Brisante Jahresversammlung beim VfL Osnabrück

Am heutigen Montag findet in der "Osnabrückhalle" um 19.30 Uhr die Jahreshauptversammlung des VfL Osnabrück statt. Dabei erwarten die Organisatoren der lila-weißen Versammlung einen großen Andrang, knapp 300 Mitglieder werden erwartet. Um 19.30 Uhr beginnt die Veranstaltung, über die schon im Vorfeld viel geredet wurde. Ein brisanter 5-Punkte-Plan begleitet den Montagabend, den wir von liga3-online.de genauer erklären.

Größter Umbruch seit Jahren

Der VfL Osnabrück steht derzeit vor dem wohl größten Umbruch seit mehreren Jahren. Neben Sportdirektor Lothar Gans, der zum 30. Juni 2012 aus seinem Amt ausscheiden wird und will, wird auch Präsident Dirk Rasch nach dieser am heutigen Abend stattfindenden Jahreshauptversammlung in sein letztes Amtsjahr gehen. Dies sind aber nur zwei von insgesamt fünf Punkten, die auf der Jahreshauptversammlung heute Thema sein werden. Auch über eine Strukturreform beim VfL Osnabrück wird nachgedacht, genau so wie vier Anträge einer informellen Gruppe diskutiert werden. Und am Ende steht noch ein Minus aus der abgelaufenen Zweitligasaison beim Absteiger, welches die Vereinsführung noch erklären muss. Wir von liga3-online.de haben uns den 5-Punkte-Plan nochmal genauer für euch angeschaut.

Punkt 1: Der Manager

Lothar Gans, seit 1999 hauptamtlicher Manager beim VfL Osnabrück, wird zum 30. Juni 2012 aus seinem Amt ausscheiden. Sein Vertrag läuft aus und wird nicht verlängert, wenngleich Gans den Lila-Weißen in anderer Position erhalten bleiben soll und auch will. Eine entsprechende Position für Lothar Gans habe man schon gefunden, so Präsident Dirk Rasch. Doch wer soll den Posten dann übernehmen? Vor der Saison hatte man angekündigt, dass Lothar Gans seinen Nachfolger selbst noch einweisen wird – ein frischer Mann, der neue Impulse setzen soll, sollte es werden. Umso überraschender ist es, dass es seit geraumer Zeit öffentliche Überlegungen gibt, den Posten des Managers, jedenfalls in der 3. Liga, vorerst nicht neu zu besetzen. Ob überhaupt ein neuer Manager kommt und wenn ja wer, ist also noch völlig unklar.

Punkt 2: Der Präsident

Dr. Dirk Rasch bekleidet seit 1997 ehrenamtlich das Amt des Präsidenten. Dieser ließ vor längerer Zeit verlauten, dass auch er nach dieser Jahreshauptversammlung am 14. November 2011 in sein letztes Amtsjahr gehen wird. Zuletzt zählte er zahlreiche Gründe auf, die ihn zum Rücktritt treiben. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich jedoch schwierig, auch auf dieser Position ist also noch nichts bekannt. Antworten bekommen die Mitglieder der Lila-Weißen möglicherweise in der Rede von Dirk Rasch.

Punkt 3: Die Strukturreform

Ein weitaus größerer und schwierigerer Brocken liegt den Führungskräften des VfL Osnabrück beim Punkt Strukturreform vor. Der Wirtschaftsrat schlägt vor, die Profifußballabteilung in eine Kapitalgesellschaft auszugliedern. Eine von vielen Optionen wäre dann, dass ein Aufsichtsrat hauptamtliche Kräfte in Bereiche einsetzt, wie beispielsweise Sport, Finanzen und Marketing. Dieser Vorstand der einzelnen Bereiche wäre dann für das Tagesgeschäft zuständig und würde vom Aufsichtsrat kontrolliert. Der Aufsichtsrat würde dabei von der Mitgliederversammlung und gegebenenfalls von Investoren besetzt werden – der Verein müsste aufgrund der 50+1 Regel die Mehrheit behalten. An der Spitze würde weiterhin ein ehrenamtlicher Präsident stehen. Dies ist aber nur eine von vielen Möglichkeiten, die Profifußballabteilung auszugliedern. Vorteile einer solchen Ausgliederung würden sein, dass eine Kapitalgesellschaft (GmbH, KG oder AG) Anteile, und damit auch Stimmrechte, an Geldgeber verkaufen kann. Ehrenamtliche Führungskräfte würden jedoch wegfallen, hauptamtliche Geschäftsführer würden gestärkt. Eine wirklich heikle Angelegenheit – Präsident Rasch jedenfalls versprach eine transparente und ergebnisoffene Diskussion.

Punkt 4: Anträge der NfdV-Gruppe

Vier Anträge reichte eine informelle Gruppe namens NfdV (Nur für diesen Verein) für die Jahreshauptversammlung ein.
Antrag 1: Das Präsidium soll die Versammlung vierteljährlich über den aktuellen Stand der Überlegungen über die Ausgliederung informieren.
Antrag 2: Informationen über den aktuellen Stand der Steuerermittlungen, Einsicht in den Durchsuchungsbeschluss sowie eine Aufklärung über die Hintergründe der Zahlung von 200.000 Euro an einen Spielervermittler.
Antrag 3: Bekanntgebung des Jahresabschlusses der "Lila-Weiß-Marketing GmbH", deren Anteile zu 51% beim Verein liegen.
Antrag 4:  Änderung der Satzung in den Bestimmungen für die Mitgliedsbeiträge: Ein Sozialtarif sowie auch eine quartale Zahlung des Beitrags werden gefordert.

Punkt 5: Das Saison-Minus

Am Schluss des 5-Punkte-Plans steht die ausführliche Erklärung des Saison-Minus, welches der VfL Osnabrück in der abgelaufenen Saison in der 2. Bundesliga eingefahren hat. War den Mitgliedern vor der Saison noch ein Plus von etwa 510.000 Euro angekündigt worden, steht am Ende ein Minus von 40.000 Euro, welches nicht nur durch nicht eingetroffene Zuschauerkalkulationen (13.500 statt 14.200 Zuschauer im Schnitt) und Winter-Transfers zu erklären ist. Beim ersten Minus nach einem Zweitligajahr in der Geschichte des VfL Osnabrück besteht also Klärungsbedarf.

Brisante Jahreshauptversammlung

Der 5-Punkte-Plan zeigt: Es wird eine brisante Jahreshauptversammlung am heutigen Montag, den 14. November 2011 um 19.30 Uhr in der "Osnabrückhalle", geben. Man darf gespannt sein, wie all diese Probleme gelöst werden sollen. Eine kleine Information für alle Mitglieder des VfL Osnabrück, die die Jahreshauptversammlung heute besuchen wollen: Wegen der Überprüfung der Mitgliedschaft bei jedem Besucher bittet der VfL um ein pünktliches Erscheinen, zumal knapp 300 Mitglieder am heutigen Abend erwartet werden.

FOTO: Flohre Fotografie

   
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