Coronavirus: Noch keine Auswirkungen auf Spielbetrieb

Das Coronavirus breitet sich momentan aus und ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen. Auswirkungen auf den Spielbetrieb in der 3. Liga hat die Lungenkrankheit, die ihren Ursprung in China hat, derzeit aber noch nicht.

DFB steht im Austausch

In der Schweiz wurden am Freitag alle Partien der 1. und 2. Liga abgesagt, nachdem der Bundesrat sämtliche Veranstaltungen mit mehr als 1.000 teilnehmenden Personen mindestens bis zum 15. März verboten hat. Auch in der italienischen Serie A waren zuletzt mehrere Partien abgesagt worden, am Wochenende werden gleich fünf Spiele ohne Zuschauer stattfinden. In Deutschland soll am anstehenden Wochenende dagegen nach Stand von Freitagmittag wie geplant gespielt werden. Der DFB verwies auf Anfrage auf ein Interview mit Prof. Dr. Tim Meyer, dem Vorsitzenden der Medizinischen Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und dem Nationalmannschaftsarzt.

Demnach stünden DFB und DFL "in engem Austausch mit den zuständigen Institutionen". Entscheidungen über Absagen "müssen die Gesundheitsbehörden treffen", erklärt Meyer. "Denn dabei sind neben Aspekten der Infektionsvorbeugung auch solche des gesamten öffentlichen Lebens zu berücksichtigen, von dem der Fußball nur einen Teilbereich darstellt." Dennoch müsse sich der Fußball wappnen und vorbereiten, "damit wir von der Spitze bis an die Basis eventuelle Maßnahmen schnell und kompetent umgesetzt bekommen." Einige Drittligisten haben bereits erste Maßnahmen ergriffen, beim TSV 1860 wird zum Beispiel auf das obligatorische Händeschütteln verzichtet. Zudem sollen in mehreren Stadien Spender mit Desinfektionsmitteln aufgestellt werden. 

Geisterspiele nicht ausgeschlossen

Sollte sich das Virus in Deutschland weiter ausbreiten, könnten allerdings Geisterspiele "eine Überlegung" sein, wie Meyer betont. Klar ist aber: Auch ein Spiel ohne Zuschauer kann nur von den lokalen Gesundheitsbehörden angeordnet werden. Warum überhaupt eine Gefahr bei Spielen bestehen könnte, erklärt der DFB-Arzt so: "Die Zuschauer treten in engen Kontakt, man denke nur an die Stehplätze, wo sich die Fans etwa nach einem Tor der eigenen Mannschaft in die Arme fallen. Die Gefahr einer Übertragung des Virus' ist dadurch beträchtlich höher, als wenn man einen vernünftigen Abstand hat." 

Um eine Ansteckung zu vermeiden, rät Meyer: "Jeder sollte sich mindestens fünfmal täglich gründlich die Hände waschen, mit Seife, mindestens 30 Sekunden lang. Alternativ oder zusätzlich kann man auch ein Desinfektionsmittel verwenden. Darüber hinaus sollte insbesondere zu unbekannten Personen, aber auch zu solchen mit Erkältungssymptomen nach Möglichkeit ein Abstand von mindestens einer, besser zwei Armlängen eingehalten werden." Wichtig in diesem Zusammenhang: Für Panik besteht kein Grund. Denn an der "normalen" Grippe (Influenza) sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts in dieser Saison allein in Deutschland 130 Menschen gestorben – und damit deutlich mehr, als im gesamten Bundesgebiet bisher überhaupt am Coronavirus erkrankt sind.

   
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