Brand nach 1:4 beim FCM: "Es wäre mehr möglich gewesen"

Man muss weit in der Vergangenheit graben, sucht man den letzten Auswärtssieg der Rostocker in Magdeburg. Es war genau vor 51 Jahren, als damals noch Empor Rostock bei Aufbau Magdeburg mit 2:1 gewann. Rund 25 Jahre nach seinem letzten Gastspiel in Magdeburg verlor der F.C. Hansa Rostock am 29. Spieltag an der Börde mit 1:4 (1:2).

Nach zwei Siegen in Serie reisten die Rostocker begleitet von etwa 2.000 Anhängern mit breiter Brust nach Magdeburg. Nach einer ruhigen Anfangsphase war es Marcel Schuhen, der sich seitens Hansa das erste Mal auszeichnen konnte. Der Schlussmann entschärfte einen gezielten Schuss von Farrona Pulido. Der Führungstreffer der Gastgeber fiel nach einer Ecke (25. Minute), als Sowislo per Kopf den Ball über die Linie drückte. Hansa erarbeitete sich danach erste zaghafte Möglichkeiten, die jedoch durch den zweiten Magdeburger Treffer  wieder einen Dämpfer bekamen. In einer psychologisch wichtigen Phase konnte Rostock mit dem Anschlusstreffer durch Marco Kofler kurz vor der Pause wieder herankommen.

Ahlschwede: Wenn du hier was holen willst, musst du die Chancen verwerten

Hansa startete mit Schwung in die zweite Halbzeit, zeigte Willen und spielte engagiert nach vorne, lediglich der letzte entscheidende Pass fehlte. Die Rostocker Anhänger spürten, dass hier etwas möglich war, als Dennis Erdmann in der 58. Minute an die Querlatte köpfte. Die nächste dicke Chance hatte Kapitän Tobias Jänicke, der im völlig frei im Strafraum an Torwart Glinker scheiterte. "Wenn man hier was holen will, dann müssen wir die Dinger in der zweiten Hälfte einfach machen. Größere Chancen bekommst du hier einfach nicht“, kommentierte Maximilian Ahlschwede nach dem Spiel die Fahrlässigkeit in den eigenen Reihen. Rostocks Drangphase stoppte Stürmer Beck abermals durch einen Standard – 1:3. "Das 4:1 für den FCM mit der letzten Aktion war dann einfach zu viel“, so Ahlschwede über den Handelfmeter in der Nachspielzeit.

Hat sich Hansa unter Wert geschlagen?

Ein wenig zu deutlich fiel an diesem Nachmittag das Endergebnis aus. Hansa verlor zwar verdient, aber hielt auch phasenweise mit den Magdeburgern mit, die unter der Woche neun Stammspieler gegen den VfR Aalen geschont hatten. "Uns fehlten halt ein paar Prozent an körperlicher und damit auch an geistiger Frische. Das war sehr schade“, so Trainer Christian Brand. Einmal mehr machte die Effektivität den Unterschied aus. "Ich hätte heute gerne gesehen, was passiert wäre, wenn wir das 2:2 machen. Es wäre mehr möglich gewesen, aber wir haben leider die spielentscheidenden Fehler gemacht“, sagte Brand. Und damit sprach er Rostocks Anfälligkeit bei Standards in dieser Partie an. "Über zwei Standards haben sie uns heute getroffen. Das ist echt bitter, denn das sind Tore, die wir nicht kassieren dürfen, wenn wir da unten stehen“, fand auch Ahlschwede.

Weiterhin Abstiegskampf an der Ostsee

Mit der Niederlage rutschten die Hanseaten mit 32 Punkten auf den 15. Tabellenplatz ab. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze ist auf einen Punkt geschrumpft. "Wir haben die englische Woche recht ordentlich mit den sechs Punkten beendet, sind uns aber bewusst, dass wir immer noch in der Gefahrenzone schweben“, weiß Ahlschwede. Am kommenden Samstag kommt es erneut zu einem direkten Duell im Kampf um den Klassenerhalt. Der Gegner heißt dann Wehen Wiesbaden (16. Platz).

 

 
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