Carl Zeiss Jena: Befreiungsschlag zum richtigen Zeitpunkt

Hinter zwei lang ersehnte Premieren kann der FC Carl Zeiss Jena einen Haken machen. Beim 2:0-Erfolg in Halle erzielte Timmy Thiele das erste Drittliga-Tor und die Mannschaft insgesamt den ersten Sieg nach dem Abschied aus der Spielklasse im Jahr 2012.

Hallo-Wach-Effekt in der ersten Spielminute

Überschattet von der Kopfverletzung des HFC-Keepers Oliver Schnitzler zeigten sich beide Trainer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel reserviert. Dennoch war Jena-Coach Mark Zimmermann die Erleichterung über den ersten Sieg des Aufsteigers deutlich anzumerken. "Ich freue mich sehr, dass wir endlich den Bock umgestoßen haben. Mit unserem Spiel war ich über weite Strecken zufrieden", äußerte der 43-Jährige nach den 90 Minuten im Saale-Derby.

Tatsächlich brauchten die Thüringer erneut einen Hallo-Wach-Effekt. Geschah der am vergangenen Wochenende bei der 0:2-Niederlage gegen Fortuna Köln erst nach dem Schlusspfiff, als sich Jan Löhmannsröben und Marius Grösch ein kleines Handgemenge auf dem Platz lieferten, so wurde das Team von Halle gleich in der ersten Minute ordentlich wachgerüttelt. Als Halles Martin Röser frei vor dem Jenaer Tor auftauchte, wurde er in höchster Not noch von Dennis Slamar abgedrängt. "Wir brauchten wohl dieses Hallo-Wach-Erlebnis in der ersten Minute. Da hatten wir durchaus Glück und hätten in Rückstand geraten können", schilderte Mark Zimmermann die brenzlige Situation.

Jena mit Ausrufezeichen in der Diskussion um die Drittliga-Tauglichkeit

Das Glück war den Thüringern, die in Halle durch den Ausfall von Cros und Kühne deutlich ersatzgeschwächt antraten, im weiteren Spielverlauf hold. So bugsierte sich HFC-Keeper Oliver Schnitzler beim Jenaer Führungstreffer den Kopfball von Thiele unglücklich selbst ins Netz. Und während Halle sich in der zweiten Halbzeit durch die rote Karte von Braydon Manu schwächte, machte der neu in die Startelf beorderte Linksaußen Davud Tuma in der 60. Minute den Deckel auf die Partie.

Halle, wohl auch geschockt vom Zusammenprall Schnitzlers mit Tuma bei dessen Tor, zeigte nicht mehr die Comeback-Qualitäten wie beim 4:4 gegen den SC Paderborn. Der FC Carl Zeiss Jena durfte den ersten Sieg der jungen Drittliga-Saison feiern – gleichzeitig der erste seit dem 1:0-Heimerfolg über den SV Wehen-Wiesbaden am 28. April 2012. In der Diskussion um fehlende Verstärkungen und die nötige Drittliga-Tauglichkeit der Thüringer setzte die Mannschaft in Halle ein Ausrufezeichen. Den Schwung und die Euphorie über den ersten Dreier gilt es für die Zimmermann-Schützlinge mit ins nächste Ost-Duell gegen den Chemnitzer FC zu nehmen (Samstag, 14 Uhr)

 
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