Carl Zeiss Jena: René Eckardt von Klassenerhalt überzeugt

Die Hoffnung beim FC Carl Zeiss Jena lebt wieder, nachdem die Thüringer zuletzt zwei Siege gegen Energie Cottbus und Hansa Rostock feiern konnten. Urgestein und Kapitän René Eckardt zeigte sich im Interview mit der "Ostthüringer Zeitung" optimistisch, dass die Kritiker am Saisonende verstummen werden.

"Sonst wäre das Licht ausgegangen"

Das Kellerduell zwischen Jena und Schlusslicht Aalen vor drei Wochen wurde bereits als "letzte Chance" für den FCC deklariert, doch die Thüringer konnten auch dieses Match nicht für sich entscheiden. Danach aber griff unerwartet ein psychologischer Kniff von Trainer Lukas Kwasniok, dank dem die Jenaer nun zwei Siege in Folge feiern konnten. "Vielleicht haben wir uns das Erfolgserlebnis in den vergangenen Wochen erarbeitet, erkämpft. Gerne hätten wir das eher gehabt", sagte Kapitän René Eckardt nun im Interview mit der "Ostthüringer Zeitung". Aber es gilt auch: "Besser spät als nie", denn mit fünf ausstehenden Partien hat der FCC noch Zeit, sich über den Strich zu retten. Drei Punkte beträgt der Rückstand momentan.

"Fakt ist: Es war an der Zeit, sonst wäre das Licht ausgegangen", weiß das Jena-Urgestein auch, dass der Verein am Rande des Abgrunds arbeitet. "Vor drei Wochen waren wir abgeschrieben und sind jetzt nah dran. Das haben uns nur wenige zugetraut", möchte der 29-Jährige hervorheben, dass sich die Spieler des FCC den großen Kritikern widersetzt haben. Die fehlende Wertschätzung der Fans und die andauernde Häme ließe die Spieler nicht kalt, ließ Eckardt einblicken: "Wir wurden als Absteiger bezeichnet – das war nicht einfach, wenn man nur noch kritisiert und beleidigt wird, die Unterstützung verloren gegangen ist."

Eckardt glaubt an die Mannschaft

Nun aber habe man ein Spielsystem gefunden, in dem es zuletzt funktionierte. "Ich fühle mich im Zentrum wohler. Dort kann ich nach vorn, nach hinten, links und rechts mein Spiel auslegen, dort nicht abhängig bin von Zuspielen und anderen Aktionen", spricht Eckardt auch über seine eigene Rolle im veränderten Auftritt des FCC. Damit könne das Team im Saisonfinale noch einmal angreifen: "Wenn man sieht, was zwei Siege für Selbstvertrauen geben, was wir für Rückenwind und Rückhalt von den Fans erhalten, wie der gesamte Verein zusammengerückt ist, damit wir die nötigen Punkte noch holen, dann ist der Glaube doch berechtigt."

Die Schuld für das schlechte Abschneiden suche Eckardt selbstverständlich bei niemand anderem, als bei der Mannschaft selbst. "Die Ergebnisse haben nicht gestimmt, das wissen wir alle. Deswegen sind wir froh, dass wir sie jetzt liefern. Es hätte dann keine Ausreden mehr gegeben", gesteht der FCC-Kapitän ein. In den letzten fünf Spielen wolle das Team zeigen, dass man zum Klassenerhalt fähig sei und die Kritiker damit verstummen lassen. "Niemand hat Lust auf Regionalliga. Genau das ist nämlich der größte Unterschied. In der Dritten Liga spielst du in geilen Stadien, wo viel mehr Zuschauer sind, wo die Aufmerksamkeit viel größer ist", freut sich der 29-Jährige auf das große Finale in der Saison, die möglichst mit dem Klassenerhalt des FCC im Mai enden soll.

Eigene Zukunft ungeklärt

Wie auch immer der Abstiegskampf enden sollte, die eigene Zukunft ließ René Eckardt ungeklärt: "Das hängt vom Verein ab. Mein Vertrag gilt in der vierten Liga nicht. Bislang gab es keine Gespräche." In Jena wüsste man, dass Eckardt "immer ein offenes Ohr" für den Verein habe, schließlich kickte der 29-Jährige noch nie woanders. "Der Verein braucht einen Plan. Dann ist es egal, in welcher Liga das ist. Dann bin ich bereit, mitzuhelfen", knüpft der Kapitän seinen zukünftigen Verbleib aber auch an Bedingungen, dass ein potentieller Abstieg nicht im Chaos endet.

   
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