Born-Rückkehr: Diesen Transfer hat der SV Meppen gebraucht

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© SV Meppen

Ein bisschen Katerstimmung war rund um den SV Meppen in den vergangenen Tagen nicht zu leugnen. Wo würde der SVM ohne seinen Torjäger Benjamin Girth hinsteuern? Doch das Schicksal meint es gut mit den Emsländern: Mirco Born kehrt für ein Jahr zurück, weil er selbst unbedingt zurück nach Meppen wollte. Etwas Besseres hätte dem letztjährigen Aufsteiger wohl nicht passieren können. Ein Kommentar.

Ein Aufstiegsheld geht, der andere kommt

Wer sich an die famose Aufstiegssaison des SV Meppen zurückerinnert, der erinnert sich auch daran, dass die Niedersachsen ohne jegliche Ambitionen eines Spitzenteams gestartet waren. Doch mit zunehmender Dauer der Saison kristallisierte sich heraus, dass zwei Spieler für die Regionalliga Nord eindeutig überqualifiziert waren: Der eine war Benjamin Girth, der 20 Tore in 28 Spielen ballerte, in der 3. Liga anschließend eine ähnlich starke Spielzeit hinlegte und nun für eine wohl mittlere sechsstellige Ablösesumme zu Holstein Kiel wechselt. Der andere ist Mirco Born. Ein Emsländer Urgestein, etwas näher der Nordsee in Haren geboren. In Meppen, aber vor allem bei Twente Enschede ausgebildet, 2015 kehrte er nach Stationen in Köln und Berlin nach Meppen zurück. Ab Sommer 2016 schlug er ein.

Sieben Monate Leidenszeit

Elf Tore, 23 Vorlagen – Born gehörte zu einem famosen Offensivquartett, das von Marius Kleinsorge und Martin Wagner komplettiert wurde. Nur in acht von 31 Ligaspielen blieb er damals ohne Torbeteiligung, es war eine unfassbare Spielzeit für den damals 22-Jährigen. Zweitligisten klopften an, der SV Sandhausen machte das Rennen – ein Verein, bei dem sich Born sehr gute Einsatzchancen ausrechnete. "Ich muss jetzt den Schritt wagen“, sagte er damals. Und wer weiß, wie er eingeschlagen wäre? Niemand. Denn Mirco Born riss sich im Juli, mitten in der Vorbereitung, das Kreuzband. Eine monatelange Leidenszeit begann und endete am 24. Februar. In der zweiten Mannschaft des SVS war Born wohl der Einzige, der sich über die 0:3-Niederlage gegen den Göppinger SV nicht ärgerte. Sein Kreuzband hatte gehalten. Doch der Anschluss an die erfolgreiche Zweitliga-Mannschaft war längst verloren.

Ein Transfer, der schon gescheitert war

Nun kommt Born zurück. Es ist ein Wiedersehen, über das in Fankreisen schon seit dem Frühjahr spekuliert wird. Wo könnte der bald 24-Jährige besser zurück zu alter Form finden als bei dem Verein, bei dem er aufgeblüht ist? Mitspielen mussten aber sowohl der Spieler als auch sein Arbeitgeber – und der SV Meppen. Der nämlich hat auch ohne seinen Wirbelwind auf dem Flügel eine richtig starke Saison hinter sich. Dennoch war aus Sicht des SVM klar: Die bornsche Kombination aus Schnelligkeit, Dribbelstärke, Vorbereiter-Qualität und Abschlussstärke fehlt nicht nur ihm, sondern vielen Drittligisten. Born trainierte erst mit, dann wurde anderen, stärkeren Drittligisten das Interesse an seiner Person nachgesagt. Selbst Trainer Christian Neidhart äußerte sich äußerst skeptisch, Anfang Juni erklärte er die Rückkehr bereits für gescheitert.

Der unbändige Wille des Spielers

Er hatte wohl nicht mit dem offensichtlich unbändigen Willen seines ehemaligen Spielers gerechnet, der auf eigene Initiative beim SV Sandhausen vorsprach und seinen Wunsch erfolgreich durchbrachte, zu seiner – mittlerweile leicht veränderten – Aufstiegsmannschaft zurückzukehren. Etwas Besseres hätte dem SV Meppen so kurz nach dem bitteren Abgang von Benjamin Girth wohl nicht passieren können. Gleichzeitig werden die Erwartungen groß sein, und noch ist offen, ob Mirco Born nach mehr als einem Jahr ohne höherklassige Spielpraxis sogleich an sein altes Niveau anknüpft. Einiges hängt auch davon ab, ob Hannover-Leihgabe Fabian Senninger bald ebenfalls einen Vertrag unterschreibt. Der Außenverteidiger ist mit ähnlichen Attributen wie Born ausgerüstet – auf den Außenpositionen wäre Meppen (Nico Granatowski, Neuzugang Hassan Amin) dann enorm gut besetzt.

   

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