"Die Tabelle interessiert uns nicht": Wiesbaden weiter im Flow

Der SV Wehen Wiesbaden ist unter dem neuen Trainer Jochen Seitz nicht aufzuhalten. Beim 4:1 in Verl zeigten die Hessen, dass sie taktisch flexibel sind und von der Bank nachlegen können.

"Wir haben uns in der Kabine angeschnauzt"

4:1 klingt nach einer deutlichen Angelegenheit. Doch so einseitig war der Spielverlauf nicht. Vor allem in der ersten Halbzeit hatten die Wiesbadener ihre Probleme mit dem offensiven Pressing des Gegners. "Das war extrem harte Arbeit. Erste Halbzeit haben die uns echt was abverlangt", sagte Marcus Müller bei "MagentaSport". Trainer Jochen Seitz startete mit einer Fünferkette, die aber nicht wie gewünscht funktionierte. "Der Matchplan ging in der ersten Halbzeit nicht auf. Die ersten 20, 25 Minuten waren richtig schwierig für uns", räumte der 50-Jährige ein.

Beim Halbzeitstand von 1:1 wurde es dann laut in den Katakomben. "Wir haben uns in der Kabine auch angeschnauzt, weil die erste Halbzeit von unserer Seite nicht in Ordnung war, weil wir keinen Zugriff hatten. Das gehört mit dazu", verriet Müller. Nach der Pause zeigte die klare Ansprache ihre Wirkung, verbunden mit einer taktischen Änderung. "Da haben wir auf eine Viererkette umgestellt und hatten mehr Zugriff, gerade im Mittelfeld. Das hat dann wesentlich besser funktioniert", erklärte Seitz. In der Nachspielzeit sorgten schließlich die Einwechselspieler Robin Kalem und Niklas May für die Entscheidung. "Das ist extrem wichtig. Sie haben sich dafür belohnt, dass sie auch im Training hart arbeiten. Da sieht man, dass nur als Gemeinschaft gewinnen kann", freute sich Seitz über seine Joker.

"Er hat wieder brutal gearbeitet"

Eine wichtige Rolle nahm auch gegen Verl wieder Marcus Müller ein, nicht nur wegen seinem Tor zum 2:1. "Er hat heute wieder brutal gearbeitet in der vorderen Reihe, viele Zweikämpfe angenommen, gut die Bälle festgemacht", lobte Seitz und fügte an: "Das ist extrem wichtig, gerade wenn ein Gegner wie Verl größtenteils Angriffspressing spielt, dass man dann auch mal einen kontrollierten Ball zum Stürmer spielen kann, der Bälle festmacht. Er hat es heute wunderbar gemacht." Müller ist einer von vielen Spielern, die unter dem neuen Trainer aufblühen. "Jeder weiß, was er zu tun hat im Team. Wir ergänzen uns sehr gut, wir verstehen uns alle sehr gut auf dem Platz."

Sage und schreibe 13 Punkte aus fünf Spielen hat der SVWW seit der Übernahme von Seitz geholt. Er hat an den richtigen Stellschrauben gedreht und den Verein damit aus der Krise gebracht. "Er hat uns gesagt, dass wir defensiv einfach kompakt sein müssen und dass das die Strategie ist, um Spiele zu gewinnen", erklärte Müller. Plötzlich stehen die Hessen sogar auf Platz vier. Aber nach oben schauen sie nicht. "Wir wissen alle, wo wir hergekommen sind. Wir brauchen nicht denken, dass wir jetzt auf Platz vier stehen und dass das ein Selbstläufer wird. Die Tabelle interessiert jetzt erstmal noch nicht."

 

   

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