Biankadi im Interview: "Behalte mittlerweile mehr die Ruhe"

Von

© imago

Im Interview mit liga3-online.de spricht Rostocks Flügelflitzer Merveille Biankadi über die Positivserie des F.C. Hansa, Gründe für seine Torgefahr in den letzten Wochen, das Aufstiegsrennen und die kommende Partie bei den Sportfreunden Lotte am Freitagabend.

"Verspüren keinen Druck"

liga3-online.de: Seit sechs Ligaspielen ist der F.C. Hansa unbesiegt, zuletzt gab es in der 3. Liga vor der Länderspielpause einen 4:1-Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern. Nach einem Stolperstart in die Saison scheint sich Rostock mittlerweile stabilisiert zu haben. Warum läuft es derzeit rund, Herr Biankadi?

Merveille Biankadi: Wir haben uns als Team gefunden und sind dadurch spielerisch besser geworden. Außerdem stehen wir hinten stabiler, als noch zu Saisonbeginn. Mit den Erfolgserlebnissen kommt dann auch das Selbstvertrauen zurück. So, wie wir in den letzten Wochen gespielt und gepunktet haben, kann es gerne weitergehen.

Auch Sie selbst befinden sich in hervorragender Verfassung. Nachdem Sie in den ersten zehn Liga-Partien kein Tor erzielt hatten, trafen Sie in den zurückliegenden vier Spielen in der 3. Liga gleich dreimal. Beim 4:1 gegen Kaiserslautern gelang Ihnen neben einem Tor auch noch ein Assist. Wieso klappt es auf einmal mit dem Toreschießen in der 3. Liga? In der letzten Saison hatten Sie in 34 Begegnungen für Absteiger Rot-Weiß Erfurt gerade einmal ein Tor geschossen.

Dass ich nun häufiger treffe, liegt zunächst einmal daran, dass ich offensiver eingesetzt werde. Während ich bei Rot-Weiß Erfurt meist in der Zentrale als Sechser oder Achter gespielt habe, komme ich beim F.C. Hansa über den Flügel und schalte mich öfter vorne ein. Hinzu kommt, dass wir insgesamt eine Mannschaft sind, die einen sehr offensiven Spielstil pflegt. Das macht es für mich dann einfacher, zu Tormöglichkeiten zu kommen. Wenn ich zu Chancen komme, behalte ich mittlerweile mehr die Ruhe, denke weniger nach und treffe dadurch die richtigen Entscheidungen.

Der F.C. Hansa hat vor Saisonbeginn das Ziel ausgegeben, wieder oben anzugreifen. Durch die jüngste Positivserie ist Ihr Team auf Rang vier vorgerückt, der Rückstand auf Platz eins beträgt gerade einmal fünf Punkte. Wie schätzen Sie die Chancen auf den Aufstieg ein?

Wir haben uns eine ordentliche Ausgangslage erarbeitet und sind gut mit dabei. Allerdings wäre es noch zu früh, um zu prognostizieren, wie groß unsere Chancen auf den Aufstieg sind. Neben uns haben auch noch viele andere Vereine den Anspruch, nächste Saison in der 2. Bundesliga zu spielen. Ich finde es aber gut, dass klar vom Klub kommuniziert wurde, dass wir um den Aufstieg mitspielen wollen. So weiß jeder von uns Bescheid und hat ein Ziel vor Augen. Fakt ist aber auch, dass wir keinen großen Druck verspüren. Wir wollen aufsteigen, müssen es aber nicht.

Spitzenreiter ist nun schon seit einigen Wochen der VfL Osnabrück. Ist der VfL für Sie auch der Favorit auf die Meisterschaft?

Wer nach 15 Spieltagen mit vier Punkten Vorsprung Spitzenreiter ist, hat es auch verdient, die Liga anzuführen. Der VfL Osnabrück überzeugt vor allem defensiv und steht zurecht auf Platz eins. Das heißt aber nicht, dass der VfL für mich Titelfavorit ist. Es gibt einige Mannschaften, die das Zeug dazu haben, Meister zu werden. Einen klaren Favoriten gibt es nicht.

 

"Wäre sehr wichtig, mit Schwung in die Topspiele zu gehen"

Am Freitagabend geht es für den FC Hansa mit dem Spiel bei den abstiegsgefährdeten Sportfreunden Lotte weiter. Lotte rangiert zwar auf Tabellenplatz 15, hat aber seit fünf Partien nicht verloren. Was macht den Gegner gefährlich?

Die Sportfreunde haben in den zurückliegenden Wochen viel Selbstvertrauen getankt und sich im bisherigen Saisonverlauf kontinuierlich gesteigert. Lotte presst gut und macht es den Gegner schwer, ihr Spiel aufzuziehen. Uns erwartet also mit Sicherheit kein einfaches Spiel. Dennoch haben wir natürlich den Anspruch, den nächsten Sieg einzufahren und uns in der Spitzengruppe zu etablieren.

Danach folgen Spiele gegen die direkten Aufstiegskonkurrenten VfL Osnabrück und KFC Uerdingen. Ist es deshalb noch wichtiger, am Freitag zu gewinnen?

Definitiv. Es wäre sehr wichtig, mit Schwung in die Topspiele zu gehen. Die Partien gegen Osnabrück und in Uerdingen sind berühmte Sechs-Punkte-Spiele, in denen sich zeigen wird, wo wir aktuell stehen.

Wie wahrscheinlich ist es, dass wir in Lotte wieder ein Tor von Ihnen sehen?

Ich habe keine Ahnung, wie wahrscheinlich das ist. (lacht) Selbstverständlich würde ich mich freuen, wenn es wieder mit einem Tor klappt. Allerdings hat das nicht Priorität. Ich muss nicht unbedingt jede Woche treffen, sondern will vielmehr jedes Spiel gewinnen.

   

Hinweis: Seit dem 25. Mai gilt unsere neue Datenschutzerklärung.