist eine hohe Inzidenz relativ nebensächlich.

    • DM von 1907

      Der Inzidenzwert ist überhaupt nicht nebensächlich! – Andererseits kämpfst du auf Schauplätzen der Vergangenheit, wenn du dich gegen Geisterspiele wendest. Geisterspiele sind doch jetzt wirklich kein Thema mehr. Oben im Artikel wird vielmehr von bis zu 25.000 möglichen Zuschauern gesprochen.

      • Klemmernährung

        Es ist aber fast unausweichlich, dass der Inzidenzwert ab Oktober wieder über 35 liegt, vor allem mit Delta. Und dann wird es wieder Geisterspiele geben.
        Wie gesagt, der Blick nach GB reicht aus, um zu merken, dass die Inzidenz nicht der optimale Maßstab ist.

      • DM von 1907

        Bei einem Inzidenzwert über 35 muss es keine Geisterspiele geben. Und der Blick nach GB reicht für manche leider nicht aus, um zu merken, dass Boris Johnson gerade wieder als politischer Geisterfahrer unterwegs ist.

        Wieweit die aktuellen Impfungen gegen die Delta-Variante wirken, kann derzeit noch nicht gesagt werden.

      • Klemmernährung

        Nur leider steht das im Text- es wird (stand jetzt) nur Spiele mit Zuschauer geben, während die Inzidenz unter 35 ist.
        Dass die Lockerungen in GB viel zu weit gehen, stehen denke ich außer Frage. Jedoch gilt es, einen guten Mittelweg zu finden zwischen berechtigten Mut, auch mal etwas neues zu probieren und gewohnter Vorsicht.
        Im Moment überwiegt leider die blinde Vorsicht.

      • DM von 1907

        "Blinde Vorsicht" ist eine tendenziöse Wertung – weit weg von der Wirklichkeit, die gerade durch viele Öffnungen bestimmt wird.

        Aber wichtiger: Im Text des Beitrags steht wörtlich:

        Was passiert, wenn der Inzidenzwert am Austragungsort oberhalb von 35 liegt?
        Dann dürfen maximal 5.000 Fans ins Stadion.

      • Soosemarie

        Es stellt sich unweigerlich die Frage, wann auch für Leute aus deiner Fraktion genug ist mit den Maßnahmen. Eigentlich wurde das hier schon völlig richtig geschrieben, nämlich dann, wenn jeder ein Impfangebot bekommen hat. Sprich Richtung September. Wenn die Maßnahmen-Politik aber weiterhin an die Inzidenz gekoppelt ist, erleben wir spätestens im Oktober wieder Verschärfungen, das ist lächerlich. Das Virus wird nicht verschwinden, das heißt wir können für immer so weiter machen. Was soll denn nächstes Jahr anders sein?

        Als Ungarn erstmals während der EM vor vollem Haus gespielt hat lag die Inzidenz übrigens bei 10, letzte Woche lag sie bei 4.
        Außerdem prescht ja nicht nur GB vor. Die Niederlande, die Schweiz, Österreich, Dänemark und die USA erlauben auch wieder Großveranstaltungen ohne Beschränkungen.
        Die Klubs der Serie A wollen notfalls klagen, falls zur neuen Saison keine vollen Stadien erlaubt sind. Zurecht.
        Es sollte auch klar sein, dass unsere Vereine es sich nicht ewig leisten können, vor nur bis zu 5.000 Zuschauern zu spielen, u.a. Hitzelsberger und Watzke haben sich bereits so geäußert.

        Dass die Impfungen übrigens auch mit über 90% gegen einen schweren Verlauf bei Delta schützen, ist hinlänglich bekannt. Lediglich die Übertragbarkeit des Virus ist trotz Impfung bei Delta erhöht.

      • RW

        Und was machen wir dann mit Kindern und Jugendlichen, die ja bisher (zumindest zum größten Teil) nicht geimpft sind/werden? Mir geht es hier auch gar nicht darum, dass sich diese im Stadion anstecken, sondern vielmehr, dass Stadion-Besucher:innen (auch geimpfte) ja durchaus das Virus mit nach Hause bringen können und da die Kinder anstecken können. Diese wiederum tragen es in die Schulen und Kitas, die steigenden Zahlen sorgen wieder für Schulschließungen bzw. Wechselunterricht. Mir ist klar, dass hier viele Eventualitäten mitspielen, aber in meinen Augen kann und sollte es nicht sein, dass die Stadien voll sind und Unis, Schulen, Kitas leer bleiben, auch wenn ich selbst hoffnungsvoll dem Saison-Start entgegen fiebere.

      • Soosemarie

        Es ist – soweit ich weiß, korrigiere mich gerne – doch noch gar nicht abschließend geklärt, ob es überhaupt flächendeckende Impfungen für Kinder geben wird.
        Da Kinder aber eigentlich gar kein Risiko durch das Virus zu befürchten haben, extrem seltene Folgen wie das PIMS-Syndrom einmal ausgenommen, sehe ich kein Problem darin, wenn bis zum Herbst noch nicht viele Kids geimpft sind.

        Da jeder impfwillige Erwachsene bis dahin aber beide Dosen bekommen haben wird, ist es doch kein Problem, wenn Kinder das Virus weitertragen, so sehe ich das.

        -> Denn das ist doch das Hauptproblem, eine zu starke Fixierung auf Zahlen und
        Inzidenzen. Mit zu starkem Fokus darauf kommen wir von den Maßnahmen ja nie
        wieder los. Ich halte dein Szenario für plausibel, aber unproblematisch.

        Deswegen hatte ich ja auch die Frage an DM von 1907 gerichtet, was nächstes oder übernächstes Jahr anders / besser sein soll, denn das Virus wird nach wie vor zirkulieren.
        Ich halt es für richtig, dass Großbritannien am 19. Juli vor hat, den klaren Cut zu setzen. Zwar steigen Klinik- und Intensivaufenthalte tatsächlich recht deutlich an, aber nach wie vor auf extrem niedrigen Niveau. Die Todesfälle sowieso.
        Zumal die Mehrheit der Bevölkerung die Freiheit ja gerne in Kauf nimmt und nicht etwa darauf pocht, auch weiterhin gemaßregelt zu werden. Ich bin mir sicher, für die Spiele im Wembley hätten auch 200.000 Tickets abgesetzt werden können.

      • RW

        Im ersten Punkt stimme ich Dir zu, es ist noch nicht geklärt, wie mit Kindern und Jugendlichen umgegangen werden soll. Aber das würde ich an Deiner Stelle nicht als Pro sondern eher als Contra-Argument in Deiner Argumentationskette sehen. Denn wenn wir diese Gruppen einfach außer Acht lassen, werden die Zahlen der Infizierten steigen und damit auch die derer, die unter dem PIMS-Syndrom bzw Long-Covid leiden werden. Das sollte logisch sein, oder?

        Zusätzlich kommt hinzu, dass bei einem diffusen Infektionsgeschehen in dieser Altersgruppe die Gefahr steigt, dass neue Mutationen entstehen, die vielleicht noch schwieriger zu handhaben sind als die aktuellen. Im schlimmsten Fall verlieren Impfungen ihre Wirksamkeit. Daher wäre es meiner Meinung nach wichtig, die Fallzahlen so lange wie möglich niedrig zu halten statt alles auf einmal zu öffnen, wie es die Briten vormachen. Wie oben bereits erwähnt, werden die Todeszahlen erst in 1-2 Wochen sichtbar ansteigen. Und wenn die Zahlen sich so weiter entwickeln, rennt man mit Vollgas gegen die Wand. In einer solchen Situation alles zu öffnen ist schlichtweg einfach nur dumm.

        Dass man jetzt zusätzlich die Verbreitung der Delta/Plus-Variante durch unkontrollierten Sommer-Tourismus fördert, ist die nächste Dummheit. Auch wenn die Impfquote in GB relativ hoch ist, ist sie es im Rest Europas nicht wirklich. Auch die Folgen werden wir zu spüren bekommen.
        Abschließend kann ich nur sagen, dass ich auch sehr gerne sämtliche Freiheiten hätte und ungern gemaßregelt werde, aber das Leben ist kein Ponyhof und am Ende ist es doch sehr egoistisch für das eigene Vergnügen das Allgemeinwohl aufs Spiel zu setzen, findest Du nicht?

      • Soosemarie

        Hätte ich die seltenen Folgen bei Kindern in meinem Nebensatz nicht erwähnt, hättest du das jetzt gar nicht als Argument für deinen Standpunkt nutzen können.
        Der Staat und wir als Gesellschaft können uns nicht auf alle Zeit kollektive Maßnahmen auferlegen, um spärlich auftretende Langzeitfolgen von Covid zu verhindern. Das steht in keinem Verhältnis mehr. Es gibt inzwischen sogar Erfolge bei der Heilung von Long-Covid.
        Was ist jetzt eigentlich die Option? Maßnahmen die nächsten fünf Jahre aufrechterhalten, um die "Zahlen der Infizierten" zu drücken? So funktioniert das nicht.
        Definiere "so lange wie möglich", das ist ja genau das was ich meine, im Prinzip heißt das für immer.
        Alle in der EU zugelassenen Impfstoffe wirken gegen alle bekannten Mutationen, bestenfalls ist die Wirksamkeit geringfügig herabgesetzt. BioNTech passt ihren Impfstoff bereits an Delta an, eine Modifizierung der Impfstoffe stellt kein großes Problem dar, das wird ja auch bei der Influenza so gehandhabt.

        Dramatisch in die Höhe schnellen werden die Todeszahlen nicht, da leg ich mich fest, aber das werden wir ja beobachten können.
        Wann sollen wir deiner Meinung nach denn vollständig öffnen? Wenn jeder, der will, geimpft ist? Anfang Januar, zum Start der Rückrunde? Nächsten Sommer, wenn die nächste ansteckendere, aber auch nicht tödlichere Variante auftritt? In zehn Jahren?
        Gibt es in eurem Mindset einen Zeitpunkt, wo man sagen kann: "Okay, jetzt ist mal gut"?

        Der Sommetourismus ist nicht unkontrolliert, er ist tendenziell überreguliert. Was ist denn die Alternative, man kann den Leuten das Reisen und den Urlaub nicht verbieten.
        Letztes Jahr waren bei mir zwei Urlaube wegen Corona nicht möglich, ich sehe nicht ein, auch dieses Jahr auf Urlaub zu verzichten.

        Nein, das ist kein Egoismus. Ich war lange genug geduldig und tolerant und habe die Maßnahmen mitgetragen. Seit März letzten Jahres findet alles online statt, ich habe darauf so langsam keine Lust mehr.
        Bestenfalls ist das eben eine sehr libertäre Sicht meinerseits, muss aber auch erlaubt sein. Es gibt genug Länder, auf die ich verweisen kann. Außerdem korrelieren Maßnahmen und das Infektionsgeschehen ja nicht einmal zwingend miteinander, aber das Thema möchte ich nicht auch noch aufmachen. Dass zumindest komplette Lockdowns nicht helfen, sollte mittlerweile klar sein.

        Der Kern meiner Sorge ist der, dass wir von Ende Oktober bis Anfang Mai Spiele mit 0 bis 5.000 Zuschauern haben werden (eben durch Hyperfokus auf Inzidenz statt Hospitalisierungsraten). Das ist vollkommen inakzeptabel und die Vereine werden darunter auch massivst leiden, das geht nicht.

      • Soosemarie

        Mein Kommentar wurde leider gelöscht.

        Wir können nicht auf alle Zeit kollektive Maßnahmen wegen spärlich auftretender Nebenwirkungen aufrecht erhalten und auch die kommenden fünf Jahre auf die Inzidenz hören, da ist absurd.
        Gibt es einen Punkt für Leute mit deinem Mindset, wann man sagen kann, dass jetzt mal gut ist mit den Maßnahmen?
        Wir können es uns nicht leisten, von Ende Oktober bis Anfang Mai erneut vor 0 bis 5.000 Zuschauern zu spielen, auch die Vereine leide darunter massivst.

      • RW

        Ich habe doch gar nicht gesagt, dass wir die kommenden 5 Jahre auf die Inzidenz hören sollten. Mir ist bewusst, dass sich dieser Maßstab in Kürze nicht mehr als sonderlich hilfreich erweist, wenn infizierte keine oder kaum Symptome zeigen. Allerdings stelle ich die "spärlich auftretenden" Nebenwirkungen sehr wohl in Frage! Wer garantiert dir zum Beispiel, dass nicht die nächste Mutation schwere Verläufe bei Kindern und Jugendlichen bewirkt? Können wir uns leisten, die nächste Generation komplett in den Sand zu setzen, weil wir halt einfach Bock hatten, im Stadion Bier zu saufen? Ich weiß, sehr überspitzt und plakativ, ich will damit nur zum Ausdruck bringen, dass es Dinge neben dem Fußball gibt, die wichtiger sind! Da kann Watzke jammern, wie er will…

      • Martina Lorenz

        Sehe ich ganz genauso, ist eben sehr komplex und nicht so einfach wie viele denken. Wir werden in 2-3 Monaten sehen wo das Experiment England endet. Und dann können wir immer noch handeln. Also ein wenig Geduld, sonst bekommen wir die Quittung…

      • Soosemarie

        Das ist halt blöd, dass mein ursprünglicher Kommentar gelöscht wurde, denn da hatte ich natürlich wesentlich mehr Input ;)
        Spätestens Ende des Jahres kann auch jeder Jugendliche geimpft sein, aber glaubt irgendwer ernsthaft, dass dann Schluss ist mit Maßnahmen?
        Ich gehöre selbst zur jungen Generation und kenne niemanden in meinem Alter, der nicht so langsam die Schnauze voll hat.
        Laut einer aktuellen Umfrage spricht sich übrigens eine knappe, absolute Mehrheit von 51% für eine Aufhebung aller Coronarestriktionen schon im September aus, ich spreche also de facto sogar für die Mehrheit.

        Mein Kompromiss, um mal beim Fußball zu bleiben, sähe wie folgt aus:
        Pauschale Zulassung von 50% der Stadionkapazität, allerdings ohne Deckelung auf 25.000 Besucher. Dazu natürlich diese 50% losgelöst von Inzidenzwerten, sodass es für Vereine und Fans in der kommenden Saison mehr Planungssicherheit gibt.
        Denn wie gesagt, wir steuern schnurstracks darauf zu, 80% der Spielzeit vor 0 bis 5.000 Zuschauern auszutragen. Es ist ein Witz.

      • DM von 1907

        Ich denke nicht, dass dein ursprünglicher Kommentar wegen viel Input gelöscht wurde … Aber auch so erkenne ich in deinen Kommentaren eher wenig Input und viel Wunschdenken.

        Du verhamlosest die Delta-Variante. Du gehst bei der Impfsituation von vollkommen falschen Grundannahmen aus. Natürlich ist inzwischen genug Impfstoff da, um alle impfen zu lassen. Nur leider wollen sich viele Menschen gar nicht impfen lassen, und auch bei den Erstgeimpften wächst die Impfmüdigkeit bzw. der Gedanke, die Zweitimpfung sausen zu lassen. Für eine Herdenimmunität bräuchte es ein Impfquote von 85 % – und die ist leider derzeit absolut unrealistisch.

        Auf der anderen Seite redest du die vielen vorgenommenen Lockerungen aufgrund der niedrigen Inzidenz klein und malst ohne jegliche Faktenbasis ein Horrorszenario von "80% der Spielzeit vor 0 bis 5.000 Zuschauern" an die Wand. Auch ist eine pauschale Zulassung von 50 % der Stadionkapazität ohne Berücksichtigung von Inzidenzwerten (und dem m.E. wichtigeren R-Wert) verantwortungslos und weltfremd. Es kann doch wohl nicht sein, dass die Planungssicherheit für Vereine und Fans ein höherer Wert sein soll als die Vermeidung schwerer Erkrankungen und Todesfälle!

        Wir haben derzeit eine eher entspannte Pandemiephase mit niedrigen Zahlen. Das ist erfreulich und erlaubt viele Lockerungen. Planungssicherheit in einer Pandemie wird es allerdings noch länger nicht geben. Man kann immer nur auf Sicht fahren.

        Und schließlich ist dieser Satz von dir:

        Laut einer aktuellen Umfrage spricht sich übrigens eine knappe, absolute Mehrheit von 51% für eine Aufhebung aller Coronarestriktionen schon im
        September aus, ich spreche also de facto sogar für die Mehrheit.

        falsch und eine häßliche Nebelkerze. In Wirklichkeit hat sich diese knappe Mehrheit für den Wegfall von Corona-Maßnahmen für vollständig Geimpfte ausgesprochen. Das ist etwas ganz anderes!

        https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/mehrheit-fuer-wegfall-von-corona-massnahmen-fuer-geimpfte-17423895.html

      • Soosemarie

        Es ist eine absurde Wertevorstellung, kollektive Maßnahmen langfristig durchzusetzen, um jede einzelne schwere Erkrankung zu verhindern. Erst recht nachdem jeder die Chance hatte, ein Impfangebot wahrzunehmen.

        Es zeigt sich momentan eher, dass Delta weniger tödlich ist, schlimmstenfalls aber nicht bis kaum tödlicher. Auf Leute, die sich nicht impfen lassen wollen oder können, kann nicht für immer Rücksicht genommen werden. Allerdings bestätigst du ja mal wieder genau das, auf was ich schon die ganze Zeit hinaus will, in diesem Fall "Herdenimmunität wird (nie) erreicht -> Aufrechterhaltung von Maßnahmen für immer". Das ist die Logik, die dahinter steckt.

        Mein Horroszenario ist bei der momentanen Regelung Ende Oktober Realität.
        Dass die Vereine das schlichtweg nicht ewig mittragen KÖNNEN, dürfte klar sein.

        Nein, das ist nicht etwas ganz anderes, da es auch bei deiner berechtigten Korrektur keinen Interpretationsspielraum dafür gibt, dass jeder vollständig Geimpfte ohne Beschränkung in ein Stadion, auf ein Festival, in die Oper etc. gehen können sollte.

      • DM von 1907

        Nein, keine Aufrechterhaltung der Maßnahmen für immer – das ist wirklich absurd. Aber auch nicht jetzt unbeschränkt lockern ohne Bremse. Statt dessen: Je nach aktueller Lage kontrolliert lockern oder auch kontrolliert bremsen, dann dürfte die Pandemie bis Ende 2021 medizinisch beherrschbar sein. Und dann braucht es auch kaum noch Einschränkungen.

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