"Brutaler Gegenwind": Janßen zählt Spieler nach Havelse-Pleite an

Die Luft bei Viktoria Köln wird immer dünner. Nach der 0:1-Niederlage gegen Schlusslicht Havelse zum Auftakt des 9. Spieltages am Freitagabend fanden die Beteiligten deutliche Worte. Neben der Ankündigung von zusätzlichen Trainingseinheiten für die kommende Woche nahm Trainer Janßen seine Spieler in die Pflicht. 

"Eine schwere Zeit"

Neun Spiele, davon lediglich ein Sieg, aber bereits sechs Niederlagen: Die Bilanz der Kölner nach knapp einem Viertel der Saison liest sich alles andere als positiv. Die 0:1-Niederlage gegen den TSV Havelse, der zuvor mit sieben Niederlagen in Folge den Negativrekord der 3. Liga aufstellte und zuvor noch komplett ohne jeden Saisonsieg war, stellt nun wohl den absoluten Tiefpunkt dar. "Wir haben uns das natürlich ganz anders vorgestellt heute. Wir haben uns einiges vorgenommen, aber uns ist nicht viel gelungen", wusste auch Köln-Eigengewächs Kai Klefisch nach dem Spiel am Mikrofon von "MagentaSport". Generell habe er "wenig Ideen" im erschreckend harmlosen Offensivspiel der Gäste gesehen, die dazu führen, dass es derzeit alles andere als gut um die Viktoria bestellt ist. "Es ist eine schwere Zeit gerade bei uns. Wir brauchen einfach mehr Biss", so der 21-Jährige.

Ganz unschuldig war der seit sieben Jahren in Köln spielende Klefisch nicht an der Niederlage. So verursachte er gegen Julius Düker etwas plump den Elfmeter, der zum entscheidenden 0:1 werden sollte (33.). "Den Elfmeter muss ich auf meine Kappe nehmen – ganz klar. Ich gucke nur auf den Ball und habe damit gerechnet, dass er vor mir aufkommt. Er hat sich dann vor mich gestellt. Muss man geben", gestand Klefisch ein. Durch den Treffer und die daraus resultierende Niederlage rückt Havelse bis auf einen Punkt an Köln heran, das mit lediglich fünf Punkten und einem Torverhältnis von 8:17 den 18. Platz einnimmt.

Janßen ratlos

Während sich der Mittelfeldmann, der an diesem Tag zentral in der defensiven Dreierkette auflief und dort überfordert wirkte, aber optimistisch zeigte, "dass wir da zusammen wieder rauszukommen", fiel das Fazit vom Cheftrainer ernüchternder aus. "Ich weiß nicht, wieso auf dem Platz nicht diese hundertprozentige Gier und die absolute Leidenschaft zu sehen war", zeigte sich Janßen frustriert über die gezeigte Leistung seiner Mannschaft und sprach von einem "Spiegelbild der letzten Wochen". So habe er erwartet, dass seine Mannen "mit Herz und Seele auf dem Platz sind, doch das waren wir in der ersten Halbzeit einfach nicht".

Auch dass er statt auf Routiniers wie Bunjaku oder Thiele mit Youngsters wie Jastremski oder Amyn auflief, wollte der 54-Jährige nicht als Ausrede gelten lassen. Dies seien "Entschuldigungen, die nicht zählen". So werde es nun in der kommenden Woche "brutalen Gegenwind geben" – vermutlich auch zu seiner Person. Mit einer Freistellung rechnete der Trainer am Freitagabend jedoch nicht und kündigte stattdessen "die eine oder andere" zusätzliche Trainingseinheiten für die kommende Woche an, in denen die Beteiligten das Geschehen "nochmal im Detail besprechen" können. Besserung muss schnell her, wartet doch in der kommenden Woche der MSV Duisburg, der ebenfalls hinter den Erwartungen zurückblieb. "Es gibt nichts mehr schön zu reden. Wir müssen den Abstiegskampf jetzt annehmen, Havelse hat gezeigt, wie es geht", sagte Jeremias Lorch gegenüber dem Vereins-TV.

   
  • DM von 1907

    Unfassbar schwacher Auftritt von Köln. Spieler wie Fritz, Klefisch oder Palacios haben fast schon Arbeitsverweigerung betrieben. Und in der Nachspielzeit beim Stand von 0:1 noch mehrfach auf den eigenen Torwart zurückzuspielen, zeugt schon von einer gewissen Lustlosigkeit.

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