Die Luft für Rot-Weiß Erfurt wird dünner

Die einzig akzeptable Reaktion von Rot-Weiß Erfurt auf die 0:2-Heimniederlage gegen Fortuna Köln wäre mindestens ein Zähler beim VfL Osnabrück gewesen. Lange sah es zumindest ergebnistechnisch danach aus, doch spät köpfte Christian Groß RWE bei der 0:1 (0:0)-Niederlage ins Tal der Tränen. Jetzt droht schon am kommenden Samstag ein Schicksalsspiel für Trainer Christian Preußer.

Spielerisch nicht auf der Höhe

Dabei konnte dem Coach am vergangenen Wochenende zumindest nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass er nicht auf die ernüchternde Heimpleite reagiert hätte. Neben den gesperrten Carsten Kammlott und Sebastian Tyrala mussten drei weitere Akteure aus der Startelf weichen, somit tauschte der 31-Jährige insgesamt auf gleich fünf Positionen. Frischer Wind im Gastspiel an der Bremer Brücke, eine eigentlich vielversprechende Option – einzig erfolgreich sollte die Maßnahme nicht sein. Zwar hielten die Thüringer zu Beginn der Partie noch gut mit, doch schon zum Ende der ersten Halbzeit hätten sich Eric Domaschke und Co. nicht über einen Rückstand beschweren dürfen. Der Keeper der Blumenstädter hielt jedoch, was zu halten war. Zumindest bis zur 86. Minute, als Groß eine unübersichtliche Situation im Erfurter Strafraum ausnutzte und frei vor dem Tor den Ball in die Maschen köpfte. Eine unglückliche, aber nicht unverdiente Spielwendung – Erfurt hatte der Vielzahl von Osnabrücker Gelegenheiten nur eine gute Möglichkeit Okay Aydins (58.) entgegenzusetzen gehabt. Kämpferisch war das sicher in Ordnung, spielerisch aber erneut zu wenig gewesen.

Torsten Traub gibt weiter Rückendeckung für Preußer

Statt eines Punktes nun also die zweite Niederlage in Folge für Rot-Weiß Erfurt: Der Stuhl von Cheftrainer Preußer wird von Woche zu Woche weiter angesägt. Der sportliche Leiter Torsten Traub warnte jedoch nach dem Abpfiff vor vorschnellen Entscheidungen: "Das sind Automatismen, die immer kommen, wenn sich die Ergebnisse nicht bessern. Auch wenn der Abwärtstrend bei uns zu erkennen ist, müssen wir nun die Ruhe bewahren.“ Zudem bekräftigte er, dass bisher keine Trainerdiskussion zur Debatte stehe. Auch Preußer selbst hat Verständnis für die Unzufriedenheit der Anhänger, weiß aber: "Ich muss mich mit dem beschäftigen, auf das ich selbst Einfluss nehmen kann.“ Besonders die zahlreichen aufmunternden Worte, die die mitgereisten Erfurter Fans ihren Spielern nach Abpfiff für eine immerhin kämpferisch deutlich verbesserte Leistung mitbrachten, stimmten Preußer zuversichtlich. Zumal auch Verteidiger Andre Laurito festhielt: "Wir wollen gemeinsam den Weg aus der schwierigen Situation finden.“

Abstiegsränge rücken näher und näher

Doch was bedeuten diese Worte wirklich? Trotz allen Engagements fragen sich von Spiel zu Spiel mehr Zuschauer, ob Christian Preußer tatsächlich einen Fortschritt bei seiner Mannschaft erzielt hat. Ausgerechnet die engen und umkämpften Spiele gehen vermehrt an den Gegner, zudem konnten bisher ausschließlich die Bundesliga-Reserveteams besiegt werden. An rundum enttäuschende Auftritte knüpfen zudem viele Last-Minute-Punktverluste wie jüngst in Osnabrück an – eine gefährliche Mischung, die die Mannen vom Steigerwald nunmehr bis auf Rang 15 hinabgespült hat. Punktgleich mit dem ersten Abstiegsplatz wird die Luft dünner, zumal Teams wie Energie Cottbus, Hansa Rostock oder Holstein Kiel zumindest nominell jederzeit das Potenzial besitzen, die Abstiegszone zu verlassen. Bei Erfurt bleibt hingegen die Frage, ob Preußer die Möglichkeiten der Mannschaft nicht ausschöpft oder einige Spieler schlichtweg keine fußballerische Weiterentwicklung vollbringen können. Das nächste Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers, die zuletzt fünf Spiele in Folge verloren haben, könnte eine der letzten Gelegenheiten für den Trainer werden, die Verantwortlichen eines Besseren zu belehren.

   

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