Braunschweig geht zum Auftakt unter: 1:4 bei 1860

Zum Jahresauftakt trafen sich im Grünwalder Stadion die Mannschaften mit einem Löwen im Wappen, doch bissig zeigten sich nur die Akteure vom TSV 1860 München. Die wackelige Defensive von Eintracht Braunschweig nutzte das Team von Michael Köllner mit kreativen Ideen eiskalt aus, sodass am Ende ein deutlicher 4:1-Sieg für die Gastgeber auf dem Papier stand.

1860-Chancen im Minutentakt

Mit dem Anstoß führte Vorjahres-Torschützenkönig und BTSV-Winterneuzugang Marvin Pourié in München seinen ersten Ballkontakt aus. Die erste Torraumszene gehörte aber den Gastgebern: Phillipp Steinhart wurde auf der Außenbahn nicht angegriffen, flankte maßgenau in die Mitte und fand Efkan Bekiroglu – der köpfte Steffen Nkansah wuchtig an, sodass das Spielgerät ins Tor sprang und die Münchener Löwen in Führung brachte (7.). Die Chance zum Ausgleich bot sich dem neuen Winter-Duo, nachdem sich Pourié mit Tempo auf dem Flügel durchsetzte und zu Merveille Biankadi in die Mitte weiterleitete – Aaron Berzel bekam gerade noch die Fußspitze dazwischen, sodass der BTSV-Angreifer freistehend den aufspringenden Ball hauchzart am Kasten vorbeisetzte (11.). Die Braunschweiger agierten wütend, doch die Akteure vom TSV 1860 wirkten abgeklärter. Nach einem Eckball wurde Sascha Mölders nach einem vermeintlichen Handspiel zurückgepfiffen, nachdem er Jasmin Fejzic mit einem wuchtigen Abschluss prüfte (20.). In der nächsten Aktion war 1860 München wieder eiskalt: Dennis Dressel setzte sich im Mittelfeld beinahe mühelos gegen Bernd Nehrig durch und vollstreckte aus der Distanz präzise im unteren linken Eck (22.).

Braunschweig zeigte sich geschockt, der dritte Treffer lag gleich zwei Mal nach einem abgefälschten Schuss und einer Parade auf der Linie in der Luft (23.). Die Defensive der Niedersachsen bekam keinerlei Zugriff auf die Partie, einen weiteren Kopfball von Mölders fischte Fejzic mit einem Sprung aus dem Winkel (25.). Die Offensive des BTSV funktionierte dagegen außerordentlich: Erst wurde der Ball perfekt auf Danilo Wiebe durchgesteckt, die Flanke von Außen musste Marcel Bär am langen Pfosten nur noch einnicken (29.). 1860 München wollte antworten, im Braunschweiger Strafraum kam es zum Scheibenschießen – drei Ecken von Steinhart sorgten hintereinander für große Gefahr in der BTSV-Hintermannschaft (32.). Es blieb dabei, dass sich die Münchener häufiger in Szene setzen konnte, ein weiterer Distanzsschuss von Dressel konnte Fejzic aber parieren (35.) und Robin Ziegele rettete in letzter Instanz per Grätsche vor dem durchstartenden Stefan Lex (38.). Das Spielgeschehen blieb in der Folge intensiv, nur die Strafraumszenen nahmen ab – weil jetzt auch die Braunschweiger sicherer standen.

Mölders entscheidet per Doppelpack

Aus der Kabine kam die Braunschweiger Eintracht besser heraus, als im ersten Abschnitt: Einen ersten vielversprechenden Angriff auf den 1860-Kasten unterband Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck wegen eines Handspiels von Biankadi (48.). Dann wurde es kurios: 1860-Keeper Marco Hiller kam weit aus seinem Kasten raus – zu weit? Auf der Strafraumlinie spielte der Schlussmann den Ball mit der Hand, BTSV-Stürmer Pourié beschwerte sich erfolglos (55.). Die Münchener sorgten mit Standardsituationen für Entlastung und Steinhart bewies, dass er nicht nur als Vorbereiter glänzen kann – sein Seitfallzieher ging allerdings über den Kasten (61.). 1860 wurde daraufhin wieder stärker und blieb eiskalt: Mit einem präzisen Heber leitete Lex den Ball in der Mitte gefühlvoll zu Mölders weiter, der Nkansah nicht in den Zweikampf kommen ließ und frei vor Fejzic zum dritten Treffer der Münchener einschob (67.).

Die Braunschweiger waren daraufhin um eine weitere Antwort bemüht, doch das Spielgeschehen schien mit fortlaufender Zeit immer stärker abzunehmen – 1860 kontrollierte die Partie über weite Strecken. Weil die Münchener aber trotzdem bei ihrer offensiven Ausrichtung blieben, konnte Mölders das Spiel kurz darauf entscheiden: Nachdem sich der Stürmer rustikal gegen Ziegele durchsetzte, legte er auf Lex quer und zu dritt liefen die Münchener auf Fejzic zu – Lex gab seinem Sturmpartner das Leder uneigennützig zurück und der schnürte seinen Doppelpack zum 4:1 (79.). Der Routinier hatte damit noch nicht genug, knallte das Leder in der nächsten Aktion aus 16 Metern wuchtig per Volley an den Innenpfosten, von wo es zum Glück der Braunschweiger wieder heraussprang (81.). Weitere Gegentreffer blieben dem BTSV erspart, sodass das Team von Marco Antwerpen das vierte Spiel in Folge ohne Sieg erlebte. 1860 München bleibt dagegen unter Köllner ungeschlagen und rückt bis auf einen Punkt an den Tabellenfünften heran. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze beträgt elf Punkte.

   
  • Remo Wiesner

    Also ich finde Braunschweig hätte den Sieg verdient gehabt.
    Immerhin nehmen sie so viel Geld in die Hand! :D

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