Auch weitere Klubs bald vor Fans? Politik macht leise Hoffnung

Vor 702 Zuschauern fand am Samstag beim Duell zwischen Hansa Rostock und dem Halleschen FC erstmals seit Ende November wieder ein Spiel vor Fans statt. Der Anfang ist damit gemacht und durchaus möglich, dass demnächst auch weitere Klubs wieder vor einigen Zuschauern spielen könnten. Die Politik macht leise Hoffnung.

Hansa zieht positives Fazit

Auch wenn es letztlich "nur" 700 Fans waren: Die Atmosphäre bei der Partie in Rostock war eine ganz andere, als es in den letzten Monaten bei den Geisterspielen der Fall war – Spieler und Trainer gerieten im Anschluss regelrecht ins Schwärmen, Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen sprach von einem "großen Tag" für Rostock.

Unmittelbar nach der Partie hatte Vorstandschef Robert Marien ein erstes positives Fazit gezogen: So seien die im Vorfeld des Spiels durchgeführten Tests "reibungslos" abgelaufen, einzig beim Drive-In für die VIP-Gäste habe es Probleme gegeben, "weil zu viele Leute gleichzeitig kamen". Von den 1.100 durchgeführten Tests seien alle negativ ausgefallen, auch die Regeln wie Abstandhalten und Maskenpflicht wurden eingehalten. Zudem habe sich gezeigt, dass mit der Infrastruktur auch 1.500 Zuschauer möglich gewesen wären. Am Dienstag will Hansa den Testlauf zusammen mit den zuständigen Behörden detailliert auswerten.

"Zeitlich befristete Modellprojekte" möglich?

Am Montag dürften die ersten Erkenntnisse aus dem Feldversuch auch in die Bund-Länder-Beratungen einfließen. Bereits im Vorfeld zeichnet sich ab, dass künftig möglicherweise auch in weiteren Stadien zumindest wieder einige Fans zugelassen werden. Zwar sieht die Beschlussvorlage, die unter anderem der "Bild" vorliegt, mit Verweis auf das "starke Infektionsgeschehen und eine exponentielle Dynamik" keine generellen neue Öffnungsschritte vor.

Allerdings solle es Ländern und Regionen ermöglicht werden, "zeitlich befristete Modellprojekte" zu starten, um "mit strengen Schutzmaßnahmen" und einem Testkonzept einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens zu öffnen. Zentrales Zugangskriterium sollen – wie in Rostock – negative Testergebnisse sein. Auch von "IT-gestützten Prozessen zur Kontaktverfolgung", einer "räumlichen Abgrenzbarkeit auf der kommunalen Ebene" und einer "engen Rückkopplung an den öffentlichen Gesundheitsdienst" ist die Rede.

Infektionszahlen steigen

Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um für ein Modellprojekt infrage zu kommen, dazu macht das Papier keine Angaben. In Rostock war der Testlauf mit Zuschauern vor allem deswegen möglich, weil die Hansestadt schon seit Wochen einen konstant niedrigen Inzidenzwert unterhalb von 50 hat. Am Samstag wies Rostock mit 22,9 sogar den drittniedrigsten Wert aller Stadt- und Landkreise in Deutschland auf. Einen ähnlich niedrigen Wert haben von den Drittliga-Standorten derzeit nur noch Kaiserslautern (27,0) und Lübeck (47,6), in allen anderen Kreisen liegen die Zahlen dagegen oberhalb von 50 – mit steigenden Tendenzen. Spitzenreiter ist Zwickau mit 213.

Es ist also nicht zu erwarten, dass es flächendeckend zu einer schnellen Fan-Rückkehr kommen wird. Denkbar aber, dass Klubs aus Regionen mit niedrigen Inzidenzen einen Testlauf wie den in Rostock durchführen werden. Auch Hansa dürfte – sofern das Infektionsgeschehen stabil niedrig bleibt – gute Chancen haben, auch zum Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg (10. April) wieder Fans im Stadion zu begrüßen. Vielleicht sogar mehr als gegen Halle.

 
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