Aufstiegsmodus zur 3. Liga: Warum kein Kompromiss?

Nachdem Waldhof Mannheim und die SV Elversberg am vergangenen Mittwoch zum zweiten Mal in Folge am Aufstieg in die 3. Liga gescheitert sind, gerät der Aufstiegsmodus, der sechs Teams in eine Playoff-Runde schickt, immer stärker in die Kritik. Dabei ist doch ein Kompromiss möglich. Ein Kommentar.

Aktueller Aufstiegsmodus ist absurd

Es gibt wohl nur wenige Fragen, in denen sich Fans, Spieler, Trainer und Vereins-Verantwortliche so einig sind wie in dieser: Der aktuelle Aufstiegsmodus zur Dritten Liga (Playoff-Runde zwischen fünf Regionalliga-Meistern und dem Südwest-Vize) ist absurd. Nur beim DFB sieht man das offenbar anders: Von "allen schwierigen Lösungen“ sei die jetzige noch die Beste, so DFB-Präsident Reinhard Grindel. Seine Begründung mutet allerdings seltsam an: In den Regionalligen gebe es sehr unterschiedliche Vereine, manche streben in die zweite Liga, andere hätten ihr Leistungsmaximum erreicht. Bei weniger Staffeln würden letztere durch die weiteren Wege in finanzielle Bedrängnis kommen. Aber ist es nicht so, dass gerade die Anzahl jener schwächeren Regionalliga-Klubs durch weniger Staffeln deutlich reduziert werden würde? Das Ergebnis wären einzelne Staffeln mit einem deutlich geringeren Leistungsgefälle und einer größeren Konzentration von Traditionsklubs mit hohen Zuschauerzahlen. Gerade letzterer Punkt würde die Regionalliga auch für die verbliebenen kleineren Klubs attraktiver machen.

Aufteilung nach Mitgliederzahlen der Landesverbände

Und wenn Grindel drei Staffeln für zu wenig hält – wieso nicht eine Kompromiss-Lösung mit vier Staffeln erzielen? Für die Dritte Liga mit ihren 20 Mannschaften wäre es zumutbar, wenn die Anzahl der Absteiger von drei auf vier erhöht werden würde. Und die viertklassigen Vereine, nun aufgeteilt in vier Staffeln, wären vom unerträglichen Zustand befreit, nicht direkt als Meister aufsteigen zu können. Die Aufteilung dieser vier Staffeln könnte in einem zweiten Schritt besprochen werden. Um eine Diskussionsgrundlage zu geben und das Szenario zu veranschaulichen, folgt hier eine mögliche Variante. Grundlage der Überlegungen sind die 21 Landesverbände des DFB und ihre Mitgliederzahlen.

Staffel-RL

  • Staffel Nord: Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein (Gesamtmitgliederzahl: 1.536.350)
  • Staffel West: Mittelrhein, Niederrhein, Rheinland, Westfalen (Gesamtmitgliederzahl: 1.832.259)
  • Staffel Südwest: Baden, Hessen, Saarland, Südbaden, Südwest, Württemberg (Gesamtmitgliederzahl: 1.857.718)
  • Staffel Bayern/Mitteldeutschland: Bayern, Sachsen, Thüringen (Gesamtmitgliederzahl: 1.830.942)

Meister hätten Aufstiegsplatz sicher

Dies ist natürlich nur eine von mehreren Möglichkeiten. Im Vergleich zu den derzeitigen Staffeln wären die einzelnen Staffeln nach der Mitgliederanzahl der teilnehmenden Landesverbände gerechter aufgeteilt. Dies ist kein unwichtiger Faktor – schließlich spielen die Landesverbände und ihr Einfluss in der Entscheidungspolitik des DFB in solchen Fragen eine wichtige Rolle! Die Staffel mit der mit Abstand geringsten Mitgliederzahl (Nord) wäre gleichzeitig die mit der größten geographischen Ausbreitung, womit dies wieder gerechtfertigt wäre. Das allerwichtigste Argument für eine solche Neugestaltung der Regionalliga wäre allerdings: Die Meister der einzelnen Staffeln hätten wieder einen sicheren Aufstiegsplatz in die Dritte Liga – und das muss das Ziel sein!

 

 
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