Bergmann: "Wir sind physisch vom Gegner vorgeführt worden"

Auch nach dem 30. Spieltag in der 3. Liga wartet der F.C. Hansa Rostock weiterhin auf den ersten Heimsieg in 2014. Vor 7.800 Zuschauern (darunter ca. 350 Gästefans) unterlagen die Hanseaten in der DKB-Arena den Zebras aus Duisburg mit 0:1 (0:1). Für die Rostocker, die aus den vergangenen fünf Heimpartien ein mageres Pünktchen von 15 möglichen holten, war es bereits die vierte Heimpleite in Folge. Sie rutschten mit 43 Punkten auf den 6. Tabellenplatz ab. Die Duisburger hingegen, die im siebten Anlauf erstmals wieder in der Fremde einen dreifachen Punkterfolg einfahren konnten, haben nun 41 Punkte und finden sich auf dem 9. Tabellenplatz wieder.

Sechzig Minuten hanseatische Planlosigkeit

Nach der ersten Hälfte rieb sich der treue Hansa-Fan am Samstag vermutlich die Augen. Glich doch das bis dahin Gebotene sehr der Partie vor einer Woche gegen Darmstadt. Andreas Bergmann wechselte im Vergleich zur 0:1-Darmstadt-Pleite auf zwei Positionen. Alexandre Mendy spielte für Youngster Robin Krauße und Johan Plat ersetzte seinen Sturmkollegen Nikolaos Ioannidis. Dennoch geriet Hansa von Beginn an unter Druck und kam nie richtig ins Spiel. Und wieder war es ein frühes Gegentor, welches die Kogge vollends außer Tritt brachte. Aus etwa 18 Metern erzielte Michael Gardawski ein Traumtor in der elften Minute, als er mit dem Außenriss einen Abpraller direkt an die Unterkante der Latte zirkelte. Und auch in der Folge dominierten die Gäste die Hanseaten und konnten sie mit gezieltem Pressing immer wieder unter Druck setzen. Andreas Bergmanns Vorgabe an seine Spieler, den Gegner früh zu attackieren, wusste indes niemand umzusetzen. Den Rostockern gelangen kaum überzeugende Aktionen. Tatsächlich durften sie sich bei den starken Duisburgern bedanken, dass es nur bei der 1:0-Führung blieb. „Wir sind physisch vom Gegner vorgeführt worden. Das kann so nicht weitergehen“, erklärte Andreas Bergmann nach der Partie. Klare Worte zu den enttäuschenden sechzig Minuten fand auch Torhüter Jörg Hahnel: „Ich habe keine Erklärung dafür, wie man eine erste Hälfte so leblos absolvieren kann. Es ist zum Kotzen und nicht zu entschuldigen.“

Dreißig Minuten hanseatisches Aufbäumen

Als in der 56. Minute der seit Wochen formschwache Milorad Pekovic durch Steven Ruprecht ersetzt wurde, schien ein Ruck durchs Stadionrund zu gehen. Die Hanseaten erarbeiteten sich zwar sehr gute Möglichkeiten, konnten ihre Chancen jedoch nie erfolgreich verwerten. So scheiterten Weidlich und Jakobs innerhalb weniger Minuten aus guter Position. Die Duisburger, nun unter ständigem Druck der Gastgeber, konnten sich kaum noch befreien. In der Schlussphase drängte Hansa samt eigenem Schlussmann im gegnerischen Strafraum auf den Ausgleich, scheiterte jedoch immer wieder am gut aufgelegten Gäste-Ersatzkeeper Marcel Lenz. Keeper Jörg Hahnel war mit der zweiten Hälfte seines Teams zufrieden: „Es klappte zwar nicht alles, aber mit der zweiten Halbzeit kann ich mich identifizieren. Da war Leidenschaft dabei.“ Andreas Bergmann sah es ähnlich: „Wir haben in den letzten 20 bis 25 Minuten viele Möglichkeiten gehabt, die wir aber nicht verwerten konnten. Im Moment tun wir uns einfach sehr schwer damit und müssen hart weiterarbeiten“, analysierte er und warf ebenso die Frage der Qualität in den Raum: „Es ist irgendwo auch eine Sache des Könnens. Man kommt dann Situationen, wo man auch nach Qualität fragen muss und ob man dem gerecht wird oder nicht.“

Unterm Strich bleibt der fade Beigeschmack der vierten Heimniederlage in Folge und dass die Hanseaten einmal mehr nicht in der Lage waren, neunzig Minuten lang konstant guten Fußball zu zeigen. Eine halbe Stunde Angriffsfußball war und ist unzureichend im knallharten Drittliga-Alltag. Ganz zentrale Tugenden und Werte wie Laufbereitschaft, Wille und Einsatz und Zweikampfstärke sollten mal wieder in den weiß-blauen Mittelpunkt rücken. Von der ersten bis zur letzten Minute der Nachspielzeit.

Am kommenden Dienstag geht es für die Rostocker in die englische Woche zur Auswärtspartie nach Saarbrücken. Das Hinspiel an der Ostsee endete 0:0.

FOTO: Sebastian Ahrens / rostock-fotos.de

 

   

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