"Bei aller Liebe": Schiri-Ärger bei Energie nach Topspiel-Pleite

Mit einem Sieg im Topspiel beim MSV Duisburg hätte Energie Cottbus einen großen Schritt Richtung Aufstieg machen können, jedoch mussten sich die Lausitzer mit 1:2 geschlagen geben. Im Nachgang haderten die Beteiligten zum einen mit der eigenen Leistung, zum anderen aber auch mit dem Schiedsrichter.

Verwehrte Ecke und gelbe Karten sorgen für Aufregung

Claus-Dieter Wollitz hatte es nach Spielende eilig. Unmittelbar, nachdem Schiedsrichter Robert Kampka die Partie beendet hatte, lief der Energie-Coach auf den Unparteiischen zu – und holte sich dabei die "obligatorische gelbe Karte" ab, wie er später bei "MagentaSport" berichtete. Warum Wollitz verwarnt wurde? Weil er den Assistenten nach eigenen Angaben gefragt habe, warum dieser mit dem Kopf geschüttelt hatte.

Dass es dafür Gelb gab, konnte Wollitz nicht nachvollziehen und monierte, dass Trainer keine Emotionen zeigen dürften. "Das dann immer mit Gelb oder Rot zu bestrafen, finde ich nicht in Ordnung." Grund für die Aufregung war ein nicht gegebener Eckball für Energie in der Nachspielzeit. Kampka habe sich Wollitz zufolge auf den Assistenten berufen und deshalb auf Abstoß entschieden. "Aber guck mal, was der für eine Sicht hat", verwies der 60-Jährige darauf, dass der Assistent aufgrund einer verdeckten Sicht gar nicht sehen konnte, dass Duisburgs Schlicke zuletzt am Ball war.

Für Diskussionen sorgten auch die gelben Karten gegen Axel Borgmann und Tolcay Cigerci – zumal es jeweils ihre fünften waren. Borgmann, der gegen Bulic den Ball gespielt hatte, seinen Gegenspieler dann aber auch traf, verstand die Welt nicht mehr: "Bei aller Liebe, aber es geht hier um den Zweitliga-Aufstieg. Ich mache in 90 Minuten ein Foul und bin sogar zuerst am Ball. Er macht dann so viel daraus." Gegenüber der "Lausitzer Rundschau" bezeichnete Borgmann den 25-Jährigen gar als "absoluten Schauspieler". Dass dieses eine Foulspiel nun eine Sperre zur Folge hat, "finde ich nicht gerecht, auch wenn ich jetzt ein schlechter Verlierer bin".

Wollitz stufte die Karte dagegen als vertretbar ein ("Das darf man so geben") und ärgerte sich stattdessen über die Verwarnung gegen Cigerci, der sich über ein nicht gepfiffenes Foulspiel gegen ihn beschwert hatte. "Er ist nicht einmal im Spiel geschützt worden. Im Gegenteil, wo er dreimal gefoult wurde, wird sogar noch weitergespielt." Am Ende sei es dann klar gewesen, "dass dieses Spiel diesen Verlauf nimmt, wenn die Spieler nicht geschützt werden."

"Haben nicht das beste Spiel gemacht"

Doch die Schuld für die Niederlage beim Schiedsrichter suchen wollten die Cottbuser nicht. "Wir haben nicht das beste Spiel gemacht", hielt Borgmann fest. Das sah auch Wollitz so und monierte vor allem, "dass wir im letzten Drittel mal wieder zu unsauber waren". Zudem habe sich sein Team "zu einfache Ballverluste" erlaubt und sei nicht geschlossen nachgerückt, wodurch die Ecke vor dem 0:1 entstanden war (32.). Auch aus der Halbzeit sei Cottbus nicht gut rausgekommen, sodass das 0:2 nach 56 Minuten fast schon folgerichtig war.

Was Wollitz aber positiv hervorhob, war die Tatsache, dass sein Team noch alles versucht habe. Der Anschlusstreffer durch Engelhardt, der zuvor bereits die Latte getroffen hatte, kam jedoch zu spät (90.+1). Daher gelte es, die Niederlage zu akzeptieren. In der Tabelle ist Duisburg nach Punkten zwar gleichgezogen, dennoch liegt Cottbus aufgrund der um zwei Treffer besseren Tordifferenz weiterhin vor den Zebras – und hat den direkten Aufstieg somit weiterhin in eigener Hand.

"Wir müssen uns jetzt schütteln. Und dann bin ich davon überzeugt, dass wir die Woche nutzen und dann neu angreifen werden", blickte Borgmann auf die Partie gegen Wiesbaden voraus. "Wir haben jetzt ein Heimspiel vor ausverkauftem Haus vor uns. Es gibt also viele Gründe, weiterhin positiv zu sein." Wollitz will die Mannschaft in den nächsten zwei Tagen "erstmal in Ruhe" lassen, damit diese abschalten kann. "Und dann hoffe ich, dass die Entscheidungen der Schiedsrichter für alle Mannschaften gleich sind. Das habe ich leider nicht gesehen." Dennoch wünschte er Kampka für das Karriereende im Sommer "nur das Beste".

   

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