DFB bestätigt Neun-Punkte-Abzug für den Chemnitzer FC

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Nachdem der Chemnitzer FC vor knapp zwei Wochen Insolvenz angemeldet hat, bestätigte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gemäß der Spielordnung nun den Abzug von neun Punkten für die Sachsen. Damit stehen die Himmelblauen endgültig nach Erfurt und Bremen II als dritter Absteiger in die Regionalliga fest, wenngleich das Urteil noch nicht rechtskräftig ist.

17 Punkte hinter dem rettenden Ufer

In der Tabelle liegt Chemnitz nach dem Abzug 17 Punkte hinter dem rettenden Ufer. Bei nur noch drei ausstehenden Spielen ist der Abstieg damit endgültig besiegelt. Einzige Hintertür: Belegt der CFC trotz des Punktabzugs am Saisonende Platz 18 und erhält ein anderer Verein keine Zulassung für die 3. Liga (siehe 1860 München in der letzten Saison), würde Chemnitz in der 3. Liga bleiben – zumindest unter der Voraussetzung, dass die Himmelblauen selbst die Drittliga-Lizenz erhalten. Den Punktabzug mit eingerechnet, fehlen dem CFC momentan zwei Zähler zu Rang 18. Wie realistisch das Szenario einer Zulassungsverweigerung für einen Konkurrenten ist, lässt sich allerdings nicht beantworten.

Rechtskräftig ist der Punktabzug indes noch nicht: Der Chemnitzer FC hat eine Einspruchsfrist von sieben Tagen, hat dem Urteil nach DFB-Angaben aber bereits grundsätzlich zugestimmt, sodass ein Widerspruch unwahrscheinlich ist. Denn selbst ohne den Punktabzug hätte der CFC angesichts eines Rückstands von sechs Punkten kaum noch Chancen auf den Klassenerhalt.

2,5 Millionen Euro Schulden

Der Chemnitzer FC hatte Insolvenz angemeldet, weil es "trotz vielfältiger Bemühungen" in den vergangenen Monaten nicht gelungen war, "den Rucksack der Vergangenheit" abzulegen, wie es in einer Pressemitteilung hieß. Der Verein hat Verbindlichkeiten aufgebaut, die vom Vereinsvermögen nicht gedeckt sind – konkret geht es um rund 2,5 Millionen Euro. Hinzukommen noch 1,5 Millionen Euro von einem Kredit der "eins Energie". Ein erarbeiteter Liquiditäts- und Finanzplan hat zudem ergeben, dass am Saisonende trotz der Einnahmen aus dem DFB-Pokal-Spiel gegen Bayern München eine "erhebliche Unterdeckung" vorhanden ist. Der Verein wird nach eigenen Angaben "voraussichtlich nicht in der Lage sein", trotz einer Stundungsvereinbarung bestehende Zahlungsverpflichtungen im Zeitpunkt ihrer Fälligkeit zu erfüllen. Eine positive Fortführungsprognose sei damit nicht mehr gegeben, so Präsident Andreas Georgi. "Wir reden von einer drohenden Zahlungsunfähigkeit."

Auch die Inanspruchnahme einer hinterlegten Bankbürgschaft in Höhe von 500.000 Euro hätte nach Vereinsangaben nicht ausgereicht, um die Verbindlichkeiten zu tilgen. Die Problematik der fehlenden Liquidität wäre somit lediglich erneut verschoben, jedoch nicht behoben worden und hätte sich im Falle eines Abstiegs in die Regionalliga weiter verschärft. Daher ist der CFC zu der Einschätzung gekommen, "dass die Sicherung des Fortbestandes des Vereines (…) nur im Ergebnis eines erfolgreichen Insolvenzverfahrens erzielt werden kann."

Neuanfang in der Regionalliga

In der Regionalliga wollen sich die Sachsen nun neu aufstellen – sportlich wie finanziell. Trainer David Bergner, der auch in der kommenden Saisaon auf der Bank sitzen soll, hat in den vergangenen Wochen bereits mit mehreren Spielern gesprochen – bis Ende April sollen Entscheidungen fallen. Parallel dazu läuft bereits die Suche nach Neuzugängen.

   
  • Doppelherz

    Eigentlich eine Frechheit gegenüber den Regionalligisten und den Gläubigern! Über die Verhältnisse leben, Insolvenz melden, eine Liga runter und alles ist gut- das ist ja schon fast eine Belohnung.

    • schleppel12

      Die Gläubiger sind ja nicht verpflichtet dem Insolvenzplan auch zuzustimmen. Stimmt die Mehrheit der Gläubiger(nach Kapital) dafür, kann der Verein auch vollständig liquidiert und aus dem Vereinsregister gelöscht werden.

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