Saar-Derby zum Auftakt: FCS startet Projekt Klassenerhalt

Einen schöneren Auftakt kann man sich nicht wünschen. Nicht nur aus Sicht der saarländischen Anhänger wartet der erste Spieltag nach der Winterpause mit einem Leckerbissen auf. Das Spiel zwischen der SV Elversberg und 1. FC Saarbrücken ist längst ausverkauft und die Vorfreude bei den Beteiligten riesengroß (live im Ticker auf liga3-online.de). Gastgeber Elversberg hätte noch weitaus mehr Karten verkaufen können, doch mehr als 8200 Zuschauer fasst das noch nicht fertiggestellte Stadion Kaiserlinde derzeit nicht. Während die Gastmannschaft aus Saarbrücken von rund 5500 Anhängern begleitet wird, darf sich auch die SVE auf große Unterstützung ihrer Fans und eine tolle Atmosphäre freuen. Auch wenn sich diese Begegnung bislang nicht die Geschichte anderer Derbys im Saarland erarbeiten konnte, schicken sich die beiden besten Vereine des Bundeslandes nun an, ein weiteres Kapitel im traditionsreichen Saar–Fußball aufzuschlagen. So lässt sich diese Paarung zwar noch nicht in dieser geschichtsträchtigen Reihe einordnen, dennoch weckt sie Nostalgie. Denn besonders im Hinblick auf die große Geschichte, die etwa einst mit dem internationalen Saarlandpokal oder der Saar – Nationalelf geschrieben wurde, ist es ein Höhepunkt dass sich im deutschen Profifußball wieder zwei Saarteams begegnen. Nach den zahlreichen Abstiegen vieler seiner Vereine, ist der Saar – Fußball nun dabei, sich in Deutschland zurückzumelden.

„Wir werden nicht nach Ausreden suchen"

Damit dieser Versuch kein jähes findet, haben beide Vereine in der Winterpause kräftig aufgerüstet, denn Abstiegskampf ist angesagt. Angesichts von fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer hat der FCS gleich neun Neuzugänge geholt, darunter prominente Namen wie Stefan Reisinger oder Kevin Pezzoni. Elversberg steht als 16. der Tabelle nur geringfügig besser da, weshalb auch dort ein Umbruch mit fünf neuen Spielern stattfand. Unter den neuen Voraussetzungen blicken die Verantwortlichen beider Vereine entschlossen auf die anstehende Aufgabe.Saarbrückens Trainer Milan Šašić gibt bereits die Richtung vor: „Wir werden nicht nach Ausreden suchen, sondern uns stellen und versuchen, mit einem positiven Ergebnis zu starten.“ In Bezug auf das wichtige Ziel Klassenerhalt macht auch die Entwicklung der neu formierten Mannschaft Fortschritte: „Wir haben immer betont, die Zeit ist unser größter Gegner. Die Integration lief reibungslos, doch es geht noch darum, ein System zu verfestigen, um im Spiel aus diesem die richtige Lösung parat zu haben.“ Um das Spiel erfolgreich angehen zu können, hat sich Šašić ein genaues Bild des Gegners gemacht: „Sie haben sich als Neuling in der Liga bisher sehr stabil präsentiert und oft gepunktet, das verdient Respekt. Wir haben uns wie immer sehr akribisch vorbereitet und wissen, was uns erwartet.“ Beim Unternehmen Klassenerhalt setzt er besonders auf die Anhänger: „Ich denke, wir können uns auf eine sehr lautstarke Unterstützung und prickelnde Stimmung freuen. Wir brauchen den Zusammenhalt, um gemeinsam die schwierige Situation zu meistern. Wichtig ist aber auch ein fairer Umgang, auch mit den Anhängern anderer Vereine. Ich wünsche mir, dass wir uns alle gemeinsam positiv präsentieren, wir auf dem Platz und unsere Fans auf den Rängen.“

„Ich weiß noch nicht mal, welche Spieler überhaupt im Kader sein werden"

Doch auch die SV Elversberg möchte sich weder in Sachen Stimmung, noch auf dem Platz geschlagen geben. "Erstes Spiel 2014, Saarderby, ausverkauftes Stadion, viele neue Spieler auf beiden Seiten, wir freuen uns – mehr gibt es dazu nicht zu sagen“, so der Elversberger Übungsleiter. Mit welcher Aufstellung der 1. FC Saarbrücken geschlagen werden soll, konnte Dietmar Hirsch noch nicht verraten. „Ich weiß noch nicht mal, welche Spieler überhaupt im Kader sein werden. Natürlich haben wir eine Idee, wie es mit den drei Punkten klappen könnte, aber die hat unser Gegner sicherlich auch." Obwohl die Blau-Schwarzen in den letzten Tagen das Training der Elversberger beobachten ließen, verzichtete Dietmar Hirsch auf diese  Maßnahme. „Sowohl Saarbrücken als auch wir hatten in der Winterpause eine große Fluktuation und haben viele neue Spieler im Kader. Da wird im Training sehr viel ausprobiert und experimentiert. Ob da wichtige Erkenntnisse für das Spiel zu gewinnen sind, stelle ich mal in Frage“, so der Coach.

 

So könnten sie spielen:

Elversberg: Kronholm – Gross, Itoua, Wenzel, Wolf – Billick, Buch – Wolfert, Rohracker, Salem – Smetana
Saarbrücken: Ochs – Judt, Knipping, Pezzoni, Kohler – Zeitz, Ballas – Reisinger, Korte, Ishihara – Ziemer
FOTO: Dieter Schmoll

   

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