Trainer-Umfrage: SGD und Kiel sind Top-Aufstiegsfavoriten

In wenigen Tagen rollt endlich wieder der Ball. Auch in der mittlerweile achten Serie der Drittliga-Geschichte dreht sich wieder alles um eine Frage: Wer schafft den Aufstieg in die 2. Bundesliga? Genau diese Frage hat liga3-online.de den 20 Trainern gestellt. Das Ergebnis: 17 der 20 Übungsleiter machen Dynamo Dresden zum Top-Aufstiegsfavoriten. Nur Uwe Neuhaus selbst sowie Stefan Krämer (Cottbus) und Karsten Neitzel (Kiel), die sich nicht festlegen wollten, haben die SGD nicht auf dem Zettel. Holstein Kiel folgt mit 15 Nennungen auf Rang zwei, dahinter fächert sich das Feld mit Chemnitz, Stuttgart (je 7), Wiesbaden (4) und Münster (2) breit auf. Cottbus und Würzburg wurden zudem je einmal genannt.

"Dynamo hat die Qualität, um als Ligafavorit zu gelten"

Anders als es das eindeutige Ergebnis vermuten lässt, taten sich viele Trainer zunächst schwer, drei Mannschaften zu nennen. "Die Liga ist sehr ausgeglichen, im Gegensatz zur letzten Saison gibt es kaum eine Mannschaft, die man von vornherein als Aufsteiger zählen kann", spricht Chemnitz-Trainer Karsten Heine das aus, was die meisten seiner Kollegen denken. Ginge es nach Heine, würden 10 bis 12 Mannschaften um den Aufstieg in die 2. Bundesliga mitspielen. Dass Dynamo Dresden dennoch in fast allen Tipps auftaucht, erklärt Erfurt-Coach Christian Preußer so: "Sie haben sich sensationell verstärkt." Heine ergänzt: "Dynamo Dresden hat die Qualität in der Mannschaft und das nötige Fanpotential im Rücken, um als Ligafavorit zu gelten.“ Auch die Verpflichtung von Trainer Uwe Neuhaus wurde in vielen Prognosen als ausschlaggebend herausgestellt. Hansa-Coach Karsten Baumann sah die SGD in der letzten Saison mit Platz sechs zudem "unter Wert platziert".

Kiel: Eine eingespielte Mannschaft

Ebenfalls deutlich fiel das Votum für Holstein Kiel aus (15 Nennungen). Die Störche, die in letzter Minute in der Relegation gegen 1860 München den Kürzeren gezogen hatten, gelten unter den Trainern auch in der neuen Saison als ernsthafter Aufstiegsanwärter. Vor allem die Tatsachen, dass die Mannschaft eingespielt (O-Ton Heine), der Kader zum Großteil zusammen geblieben sei (Rehm) und auf dem Transfermarkt gute Arbeit geleistet wurde (Preußer), hat viele Trainer dazu bewogen, die KSV Holstein zum Mitfavoriten zu machen.

* Peter Vollmann, Sven Köhler und Sven Demandt nominierten mehr als drei Teams.

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Chemnitz und Stuttgart "haben sich gut verstärkt"

Mit jeweils sieben Nennungen können sich der Chemnitzer FC und die Stuttgarter Kickers in unserer Umfrage Hoffnungen auf den Relegationsplatz machen. "Chemnitz hat sich intensiv und gut verstärkt", lobt Aalen-Trainer Peter Vollmann die Arbeit seiner Kollegen. Auch Kickers-Trainer Horst Steffen muss anerkennen, dass die Himmelblauen mit Martin Fenin, Ronny König und Christian Cappek einige Top-Spieler nach Chemnitz locken konnte. Die Kickers stehen diesem aber im Nichts nach und konnten u.a. Edisson Jordanov und Rouven Sattelmeier für sich gewinnen.

Außenseiterchancen für Würzburg und Magdeburg

Auf den weiteren Plätzen fächert sich das Feld auf. Hier erwarten die Trainer, wie bereits erwähnt, ein breites Feld, das um den Aufstieg mitspielen wird. Neben Wiesbaden ("Haben sich selbst zu einem Favoriten ernannt", Vollmann), und Münster taucht auch Cottbus auf der Liste auf. Werder-Trainer Alexander Nouri traut sogar Aufsteiger Würzburg eine Überraschungsrolle zu. Auch der "1. FC Magdeburg wird definitiv eine gute Rolle spielen", glaubt CFC-Coach Karsten Heine.

Absteiger Aue und Aalen werden nicht genannt

Besonders auffällig: Anders als in den letzten Jahren tauchen die beiden Zweitliga-Absteiger Aue und Aalen in keiner der Tipps auf. Beide Mannschaften mussten einen großen personellen Umbruch vollziehen und werden daher nach Ansicht der Trainer wohl nicht ganz oben mitspielen. "Doch für jedes Team, ganz gleich wer es ist, zählen die ersten zehn bis zwölf Spieltage. Erst danach wird sich zeigen, wer um den Aufstieg mitspielen wird", spricht Heine seinen Kollegen Sven Köhler (Halle), Peter Vollmann (Aalen) und Sven Demandt (Wiesbaden) aus dem Herzen, die sich nicht auf drei Mannschaften festlegen wollten. "Ich gehe davon aus, dass das Niveau und die Leistungsdichte in der Liga noch höher sein werden als in der vergangenen Spielzeit. Daher traue ich grundsätzlich auch jeder Mannschaft zu, um den Aufstieg mitzuspielen", weicht Neitzel der Frage nach den Aufstiegsfavoriten aus.

 

Mitarbeit: Michael Thiele, Yannick Bakic, Claudia Schmidt, Christoph Lesk, Oliver Thiel, David Reininghaus, Steffen Krapf, Alica Schmidt

   
  • hannes

    Dass P. Vollmann mehr als 3 Teams zu Aufstiegskandidaten macht, wundert mich gar nicht. Wahrscheinlich sieht er, wie letzte Saison schon, 14 potenzielle Favouriten und eine Liga, wo der Sieg jedes Teams 50% hat …

    Bitte mal merken: Es ist nicht schlimm zuzugeben, dass die persönliche Einschätzung schwer ist. Das heißt aber NICHT, dass es WIRKLICH so viele Favouriten gibt. Das heißt einfach nur, man weiß es nicht.

    • hannes

      Bezüglich Ausgeglichenheit der Liga:
      Letzte Saison hat es den zweitniedrigsten Wert an Remis gegeben mit 96 Spielen (25%). Nur die Saison 09/10 hatte (ebenfalls 25%, aber nur 94 Spiele) ähnlich wenig gleichwertige Begegnungen. Üblich sonst sind 28 bis 33% (bis zu 124 Remis). Das ist zumindest ein deutliches Indiz dafür, dass die Liga doch nicht so ausgeglichen war, wie (leider) immer wieder zu hören war und ist.

  • Adlerträger

    Die Kickers sehe ich nicht so stark. Die Mannschaft hat letzte Saison eigentlich schon über ihrem Potential gespielt, zudem weden sie nun anders wahrgenommen. Halimi wird auch nicht 1:1 zu erstetzen sein. Man muss also wahrscjeinlich auch einen gravierenden Systemumbau in Kauf nehmen.
    Die Aufsteiger kann ich kaum einschätzen, wobei Würzburg und Magdeburg starke Mannschaften zu haben scheinen. Dabei sehe ich den FCM allerdings im Vorteil: Der Club verfügt im Ernstfall wohl über die größeren Mittel, auch aufgrund der Fanbasis. Zudem spielt die Mannschaft schon mehr als ein Jahr auf gutem Regionalliga-Niveau mit dem selben Grundgerüst.
    Rostock und Wehen müssten eigentlich Jahr für Jahr oben Mitspielen, nach den verkorksten Spielzeiten verstärken sie sich von den Namen her immer gut. Ob bei hansa der Knoten platzt ist allerdings fraglich, sie können vielleicht als Geheimfavorit herhalten. Wehen dürfte da schon ein wenig weiter sein, allerdings muss der offensive Aderlass erstmal ersetzt werden. Es wird also wohl nur durch eine stabilere Defensive gehen. In der letzten Saison musste Kolke zu oft die Eisen allein aus dem Feuer hohlen. Des Weiteren vermisse ich Halle, die schon länger im oberen Mittelfeld mitspielen und denen der nächste Schritt zuzutrauen ist. Die Topfavoriten sind auch für mich Dresden und mit Abstrichen auch Kiel.
    Die Liga wird wohl wie immer ziemlich offen sein. Zudem wäre es eine überraschung, wenn es keine Überraschungen im po. wie im neg. Sinne geben sollte.

  • Blitzschlag

    Es ist immer leicht, die Favoritenrolle an einen Verein zu vergeben, um bei Mißerfolg gerade auf diesen dann einzuprügeln. Aber gerade Dynamo Dresden sollte den Anspruch haben, genau den Druck aufzunehmen um eine erfolgreiche Saison zu absolvieren.

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