Chemnitzer FC: Understatement anstatt große Töne spucken

Der Chemnitzer FC startet am Samstag, um 14 Uhr bei Zweitliga-Absteiger VfR Aalen in die Drittliga-Saison 2015/16. Im fünften Jahr ihrer Drittliga-Zugehörigkeit gehören die Himmelblauen nicht zuletzt aufgrund der prominenten Neuzugänge zu jenen Vereinen, denen man berechtigterweise Aufstiegsambitionen bescheinigt.

Erster Spieltag – Erster Prüfstein

In der kürzlich von liga3-online.de durchgeführten Trainer-Umfrage zu den potentiellen Aufstiegskandidaten stand der CFC gemeinsam mit den Stuttgarter Kickers, Holstein Kiel und der SG Dynamo Dresden besonders hoch im Kurs. Das Gros der Trainerkollegen attestierte der Mannschaft von Karsten Heine das nötige spielerische Niveau, um in der Liga eine starke Rolle zu spielen. Vom Lob der Konkurrenz kann man sich vor dem Saisonstart freilich genauso wenig kaufen wie von der letztjährigen Tabellenplatzierung, geschweige denn den damals erzielten Punkten – immerhin 59 an der Zahl. Das weiß auch CFC-Präsident Dr. Mathias Hänel, der auf der Pressekonferenz vor dem Gastspiel in Aalen eine sachlich nüchterne Analyse durchführte. "Natürlich wollen wir uns sportlich verbessern, aber auch wir starten wieder bei Null und müssen zunächst unsere Hausaufgaben machen“, so Hänel. Aus diesem Grund bestehe das primäre Saisonziel darin, zunächst die für den Klassenerhalt geforderten 45 Punkte einzufahren. Understatement anstatt große Töne spucken, heißt daher das Gebot der Stunde. Obwohl natürlich auch die CFC-Verantwortlichen wissen, dass Neuzugänge wie Martin Fenin, Ronny König, Christian Cappek oder HSV-Leihspieler Matti Steinmann durchaus in der Lage sind, der Mannschaft des CFC zusätzliches spielerisches Esprit und die nötige offensive Durchschlagskraft zu verschaffen, die in der Vergangenheit bisweilen noch fehlten.

Namen machen noch keinen Aufsteiger

Prominente Neuzugänge sind allerdings noch kein Freifahrtsschein für sportlichen Erfolg. Frei nach dem Motto: "Es gewinnen nicht die elf Besten, sondern die beste Elf“, müssen die Himmelblauen erst den Beweis erbringen, dass in der Saisonvorbereitung aus arriviertem und neuem Personal eine verschworene Gemeinschaft zusammengewachsen ist. „Integrieren ist keine Einbahnstraße“, nimmt Heine die gesamte Mannschaft deshalb in die Pflicht. Zudem warnt der CFC-Trainer vor überzogenen Erwartungen an Königstransfer Martin Fenin. "Martin ist gewillt bei uns wieder Anschluss an den Spitzenfußball zu finden, aber jeder weiß, dass sich der Fußball seit Martins Glanzzeit gewandelt hat“, so Heine.

Kevin Kunz soll die Null festhalten

Kevin Kunz heißt die neue Nummer eins des CFC. Der Neuzugang von der SG Sonnehof Großaspach setzte sich hauchdünn (O-Ton Heine) gegen Daniel Batz durch und soll die Torhüter-Ära nach Philipp Pentke einleiten. „Kevin hat einfach mehr Ausstrahlung gezeigt und seine Vorderleute sehr gut organisiert“, erklärt Heine die Vorzüge von Kunz. Mit neuem Torhüter, dafür aber drei verletzten Stammspielern tritt der CFC am Samstag in Aalen an. Da Philip Türpitz und Tom Scheffel längerfristig ausfallen und Fabian Stenzel verletzungsbedingt ebenfalls nicht zur Verfügung steht, stapelt Heine tief. „Die Wahrheit darüber, wo wir stehen kommt erst in den kommenden Wochen“, weiß Heine. Gerade Tom Scheffel (Kreuzbandriss) und Philip Türpitz (Magen-Darm-OP) dürften schmerzlich vermisst werden, zählten die beiden auf der rechten Seite bisher schließlich zum verlässlichen Stammpersonal. Gut möglich, dass Martin Fenin in Aalen für Türpitz die rechte Außenbahn bespielen darf und Kevin Conrad ihm als Rechtsverteidiger die nötige Rückendeckung geben wird. Auch Marco Kehl-Gómez könnte den Part des Rechtsverteidigers mimen. Doch egal welche zehn Teamkollegen Kapitän Anton Fink in Aalen aufs Feld führen wird, die Marschroute ist klar. "Wir wollen so viele Siege feiern wie möglich und in Aalen damit anfangen“, machte Drittliga-Toptorjäger Fink eine klare Ansage.

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