Aue komplett überfordert: 1:5-Klatsche gegen Wiesbaden

Debakel für Erzgebirge Aue: Gegen den SV Wehen Wiesbaden unterlagen die Veilchen am Sonntagnachmittag deutlich mit 1:5 und warten damit weiter auf den ersten Sieg in dieser Saison.

Goppel zeigt zweimal einen feinen Fuß

Für FCE-Trainer Timo Rost ging es schon am 4. Spieltag darum, den kompletten Fehlstart in die neue Saison zu vermeiden. Dafür tauschte er lediglich einmal – für Danhof startete Schreck. Auf der Gegenseite verzichtete SVWW-Coach Markus Kauczinski angesichts des überzeugenden Sieges gegen Bayreuth (4:1) gänzlich auf Veränderungen in der Startelf.

Ein ruhiges Abtasten in der Anfangsphase gab es nicht, denn der SV Wehen Wiesbaden legte direkt fulminant los. Knapp 25 Meter vor dem Tor legte sich Thijmen Goppel die Kugel zurecht und hielt einfach mal wuchtig drauf – Traumtor in den linken Winkel (6.)! Beinahe wäre sogar der frühe Doppelschlag geglückt, doch FCE-Keeper Klewin rettete anschließend gegen den durchstartenden Hollerbach (11.). Beide Mannschaften spielten munter nach vorne, dann die Aufregung bei den Veilchen: Huth kam im Strafraum zu Fall, für Schiedsrichter Robert Kampka war das zu aber zu wenig für einen Elfmeter (16.).

Danach krachten Huth und Reinthaler zusammen, beide Spieler mussten behandelt werden und konnten vorerst mit Turban weiterspielen (27.). Das feine Füßchen blieb allerdings Goppel vorbehalten, der Stefaniak aussteigen ließ und anschließend eine Hereingabe in den Strafraum spielte – abgefälscht landete sie bei Emanuel Taffertshofer, der zum 2:0 aus Wiesbadener Sicht erhöhte (38.). Bis zur Pause blieb ein Knackpunkt im Auer Spiel, dass sie trotz temporeicher Spielzeuge nahezu gar nicht gefährlich in die Abschlussszenen kamen.

Aue gewährt Hollerbach freien Lauf

Nach der Pause kippte die Stimmung im Erzgebirgsstadion komplett. Auf der rechten Außenbahn wurde der eingewechselte Froese in die Schnittstelle geschickt – ein einfacher Querpass in die Mitte ermöglichte Hollerbach den dritten Treffer ins leere Tor (49.). Und damit nicht genug: Auf der linken Seite kam es zum ähnlichen Spielchen, nur dieses Mal verwandelte Steffen Nkansah per Eigentor für Wiesbaden (55.). In der Karriere des FCE-Verteidigers war es bereits der vierte Treffer ins eigene Netz – damit zog er mit Rekordhalter Julian Leist gleich, worüber sich im Erzgebirge niemand freute. In Aue wurde es ganz still, weil Wiesbaden einfach weitermachte.

Auf Höhe des Mittelkreises funktionierte die Abseitsfalle der aufgerückten Veilchen überhaupt nicht, sodass Hollerbach unbedrängt über das halbe Feld spazieren durfte und zum fünften Treffer einschieben konnte (61.). Die FCE-Fans im Stadion nahmen bereits die Banner ab, schon bei der Trinkpause in der 70. Spielminute folgte ein Pfeifkonzert von den Rängen. Dann ein Missgeschick mit Folgen für die Wiesbadener: SVWW-Coach Kauczinski brachte Heußer, doch nach 20 Sekunden musste der Mittelfeldspieler schon wieder vom Platz – obwohl er das gestreckte Bein bei einem Foulspiel noch zurückzog, wurde er für das Vergehen mit der roten Karte bestraft (72.). Und dann folgte tatsächlich noch Jubel auf den Rängen: Ex-Wiesbadener Thiel bekam in zentraler Position den Ball und konnte aus elf Metern auf 1:5 verkürzen (76.). Nazarov erzielte kurz darauf zwar den zweiten Treffer, doch dieser wurde wegen einer Abseitsstellung zurückgenommen (78.). Thiel traf danach noch einmal den Pfosten (88.), aber das Endergebnis wurde dadurch nicht mehr korrigiert.

Für die Gäste aus Wiesbaden sprang durch den zweiten Sieg in Folge, bei denen den Hessen insgesamt neun Tore gelangen, der sechste Platz heraus. Aue bleibt dagegen mit zwei Punkten deutlich hinter den Erwartungen – und steht am Ende des 4. Spieltags sogar unter dem Strich auf Platz 17.

   
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