Derbysieg! Osnabrück bannt den Fluch im zehnten Versuch

Jede Serie findet einmal ein Ende – und über diesen Abschluss feierten die Fans des VfL Osnabrück ganz besonders: Preußen Münster wurde nach fünf Jahren wieder bezwungen, und erstmals seit 15 Jahren sogar in dessen Stadion! Beim 1:0 (1:0)-Erfolg avancierte ausgerechnet Halil Savran zum Siegtorschützen. Nicht nur er war nach Abpfiff wahnsinnig erleichtert, den Derbyfluch gebrochen zu haben.

Der VfL macht schlichtweg weniger Fehler

Es schien einfach der Tag der Lila-Weißen gewesen zu sein: Noch in den vergangenen Jahren hatte sich der SCP eher als überlegen gezeigt und von großen Lücken im Osnabrücker Mittelfeld profitiert – nun nutzte der VfL um Trainer Joe Enochs am Sonntagnachmittag genau diese unverhoffte Schwachstelle im eigentlich sehr prominent bestückten Preußen-Mittelfeld. Während die Niedersachsen schlichtweg eine sehr konzentrierte, mit äußerst wenigen Fehlern durchsäte Leistung an den Tag legte, fand bei den Gastgebern eine ungewohnte Hektik im Spielaufbau ihren Weg in die Begegnung und förderte so nach 15 Minuten das optische Übergewicht des VfL Osnabrück, aus dem folgerichtig die 1:0-Führung durch Halil Savran resultierte (23.) – er hatte eine Flanke von Marc Heider eingeköpft und sich dabei trotz mangelnder Lufthoheit gegen die fehlerhaft positionierte Defensive der Adlerträger durchsetzen können.

Chancenplus für Osnabrück

Das war nicht unverdient, und wurde es auch in der Folgezeit nicht: Während Preußen Münster oft schon beim Erspielen von Chancen scheiterte, besaßen die Lila-Weißen mehrere aussichtsreiche Möglichkeiten, vor und insbesondere nach dem Seitenwechsel die Vorentscheidung zu markieren, doch sowohl Marc Heider als auch Kwasi Wriedt vergaben mehrere Top-Möglichkeiten. Erst spät fand der SCP durch die Hereinnahme von den Routiniers Mehmet Kara und Amaury Bischoff besser in die Partie, belagerte den Osnabrücker Strafraum. Wie jedoch bereits im Frühjahr schaffte es die Enochs-Elf, mit Ruhe und Souveränität in der Defensive die Null zu halten – bis auf einen Pfostentreffer von Denis Mangafic hielten sich die Abschlüsse von Münster ohnehin im überschaubaren Rahmen. Und um etwa 15:50 Uhr war es dann perfekt: Der erste Derbysieg für den VfL Osnabrück seit 2011. Was für eine Erleichterung!

Torschütze Savran fordert "volles Haus“ gegen Duisburg

Trainer Joe Enochs ist damit der erste große Sieg in seiner Trainerkarriere beim VfL gelungen – und er baut tatsächlich gleichzeitig an einer persönlichen Erfolgsserie, denn seine ersten drei Duelle gegen Preußen Münster hat der US-Amerikaner allesamt nicht verloren. Trotz der Freude analysierte er nach Abpfiff sehr sachlich: "Wir haben gut ins Spiel gefunden, wollten sehr früh attackieren. Das ist uns in der ersten Halbzeit sehr gut gelungen. Eigentlich müssen wir auch das 2:0 machen, aber so stehen wir am Ende noch einmal mächtig unter Druck.“ Dass der Sieg dennoch unter dem Strich in Ordnung ging, das musste auch Münster-Trainer Horst Steffen so unterschreiben. Der goldene Schütze Halil Savran, der sich wie gewohnt in jeden Zweikampf schmiss, freut sich schon auf den nächsten Klassiker gegen den MSV Duisburg: "Ich möchte ein volles Haus und hoffe, dass wir die Leistung bestätigen können.“ Zumindest die Fans dürften dank des Derbysiegs bereits reichlich euphorisiert auf den kommenden Sonntag blicken…

   
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