Das Restprogramm der Auf- und Abstiegskandidaten

Wie sagte Steffen Baumgart, Trainer des SC Paderborn, erst vor kurzer Zeit: "Gegen wen wir und gegen wen die anderen jetzt noch spielen, das interessiert mich überhaupt nicht.“ Gemeint ist das Restprogramm, über dessen Wichtigkeit sich ligaintern tatsächlich herrlich streiten lässt – ganz wertlos ist es nicht, das ist klar. Drei feststehende Absteiger sind einfacher zu bespielen als drei Aufstiegskandidaten im Endspurt. Aber gegen wen kicken unsere Kandidaten für die 2. Bundesliga und jene, die den Klassenerhalt sichern wollen? liga3-online bewertet die letzten drei Aufgaben jener Vereine, die noch keine Planungssicherheit besitzen.

Der Aufstiegskampf

  • Sportfreunde Lotte (H)
  • Fortuna Köln (A)
  • FSV Zwickau (H)

Der Zweitliga-Absteiger begrüßt zum Saisonfinale gleich zwei Aufsteiger im heimischen Stadion – klar, mittlerweile ist diese Einordnung längst überholt. Lotte ist immer unangenehm zu bespielen, Zwickau in der Rückrunde überragend unterwegs: Kein Kanonenfutter für Duisburg, das maximal fünf Punkte für die Verwirklichung des Aufstiegstraums benötigt. Weil mit Fortuna Köln zwischendrin ein Krisenclub des Jahres 2017 wartet und über 5000 Zebra-Fans die kurze Reise antreten werden, ist Duisburg der Aufstieg kaum zu nehmen. Prognose: 6-7 Punkte

 

  • Hansa Rostock (H)
  • Sonnenhof Großaspach (A)
  • Hallescher FC (H)

Holstein Kiel ist bärenstark unterwegs und erwartet zum Saisonausklang gleich drei Teams, für die es in jedem Fall um nichts mehr gehen wird. Rostock, Großaspach und Halle bewegen sich zwischen Gut und Böse, agieren derweil möglicherweise nicht mehr mit letztem Einsatz und stellen allesamt schlagbare Gegner dar. Im Finale kann sich Kiel nur selbst schlagen – kommen dort nicht die sechs bis sieben benötigten Punkte zusammen, dann hat die KSV die 2. Bundesliga auch nicht verdient. Prognose: 6-7 Punkte

 

  • FSV Frankfurt (H)
  • VfR Aalen (A)
  • Sportfreunde Lotte (H)

Obacht, 1. FC Magdeburg! Das Restprogramm ist tückisch. Zuerst kommt der FSV Frankfurt, seit der Insolvenzmeldung ein Geisterschiff auf dem Drittliga-Ozean – aber dennoch in der Lage, Favoriten zu ärgern. Fragt mal in Duisburg nach…Danach folgt die Reise zum starken VfR Aalen, der sich weiter durch die juristischen Instanzen kämpft und eine aufstiegsreife Saison spielt. Abschließend kommt Lotte ohne großen Druck, dafür aber mit Spielern, die sich nochmals empfehlen wollen. Gar nicht mal so leicht, diesen 3. Platz zu halten! Prognose: 4-5 Punkte

 

  • Rot-Weiß Erfurt (A)
  • Chemnitzer FC (H)
  • Preußen Münster (A)

Na, wem fällt der erste Nachteil des Jahn im Vergleich zur Konkurrenz auf? Richtig: Regensburg muss noch zweimal auswärts ran, und selbst das einzige Heimspiel verkommt gegen den Chemnitzer FC zu einer attraktiven wie schweren Aufgabe. Erfurt kämpft noch um den Klassenerhalt, braucht dringend Punkte – nicht leicht! Chemnitz spielt allenfalls noch um Punktprämien, ist aber immer für einen Sieg gut – schwierig! Und der SC Preußen stellt nicht umsonst aktuell das beste Heimteam der Liga dar. Was für ein schweres Restprogramm, der SSV wird sich strecken müssen. Prognose: 3-5 Punkte

 

  • Fortuna Köln (H)
  • FSV Zwickau (A)
  • SC Paderborn (H)

Zwei Heimspiele hat wiederum der VfL Osnabrück, eines davon gegen zuletzt stark nachlassende Kölner, die noch Punkte gegen den Abstieg benötigen. Dann folgt die Reise nach Zwickau – jeder weiß, was dort erwartet werden muss – und abschließend der SC Paderborn. Dieser dürfte noch unter Druck stehen, sofern er die vorherigen beiden Partien nicht gewinnt, sodass selbst ein Entscheidungsspiel in Richtung Relegation und Regionalliga nicht ausgeschlossen werden kann. Neun Punkte bräuchte der VfL wohl, ob diese auch eingeplant werden können, ist aber eher fraglich… Prognose: 5-6 Punkte

 

Der Abstiegskampf

  • VfL Osnabrück (A)
  • MSV Duisburg (H)
  • FSV Mainz 05 II (A)

Einige Niederlagen haben Fortuna Köln derart weit zurückgespült, dass der Klassenerhalt noch nicht in trockenen Tüchern ist. Auswärts in Osnabrück gibt es mit den Leistungen der letzten Wochen eher nichts zu holen, auch gegen Duisburg dürfte ein Punkt das Maximum sein – zumal der MSV im Normalfall im Südstadion sein Entscheidungsspiel um den Aufstieg bestreiten wird. So könnte der Showdown tatsächlich im letzten Auswärtsspiel bei Mainz 05 II blühen, immer vorausgesetzt, die Konkurrenz aus Paderborn und Bremen punktet fleißig. Kein leichter Job für Uwe Koschinat. Prognose: 2-4 Punkte

 

  • Jahn Regensburg (H)
  • Hansa Rostock (A)
  • Sonnenhof Großaspach (H)

Aufstiegskandidat und zweimal Mittelfeld erwartet RW Erfurt in den letzten Wochen der Saison. Ein machbares wie anspruchsvolles Programm, auch weil Großaspach und Regensburg die bisher recht sattelfeste Defensive der Erfurter fordern werden. Nach vielen Remis in den letzten Wochen sollte schon gegen Regensburg ein Heimspiel folgen, um keine Zweifel an der Ligazugehörigkeit aufkommen zu lassen. Denn ob RWE einen Absturz in die Viertklassigkeit verkraften würde, ist stark anzuzweifeln… Prognose: 4-5 Punkte

 

  • FSV Zwickau (H)
  • Preußen Münster (H)
  • VfL Osnabrück (A)

Endlich wieder über dem Strich! Kurzzeitig jubelt der SC Paderborn, aber für wie lange? Mit Zwickau und Münster warten zwar zwei Heimspiele in Serie, aber auch zwei bockstarke Rückrundenteams. Ist das Glück des Tüchtigen mit dem späten 1:0 bei Fortuna Köln schon aufgebraucht? Der FSV als auch Münster können nicht als Pflichtsiege abgetan werden – erst recht nicht das Saisonfinale in Osnabrück, das aktuell noch um die Relegation kämpft. Paderborn hat schwere 270 Minuten vor sich, aber mit den sechs Punkten der letzten Begegnungen einen ordentlichen Mutmacher intus. Prognose: 3-6 Punkte

 

  • Hallescher FC (H)
  • FSV Frankfurt (A)
  • VfR Aalen (H)

Seit fast zwei Monaten geht bei Werder Bremen II gar nichts mehr. Kein Sieg, drei Remis, sechs Niederlagen – können die Nordlichter sich davon erholen? Der HFC erscheint als lösbarer Gegner, der taumelnde FSV Frankfurt am richtigen Tag ebenso. Dann noch Aalen, die ohne endgültiges Urteil als Wundertüte gelten: Eine interessante Mischung, die seine Würze nicht nur darin besitzt, dass Bremen vor einem Jahr gegen Aalen bereits den Last-Minute-Klassenerhalt sicherte. Abzuschreiben ist der SVW noch nicht. Prognose: 3-4 Punkte

 

  • VfR Aalen (H)
  • Sportfreunde Lotte (A)
  • Fortuna Köln (H)

Nach vier Niederlagen zwischen dem 30. und 33 Spieltag standen die Rheinhessen schon mit einem Bein in der Regionalliga, nun schöpft die Elf von Sandro Schwarz nach zwei Siegen in Folge tatsächlich noch mal Mut. Allerdings liegt der FSV noch immer satte sechs Punkte hinter dem rettenden Ufer. Nur wenn die Konkurrenz durch die Bank patzt, hätten die Nullfünfer noch eine realistische Chance – vorrausgesetzt natürlich, sie gewinnen ihre letzten drei Spiele allesamt. Doch allein das anstehende Spiel gegen den VfR Aalen könnte diese Rechnung schon zunichte machen. Mit viel Glück könnte es am letzten Spieltag aber zum Entscheidungsspiel gegen Fortuna Köln kommen. Prognose: 2-4 Punkte

   
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