Hendl: "In größere Abstiegsgefahr kommen wir auf keinen Fall"

Bernhard Hendl ist seit dem 14. Spieltag die Nummer 1 bei Jahn Regensburg. Seit dem zahlt der 21-jährige das Vertrauen seines Trainers Spiel für Spiel zurück und sicher seiner Mannschaft mit seinen guten Leistungen die Punkte. Vier Mal in den neun Partien – seine ersten Spiele im Profibereich –  hielt der Österreicher bereits seinen Kasten sauber. Im Interview mit liga3-online.de spricht der Spieler des 20. Spieltags über die aktuelle Situation beim Jahn, erklärt, warum es auswärts oft schlechter läuft und geht auf seine persönlichen Ziele ein.

liga3-online.de: Hallo Herr Hendl! Danke, dass Sie sich Zeit genommen haben. Der Jahn liegt derzeit mit 28 Punkten auf dem 12. Platz. Nach 22 Spielen kann man damit eigentlich zufrieden sein, oder? Auch wenn es wegen der engen Tabellensituation nur drei Punkte auf den ersten Abstiegsplätze sind.

Bernhard Hendl: Servus! Im Prinzip ist das okay, allerdings haben wir – gerade auswärts – viele Punkte liegen gelassen. Der eine oder andere mehr wäre nicht verkehrt gewesen. Vor allem, weil die 3. Liga so eng beisammen ist.

Ein Sieg gegen Chemnitz, die zwei Punkte hinter dem Jahn liegen, wäre also wichtig…

Auf Platz 12 ist jeder Sieg wichtig, wenn man nach oben kommen möchte. Es ist wichtig, sich ein bisschen abzusetzen. Ein Sieg in Chemnitz wäre da natürlich Goldwert.

Also schaut ihr auch nach oben?

Klar! Wenn man sieht, dass wir auswärts kaum Punkte gemacht haben, dann ist in der Beziehung in der Rückrunde Nachholbedarf. Wenn wir das in den Griff bekommen, dann dürfte es nach oben gehen.

Können Sie sagen, warum es auswärts bisher nicht so gut geklappt hat? Schlechter ist die Leistung ja nicht unbedingt..

Ich denke die jeweiligen Heimteams müssen zu Hause das Spiel machen, es ist nicht leicht dagegen anzukommen. Aber so richtig erklären kann man das nicht, sonst würden wir es ja sofort ändern. Schwierig zu sagen.

Wo landet der Jahn am Ende der Saison?

Eine Prognose möchte ich nicht abgeben, aber ich denke schon, dass wir im ersten Tabellendrittel landen können. In größere Abstiegsgefahr kommen wir auf keinen Fall.

Kommen wir zu Ihnen: Sie stehen seit dem 14. Spieltag zwischen den Pfosten. Sie kassieren pro Spiel 0,8 Gegentore, seit der Entscheidung von Trainer Thomas Stratos den Torhüter zu wechseln gab es weniger Gegentore, der Punkteschnitt ist höher… Sind Sie mit Ihrer eigenen Leistung zufrieden?

Ja, ich bin insofern zufrieden, dass ich spielen darf. Die Punkteausbeute ist auch nicht schlecht, wenn man von den Auswärtsspielen mal absieht. Vielleicht liegt der Aufschwung ein kleines bisschen auch an mir, aber der Großteil liegt sicher an der gesamten Mannschaft. Sie hat sich weiterentwickelt und lässt einfach von Spiel zu Spiel weniger zu.

Sind sind 2010 von Ihrer Heimat in die A-Jugend von Wehen gekommen – wie kam es zu diesem Wechsel nach Deutschland? War das schon immer Ihr Ziel?

Ja, ich wollte schon immer ins Ausland, weil man dort bessere Chancen hat, sich im Fußball zu zeigen und zu beweisen. 2010 ist der 92er-Jahrgang aus der Jugend raus gefallen, in Deutschland ging die U19 noch ein Jahr. Dann bin ich in die A-Jugend-Bundesliga zu Wehen Wiesbaden gewechselt, um noch dieses Jahr lang Spiele mitzunehmen.

Das heißt, Ihr Ziel ist später auch die deutsche Bundesliga und nicht die österreichische?

Genau. Ich würde gerne so lange in Deutschland bleiben, wie es geht.

Sie sind im erweiterten Kreis der U21-Nationalmannschaft. Ist auch die Nationalmannschaft ein Ziel?

Das ist schon ein Ziel, aber wichtiger sind erst einmal die Aufgaben beim Jahn.

Ihr Vertrag läuft ja im Sommer aus…

Ja, aber ich kann mir definitiv vorstellen hier zu bleiben, gerade weil ich spielen darf. Ich möchte mich hier für einen weiteren Vertrag empfehlen!

Auch die Zuschauer mögen Sie: Nach der Heidenheim-Partie sind Sie bei liga3-online.de zum Spieler des Spieltags gewählt worden, die Heimfans feuern Sie immer wieder mit "HENDL!"-Rufen an. Motiviert Sie das oder nimmt man das gar nicht so wahr?

Ich bekomme es schon leicht mit und es freut mich, aber im Großen und Ganzen beeinflusst mich das nicht, auch wenn negative Rufe kommen sollten. Ich bin doch sehr konzentriert im Spiel.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg am Samstag in Chemnitz!

 

FOTOS: Marcel Junghanns / Klettermaxe Photographie / Fototifosi // regensburg1889.de

   
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