"Pipi in der Buchse": Hirsch schwärmt nach Sieg im Spitzenspiel
Im eigenen Stadion bleibt der MSV Duisburg eine Macht – und weiterhin ungeschlagen! Das bekam auch Energie Cottbus zu spüren. Durch den 2:1-Heimsieg sind die Zebras nun punktgleich mit dem FCE und haben den direkten Aufstieg somit in eigener Hand. Trainer Dietmar Hirsch geriet im Nachgang ins Schwärmen.
Das "geilste Spiel"
Er musste erstmal kurz durchatmen, Dietmar Hirsch, als er nach Spielende zum Interview mit "MagentaSport" kam. Doch was heißt durchatmen? "Ich will gar nicht runterkommen, sondern es einfach genießen und mit meinem Staff gleich auch ein Bierchen trinken. Es war sehr anstrengend, aber einfach geil." Nicht nur, dass das Stadion mit 30.107 Zuschauern erstmals in dieser Saison ausverkauft war. Auch die Stimmung war mindestens zweitligareif.
"Da habe ich Pipi in der Buchse, das muss ich ganz einfach sagen. Die Fans haben nochmal einen draufgesetzt", geriet Hirsch ins Schwärmen und sprach vom "geilsten Spiel" in seiner bisherigen Trainerlaufbahn. "Ich hatte so eine Ausgangssituation noch nicht. Das Stadion war voll, es ist unfassbar, und ich kann mich nur bei jedem bedanken. Die Fans haben uns getragen, auch in den letzten Minuten, wo es eng wurde. Das pusht dich nochmal." Es sei "unfassbar geil, hier Trainer sein zu dürfen mit den geilen Fans. Wir wollen es jetzt durchziehen".
"Habe keinen Bock auf Relegation"
In der sechsminütigen Nachspielzeit musste der MSV nach dem Anschlusstreffer von Engelhardt (90.+1) in der Tat nochmal zittern, brachte den Sieg nach den Toren von Töpken (32.) und Kother (56.) aber über die Zeit. Bestnoten verdiente sich neben den Torschützen auch Rasim Bulic, der sich in jeden Zweikampf reinwarf – und nach Spielende zu den Fans auf den Zaun durfte. "Zu recht", wie Hirsch befand. Der MSV-Coach bescheinigte dem 25-Jährigen eine "unfassbare Leistung", weil er Tolcay Cigerci völlig aus dem Spiel genommen habe. "Er war völlig entnervt."
Bulic selbst betonte, dass er Emotionen in die Mannschaft reinbringen wollte. "Weil das, was heute hier abging, war einfach geisteskrank. Wir wollten es den Fans zurückgeben, aber auch uns." Und was gab er den Fans auf dem Zaun mit auf den Weg? "Ich habe gesagt, dass ich eigentlich keinen Bock auf die Relegation habe. Wenn wir jetzt noch die zwei Spiele gewinnen, sieht es, glaube ich, gut aus. Ich will gegen Aue und Köln gewinnen, und dann hier feiern."
"Müssen cool bleiben"
Neben sechs Punkten ist der MSV aber auch auf einen Patzer von Energie angewiesen. Es sei denn, die Zebras holen in den beiden verbleibenden Partien noch die um zwei Treffer schlechtere Tordifferenz auf. Dass der Aufstieg am Ende über die Tordifferenz entschieden wird, glaubt Hirsch aber nicht – und hielt sich mit einer ausführlichen Analyse der Partie zurück. "Ich möchte gar nichts Strategisches sagen. Wir sind im Aufstiegskampf und hatten heute ein Spitzenspiel, das wir gewinnen wollten. Das haben wir geschafft. Denn wenn wir verloren hätten, wäre es nur noch um Platz 3 gegangen."
Ab Dienstag beginnt die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel in Aue am kommenden Freitag. "Da wollen wir vorlegen", kündigte Hirsch an. Mit einem Sieg würde der MSV vorerst auf Platz 2 springen – und die Konkurrenz unter Druck setzen. "Wir müssen cool bleiben, einfach unser Ding machen und dann schauen wir, was die anderen machen", blickte Bulic voraus. Auf Tobias Fleckstein müssen die Meidericher in Aue allerdings verzichten, nachdem er zum fünften Mal Gelb gesehen hat. Auch der Einsatz von Joshua Bitter, der mit Rückenproblemen zur Pause raus musste, ist noch fraglich.