Daniel Lück: "Stefan Krämer wird ein großer Trumpf sein"

Torhüter Daniel Lück bringt Bundesliga-Luft zu Energie Cottbus. Zwar kam der 24-Jährige in der vergangenen Saison beim SC Paderborn nicht zum Einsatz, durfte die Weltmeister-Liga aber immerhin von der Bank hautnah miterleben. Bei Energie Cottbus startet Lück, der seit 2012 nur elf Spiele absolvierte, nun einen Neuanfang. Im Interview mit liga3-online.de spricht der Hoffenheimer Jugendspieler über die Rolle des Zuschauers, über seinen Anspruch und erklärt, warum Trainer Stefan Krämer ein großer Trumpf sein wird.

liga3-online.de: Hallo Herr Lück. Sie sind vor einigen Wochen mit Paderborn aus der Bundesliga abgestiegen. Warum hat es für den Klassenerhalt nicht gereicht?

Daniel Lück: Wir haben zwar eine starke Hinrunde gespielt und dabei viele Leute überrascht, aber der Knackpunkt war sicherlich der schwache Start in die Rückrunde (0:5 in Mainz, 0:3 gegen den HSV, Anm. d. Red.) – da haben wir viele Punkte liegen gelassen. Wenn man lange Schwächephasen hat, wird man auf diesem Niveau eiskalt bestraft – dann reicht es nicht. Mit ein bisschen Glück hätten wir noch die Relegation erreichen können, aber insgesamt denke ich, dass wir viele Kritiker mit unserem Auftreten überzeugt haben.

Der SCP ist im letzten Jahr erstmals in die Bundesliga aufgestiegen, Ihnen blieb jedoch nur die Rolle des Zuschauers. Wie ist es als Spieler, gerade auch als Torhüter, immer nur auf der Bank zu sitzen?

Ich bin ein Torhüter, der spielen will. Das möchte letztlich jeder Profi. Deshalb ist es natürlich nicht optimal, wenn man auf der Bank sitzt, das ist klar.

Trauern Sie der Bundesliga nach? Es wäre sicherlich ein tolles Gefühl gewesen, zumindest einen Einsatz in der Elite-Liga in seiner Vita stehen zu haben, oder?

Ja schon, aber ich bin noch jung und kann noch ein paar Jahre Fußball spielen. Ich habe hohe Ziele, bin ehrgeizig und möchte noch viel erreichen.

Sie sprechen Ihre hohen Ziele an. Wie hoch soll es denn gehen?

Das kann man natürlich nie sagen. Das Wichtigste ist erst einmal, dass ich gesund bleibe und auf meine Spielzeiten komme. Dann kommt der Rest von alleine. Ich konzentriere und freue mich jetzt voll auf Energie.

Seit 2012 haben Sie nur elf Spiele absolviert. Ein Nachteil?

(überlegt) Ich habe immer auf hohem Niveau trainiert und bin generell ein Torwart, der schnell in den Spielrhythmus findet. Zudem habe ich in Paderborn auch einige Freundschaftsspiele bestritten.

Jetzt haben Sie in Cottbus unterschrieben und stehen demnächst wahrscheinlich wieder regelmäßig im Tor. Was hat den Ausschlag für Energie gegeben?

Ich habe sehr positive Gespräche mit Stefan Krämer und Roland Benschneider geführt, in denen sie mir das Gefühl gegeben haben, mich unbedingt verpflichten zu wollen. Dann war die Entscheidung klar, dass ich gerne für Cottbus spielen möchte.

Wann und wie kam der Kontakt zu Cottbus zustande?

Auch wenn ich mit Paderborn in der Bundesliga geblieben wäre, war mir klar, dass ich eine Herausforderung suche, da ich unbedingt spielen möchte. Mit Cottbus ging dann alles recht schnell.

Sie sind mit dem Anspruch, Stammkeeper zu sein, nach Cottbus gekommen, oder?

Ja klar. Ich bin nicht nach Cottbus gekommen, um mich wieder auf die Bank zu setzen.

Haben Sie die Spiele Ihrer neuen Mannschaftskollegen in der Endphase der letzten Saison bereits verfolgt?

Ich habe mich zunächst auf die Spiele mit Paderborn konzentriert, da wir noch bis zum Schluss die Chance auf den Klassenerhalt hatten.

Welchen Eindruck haben Sie bisher von Trainer Stefan Krämer? Kann er eine Aufstiegsmannschaft formen?

Auf jeden Fall. Stefan Krämer hat in der Vergangenheit schon gezeigt, dass er ein guter Trainer ist und Mannschaften für den Aufstieg formen kann. Ich bin sehr optimistisch, dass er uns gut einstellen wird – er wird ein großer Trumpf sein.

Der Aufstieg ist wahrscheinlich auch innerhalb der Mannschaft ein Thema.

Klar, das wäre schon gut, aber man darf nicht so viel darüber reden. Wir sind zwar ambitioniert, sollten aber erstmal kleinere Brötchen backen. Schließlich will die halbe Liga aufsteigen.

Nachdem Ihr auslaufender Vertrag in Hoffenheim im Juni 2012 nicht verlängert wurde, waren Sie über vier Monate vereinslos. Stand Ihre Karriere da schon vor dem Aus?

Nein, aus solchen Phasen kann man sogar gestärkt hervorgehen. Mir lag damals ein Vertrag vor, jedoch sind dann einige Dinge unglücklich gelaufen – so ist das im Fußballgeschäft. Die TSG Hoffenheim war dann aber für mich da und ich durfte regelmäßig mit dem Profiteam trainieren. Es gibt nicht viele Torhüter, die auf Bundesliga-Niveau trainieren dürfen.

Vervollständigen Sie zum Abschluss noch folgenden Satz: Daniel Lück feiert am Ende der Saison …

(überlegt) Gute Frage. Was fällt Ihnen denn da ein?

Wenn man den Aufstieg feiern könnte, wäre das aus Ihrer Sicht sicherlich eine gute Sache. Aber die meisten Spieler würden diesen Satz wohl mit „… feiert am Saisonende einen guten Abschluss der Serie“ vervollständigen.

Das klingt gut – dann sage ich das auch (lacht).

 

 

   
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