Dämpfer für Hansa Rostock: "Das tut richtig weh"

Es bleibt dabei: Der F.C. Hansa Rostock kann in Zwickau einfach nicht gewinnen – der letzte Sieg datiert aus dem Jahr 1982. Besonders bitter: Die Kogge war am Mittwochabend die bessere Mannschaft, ging beim 0:1 aber dennoch als Verlierer vom Platz und musste damit einen Dämpfer im Aufstiegskampf hinnehmen.

Hansa nutzt beste Chancen nicht

Als Innenverteidiger Oliver Hüsing nach Abpfiff zum Gespräch mit "Hansa-TV" erschien, war ihm die Enttäuschung über den Spielverlauf deutlich anzumerken: "Die Niederlage tut richtig weh. Zwickau hatte nicht eine echte Torchance und weiß selbst nicht wie sie gewonnen haben." Hansa hingegen startete rasant in die Partie, entwickelte frühzeitig Torgefahr und erkämpfte sich auch die zweiten Bälle. Bereits nach acht Minuten verpasste Soufian Benyamina eine Hereingabe von Mounir Bouziane nur knapp. In der 12. Minute verhinderte der Ex-Rostocker Brinkies im Tor der Gastgeber die vermutlich dickste Chance des FCH, als er eine Hackeneinlage von Benyamina gerade noch über das Tor lenkte. Hansa erspielte sich weiter fleißig Chance um Chance, der finale Pass als Brustlöser fehlte jedoch. "Wir haben es nicht geschafft, unsere Chancen zu nutzen", bilanzierte Trainer Pavel Dotchev nach Abpfiff.

Auch nach der Halbzeitpause ähnelte sich das Bild: Vor allem Benyamina, der in dieser Saison bereits elf Tore erzielt hat, scheiterte wiederholt an Brinkies, auch Pascal Breier vergab eine Hundertprozentige. Und so kam es wie es kommen musste. In der Drangphase der Rostocker schlugen die Gastgeber eiskalt zu und gingen nach einer Ecke durch Antonitsch in der 72. Minute in Führung. Gerade vor diesen Situationen hatte Hansa-Trainer Pavel Dotchev noch vor der Partie gewarnt. "Sie haben nur darauf gewartet und dann ist es tatsächlich so eingetreten", sagte er bei "Telekom-Sport". Hansa versuchte in den letzten Spielminuten noch einmal alles, aber die Gastgeber verteidigten mit viel Leidenschaft und gingen als Sieger vom Platz – auch, weil sie zum richtigen Zeitpunkt das Tor erzielten.

"Die bessere Mannschaft hat verloren"

"Das ist ärgerlich und enttäuschend", gab Dotchev einen Einblick in seine Gefühlswelt und brachte es anschließend auf den Punkt: "Es ist brutal! Die bessere Mannschaft hat verloren. Wir hatten die klar besseren Chancen, haben es aber nicht geschafft, das Tor zu erzielen." Das Spiel durch einen Standard zu verlieren, sei "sehr bitter", so Dotchev weiter. Es war die Quittung für zahlreich herausgespielte Chancen, die jedoch ungenutzt blieben. "Wir sind enttäuscht, denn wir wollten die drei Punkte holen", äußerte sich Pascal Breier nach Spielende bei "Hansa-TV" und gab selbstkritisch zu: "Wir waren nicht effektiv genug." Auch Benyamina haderte nach dem Abpfiff mit seinen vielen ungenutzten Möglichkeiten: "Wir hätten von Anfang an einen vorlegen müssen, dann hätten wir das Spiel auch nach Hause gebracht.“

Einen Vorwurf machte Dotchev seinen Jungs trotz der mangelhaften Chancenverwertung aber nicht: "Manchmal ist Fußball hart. Wir haben eine engagierte Leistung gezeigt und das Spiel kontrolliert." Mit der Phase nach dem Gegentor war der Hansa-Coach allerdings nicht zufrieden: "Nach dem 0:1 haben wir unsere Linie verloren und ein wenig chaotisch gespielt." Nun muss Dotchev die Mannschaft, die "sehr enttäuscht über das Ergebnis" sei, wieder aufbauen, denn viel Zeit bleibt nicht. Schon am Samstag trifft Hansa im heimischen Ostseestadion auf Tabellenführer Paderborn. "Wir müssen jetzt die Köpfe freibekommen", so Dotchev.

Vier Punkte hinter Platz drei

Und geht es nach dem Übungsleiter der Kogge, sollten die Spieler die Tabelle künftig ausblenden: "Die Mannschaft darf sich keinen Druck aufbauen und schauen, was die Konkurrenz macht." Dotchev fordert: "Wir müssen uns auf uns konzentrieren." Wer dennoch einen Blick auf das Tableau wirft, wird feststellen: Die Ausgangslage im Aufstiegskampf hat sich ein wenig verschlechtert. Zwar hat die Kogge noch ein Nachholspiel in der Hinterhand, doch nach nur einem Punkt aus den letzten beiden Spielen beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz momentan vier Punkte.

Mit einem Sieg gegen den SC Paderborn könnte Hansa am Samstag jedoch ein Ausrufezeichen setzen und den Druck auf die Konkurrenz wieder erhöhen. Und wie man im eigenen Stadion gegen einen Tabellenführer gewinnt, das hat die Kogge vor knapp zwei Wochen schon gegen Magdeburg gezeigt.

   
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