Der Betzenberg bebt spät – Münster führt die Tabelle an

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Auftaktsieg für den 1. FC Kaiserslautern. Vor 41.324 Zuschauern am Betzenberg setzten sich die Roten Teufel am Samstag spät mit 1:0 gegen 1860 München durch. Während auch Osnabrück (2:1 gegen Würzburg) einen Last-Minute-Sieg feierte, grüßt Preußen Münster nach einem 4:1 bei Fortuna Köln von der Tabellenspitze. Zwickau gewann derweil das Ost-Duell gegen den Halleschen FC (2:0), Wiesbaden drehte gegen Aalen das Partie (2:1) und Jena besiegte Großaspach in der siebten Minute der Nachspielzeit (3:2).

Kaiserslautern 1:0 TSV 1860: Bundesliga-Stimmung am Betze

Im Duell mit Bundesliga-Atmosphäre vor 41.324 Zuschauern erwischten die Gäste aus München den besseren Start und hätten schon nach 10 Minuten in Führung gehen müssen. Zuerst scheiterte Karger mit einem Distanzschuss am Außennetz (8.) und eine Minute später traf Grimaldi alleine vor dem Tor nur den linken Innenpfosten (9.). Die Lauterer brauchten gut 20 Minuten um in die Partie zu kommen. Nach einer Ecke landete der Ball am ersten Pfosten bei Biada, dessen Kopfball von Hainault aufs Tor gebracht wurde. Mauersberger konnte kurz vor der Linie noch blocken (21.). Neun Minuten später glichen die Roten Teufel in Sachen Großchancen aus. Biadas Pass erreichte Spalvis, der aber am rechten Bein von Keeper Bonmann scheiterte.

Auch die zweite Hälfte begann mit einer Großchance für Spalvis, doch diesmal traf der Stürmer nach einer Dick-Flanke per Kopf nur die Latte des Löwen-Tores. Der FCK nahm das Spiel immer weiter in die eigene Hand und versuchte die Gäste müde zu spielen. Sieben Minuten vor dem Ende hätte der FCK das Spiel bereits für sich entscheiden können, als Pick aus zehn Metern sofort abzog. Bonmann konnte mit der Brust den Schuss parieren. Umso mehr bebte drei Minuten später der Betzenberg. Jannik Sternberg erlöste die Anhänger des Absteigers und traf für seine Farben nach einer Vorarbeit vom eingewechselten Thiele zum 1:0. Den knappen Vorsprung brachten die Teufel am Ende auch über die Zeit.

Zwickau 2:0 Halle: FSV gewinnt Ost-Duell gegen Ex-Coach

Im Ost-Duell zwischen Zwickau und dem Halleschen FC mit Ex-FSV-Coach Torsten Ziegner dauerte es rund 20 Minuten bis zur ersten Chance. Frick verpasste in der 23. Minute eine Hereingabe von Reinhardt. Fünf Minuten später durften die Schwäne aber doch jubeln. Bickels Flanke konnte Könnecke am langen Pfosten über die Linie stochern und zur Führung verwerten. Halle antwortete wütend und hatte sechs Minuten vor der Pause die Chance zum Ausgleich. Manu leitete die Szene ein und brachte das Leder in die Mitte. Fetsch schloss direkt aufs Tor ab, doch den abgefälschten Ball parierte Brinkies glänzend. Im Gegenzug erhöhte der FSV zum Schock für die Gäste auf 2:0. Könnecke setzte Tarsis Bonga in Szene, der gegen zwei Gegenspieler keine Mühe hatte und rechts unten zur Pausenführung einschob (40.).

Der HFC versuchte nach der Pause zwar das Spielgeschehen zu kontrollieren, entwickelte aber so gut wie keine Gefahr für das FSV-Tor. Für die Heimelf wurde es trotz des Ballbesitzes der Gäste kaum schwierig zu verteidigen, sodass HFC-Trainer Ziegner immer mehr verzweifelte. Ohne nennenswerte Chance im zweiten Durchgang siegte der FSV souverän mit 2:0 gegen den Halleschen FC.

Köln 1:4 Münster: Offensiv-Feuerwerk geht an Münster

Der erste Gästetreffer des Samstags ging auf das Konto der Preußen aus Münster. Nach einem schon ordentlichen Start eroberte sich Lucas Cueto im Mittelfeld den Ball und zündete den Turbo. Obwohl er eigentlich schon weit im Strafraum abgedrängt worden war, wuchtete er den Ball aus spitzem Winkel noch sehenswert unter das Tordach zum 1:0 (9.). Die Fortuna bekam in der 17. Minute die Chance zum Ausgleich. Nach einem Missverständnis zwischen Schnitzler und Scherder hatte Hartmann freie Schussbahn aufs leere Tor, doch Menig und im Anschluss Warschewski klärten auf der Torlinie für ihren Keeper. Köln rannte auch in der Folge weiter an, lief aber kurz vor der Pause in das 0:2. Eine scharfe Flanke von Heidemann konnte Dardashov per Kopf links unten verwerten (43.). Kurz nach dem Treffer wurde Köln-Trainer Uwe Koschinat nach einer unübersichtlichen Szene auf die Tribüne geschickt.

Der gebrauchte Tag für die Gastgeber sollte sich auch nach dem Seitenwechsel fortsetzen. Keine 120 Sekunden waren gespielt, da sorgte René Klingenburg nach einem Freistoß von Rodrigues Pires mit dem 3:0 für die vermeintliche Entscheidung (47.). Köln gab sich aber nicht auf und kam sechs Minuten später wieder zurück. Nach einem Foul von Menig an Hartmann gab es zurecht Strafstoß für die Fortuna, den der gefoulte selbst verwandelte (53). Bei schwülem Wetter und knapp 30 Grad gaben beide Teams weiter Vollgas. Nach einer Stunde hätte Rodrigues Pires eigentlich das Spiel entscheiden können, doch Schiek parierte seinen Schuss nach Faustabwehr von Rehnen auf der Linie. 13 Minuten vor dem Ende verpassten die Preußen erneut die Entscheidung, als ein Freistoß von Kobylanski aus 17 Metern nur die Latte traf. Sieben Minuten später machte Klingenburg mit seinem zweiten Treffer den berühmten Deckel auf die Partie und sorgte für die gleichzeitige Tabellenführung der Münsteraner.

Osnabrück 2:1 Würzburg: Tollhaus Bremer Brücke

An der Bremer Brücke begann die Partie gänzlich ohne Abtastphase. Schon nach sechs Minuten brachte Ademi das Leder für die Gäste zu Baumann, der alleine vor Körber aber den Mut verlor und am langen Pfosten vorbei schoss. Im Gegenzug konnte Drewes einen Schuss von Renneke nur abprallen lassen, doch auch den Nachschuss von Alvarez konnte der Schlussmann parieren. Das Spiel blieb auf einem sehr unterhaltsamen Niveau. Nach einem Chaos im Würzburger Strafraum mussten Drewes und seine Kollegen auf der Linie gegen Dercho und Taffertshofer klären (23.), während zehn Minuten später Körber einen Schuss von Göbel entschärfen konnte (31.). Etwas gegen den Spieltrend gingen die Kickers drei Minuten später in Führung. Schuppan legte den Ball 18 Meter vor dem Tor für Gnaase auf, der das Leder rechts oben in den Giebel jagte (34.).

Osnabrück spielte auch nach dem Seitenwechsel ordentlich nach vorne, hatte aber auch wenig Glück. Fünf Minuten nach der Pause konnte Alvarez eine Kopfballvorlage von Taffertshofer aus kürzester Distanz nicht verwerten. Es dauerte bis zur 65. Minute, ehe sich die Heimelf sich für den Aufwand belohnte. Der gerade eingewechselte Farrona-Pulido legte den Ball am Strafraum zu Dercho quer, dessen Flanke am langen Pfosten bei Renneke landete. Dieser setzte sich gegen Schuppan durch und traf zum Ausgleich. Nach dem Treffer wachten auch die Gäste wieder auf und kamen zu zwei sehr guten Chancen durch Mast (72.) und Wagner (76), doch beide Male konnte Körber die Möglichkeiten zunichte machen. Kurz vor Schluss traf Mast sogar nochmal den Querbalken des VfL-Tores, sodass trotz der starken Leistung der Punkt für die Niedersachsen am Ende glücklich gewesen wäre, doch es kam noch viel besser für die Niedersachsen. In der dritten Minute der Nachspielzeit drehte Matchwinner Manuel Farrona-Pulido die Partie in Gänze und brachte die Fans an der Bremer Brücke zum Toben.

Aalen 1:2 Wiesbaden: SVWW dreht Spiel

Der VfR Aalen startete gegen die favorisierten Wehener mit viel Schwung in die Partie. Nach 16 Minuten ergab sich daraus auch die erste Chance. Morys durfte alleine aufs Tor zumarschieren, schlenzte den Ball aber knapp über den rechten Torwinkel. Auf der Gegenseite musste Bernhardt eine Hereingabe von Schäffler parieren (18.). Insgesamt blieb die Heimelf aber die aktivere Mannschaft und verbuchte durch Schorr (21.) und Traut (23). weitere Halbchancen. Aufgeweckt wurden die Fans noch einmal in der 38. Minute. Nach einer langen Ballstafette nahm sich Bär per Volley ein Herz und traf einen Wehener Spieler. Von dessen Kopf prallte der Ball ans Lattenkreuz und wieder zu Bär, dessen Nachschuss am Tor vorbeiging.

Aus der Kabine kamen die Gäste mit der besten Chance in der 51. Minute. Mrowcas Flanke verpassten in der Mitte alle Aalener, sodass Schäffler nur noch ins leere Tor schieben musste, doch der Topstürmer traf den Ball nicht und vergab die Chance. Verdientermaßen ging aber die Heimelf nach einer Stunde in Führung. Morys bekam das Leder mit dem Rücken zum Tor, drehte sich und schloss ab. Mit Hilfe des Innenpfostens landete der Ball hinter der Linie und führte zur Führung der Aalener. Erst nach dem Tor wachte der SVWW auf und zeigte sich effektiv in der Offensive. Sören Reddemann egalisierte die Führung der Aalener in der 73. Minute. Neuzugang Schmidt setzte den Kollegen per Freistoß in Szene, sodass Reddemann nur noch einköpfen musste. Nur zehn Minuten später stellte Wehen das Spiel völlig auf den Kopf, als Daniel Kyereh nach einer Flanke von Schwadorf die Rehm-Elf in Führung brachte. Der tapferen Heimelf war damit der Zahn gezogen, sodass Wiesbaden den glücklichen Dreier mit nach Hause nehmen konnte.

Jena 3:2 Großaspach: Irres Finish in der Nachspielzeit

Das erste Tor des Samstags fiel in der sechsten Minuten im Ernst-Abbe-Sportfeld zu Jena. Eckardt brach über rechts durch und hatte im Rückraum das Auge für Starke. Dieser schloss sofort ab und verwandelt noch abgefälscht zur frühen Führung der Gastgeber. Die SGS zeigte sich wenig beeindruckt und hielt am eigenen Spielkonzept fest. Nach einer halben Stunde hätte Julian Günther-Schmidt für den FCC vermeintlich auf 2:0 erhöhen können, stand aber zuvor im Abseits. Fünf Zeigerumdrehungen später konnte Philipp Hercher eine Ecke von Gerezgiher zum 1:1 für die Gäste verwandeln. Die letzte Chance vor der Pause ging wieder an die Heimelf, doch Broll konnte stark gegen Günther-Schmidts Volley parieren (41.).

Der zweite Durchgang startete deutlich ruhiger als der erste. Für Aufregung sorgte in der 57. Minute Timo Röttger, der eigentlich zum 1:2 eingeköpft hatte. Schiedsrichter Schröder hatte zuvor aber ein Foulspiel abgepfiffen. Zehn Minuten vor dem Ende überschlugen sich die Ereignisse. Zuerst brachte Makana Baku die Gäste aus dem Nichts mit 2:1 in Führung (79.) und 60 Sekunden später flog Kai Gehring nach einer Notbremse mit glatt Rot vom Platz. Den fälligen Standard verwandelte Manfred Starke sehenswert zum 2:2-Ausgleich. Quasi mit der letzten Aktion des Spiels holte sich Jena in der siebten Minute der Nachspielzeit über Dominik Bock nach Vorlage von Eckardt doch noch den Dreier unter den jubelnden Fans.

   
  • HFC Fan aus Berlin

    HFC Fan aus Berlin. Jetzt hats uns erwischt. Dieses Jahr sind wir dran. War absehbar.

    • weihnachtsmann

      Du weisst aber schon, dass noch 37 Spiele gespielt werden müssen.

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