Bei Abbruch: Hansa befürchtet Verlust von zwei Millionen Euro

Auch wenn erhebliche Einbußen aufgrund ausbleibender Zuschauereinnahmen die Folge sind, will Hansa Rostock die Saison mit Geisterspielen zu Ende bringen. Ein Grund: Bei einem Abbruch wäre der Verlust für die Kogge doppelt so hoch wie bei Spielen ohne Zuschauer.

Geringerer Verlust bei Geisterspielen

Schon vor einer Woche ließ Hansa-Boss Robert Marien im Interview mit liga3-online.de durchblicken, dass bei einem Abbruch "ein größerer finanzieller Schaden" droht, als bei einer Fortsetzung der Saison mit Geisterspielen. Gegenüber den "Norddeutschen Neusten Nachrichten" nennt Marien nun konkrete Zahlen. Während eine Fortführung unter Ausschluss der Öffentlichkeit einen Verlust von fast einer Million Euro bedeuten würde, wäre das Minus bei einem Abbruch "etwa doppelt so hoch". Heißt: Sollte die Saison nicht zu Ende gespielt werden, droht Hansa ein Verlust von rund zwei Millionen Euro. Entsprechend seien Geisterspiele "aktuell noch die beste der schlechtesten Optionen", sagte Marien zuletzt. Mario Kallnik, Geschäftsführer des 1. FC Magdeburg, hatte im Gespräch mit unserer Redaktion dagegen eine Rechnung aufgestellt, wonach ein Abbruch günstiger sei. Spiele ohne Zuschauer bezeichnete er als "wirtschaftlich unvernünftigste Lösung".

Kurzarbeit bei Abbruch?

Doch Hansa befürchtet – im Gegensatz zum FCM – neben den wegfallenden Zuschauereinnahmen offenbar auch hohe Regressansprüche von Werbepartnern. Auch aus der Zentralvermarktung würde die Kogge rund 300.000 Euro verlieren. Zudem kann der Klub nicht wie beispielsweise der 1. FC Kaiserslautern die Mietzahlungen für das Stadion aussetzen, da er Eigentümer der Arena ist. Außerdem hat Marien Zweifel daran, ob Kurzarbeit "bei Profispielern bei einem freiwilligen Abbruch noch greift". Das soll zunächst geprüft werden. Viele offene Fragen also. Marien appelliert daher an die Konkurrenten: "Wir sollten dringend davon wegkommen, dass einige anhand des Tabellenplatzes argumentieren und stattdessen das Gesamtbild betrachten und im Blick behalten."

Liga gespalten

Dass die Liga in der Frage nach der Fortsetzung der Saison gespalten ist, wurde zuletzt mehr als offensichtlich. Während sich 13 Klubs dafür ausgesprochen haben, die Saison ohne Zuschauer zu Ende zu spielen, plädieren Zwickau, Halle, Mannheim, Jena und Magdeburg für einen Abbruch der Saison. Auch Eintracht-Präsident Sebastian Ebel hatte sich in diese Richtung geäußert. Wann eine Entscheidung fällt, ist noch offen. Die DFL hat eine für Freitag geplante Mitgliederversammlung der Erst- und Zweitligisten auf Donnerstag der kommenden Woche verschoben. Gut möglich, dass sich der DFB für die 3. Liga daran orientieren wird.

 

   
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